Der Baum des Jahres 2019 ist eine echte Rarität

Dieses Jahr rückt die deutsche Silvius-Wodarz-Stiftung eine Ulmenart als ‹Baum des Jahres› ins Licht der Öffentlichkeit, die wenig bekannt ist. Die Flatterulme ist mit geschätzten 5000 Individuen auf der Schweizer Alpennordseite eine sehr seltene einheimische Baumart.

Flatter-Ulme
Bild A. Roloff

 

 

Der Volksmund nennt Ulmen auch Rüster. Das Schweizerische Idiotikon verzeichnet dafür die Lautungen Ruestere, Ruesche oder auch Riesche. Die Flatterulme ist ein hochgewachsener Baum der Feuchtwälder und Flussauen, der bis zu 35 m Höhe erreicht. Zusammen mit Stieleiche, Esche, Bergahorn und Feldulme prägt die Flatterulme Hartholz-Auenwälder. Sie hält dauerhaft feuchten Boden und längere Überflutungsperioden problemlos aus.

 

Das Verbreitungsgebiet der Flatterulme reicht über Osteuropa bis zum Ural und bis nach Südosteuropa. Ein weiteres zusammenhängendes Gebiet zeigt sich am Oberrhein. In der Schweiz ist der Baum ein seltener Gast; die Vorkommen sind klein und isoliert. Vermutlich waren sie einmal mit dem oberrheinischen Verbreitungsgebiet verbunden. Einige hundert Bäume finden sich am Neuenburgersee, am Aarelauf und in der Region Basel. Sonst tritt der Baum nur vereinzelt auf.

 

Auch wenn die Flatterulme die Nähe des Wassers liebt, kommt sie auch auf trockeneren Standorten gut zurecht. Ihre Zweige dienten früher dem Vieh als Winterfutter. Wenn es um die Verarbeitung ihres Holzes geht, ist die Flatterulme jedoch eher eine Diva: Das Holz punktet mit schöner Musterung und Zähigkeit, lässt sich jedoch schwer bearbeiten.

 


Links www.baum-des-jahres.de | Factsheet Flatterulme (PDF, 57 KB)