Holzschutz

 

 

Holz ist biologisch abbaubar. Wie rasch dieser Abbau vor sich geht, hängt von den Einflüssen ab, denen Holz ausgesetzt ist. Unter günstigen Umständen überdauert Holz Jahrhunderte. Mehrere Holzhäuser in der Schweiz sind über 400 Jahre alt. Pilze und Insekten bauen Holz ab, brauchen dazu jedoch ganz bestimmte Temperaturen und Feuchtigkeiten, welche bei korrekten Konstruktionsdetails am Bau im allgemeinen nicht vorherrschen.

 

Gebrauchsklassen bei Holzbauteilen

 



Gebr.kl. Gebrauchsbedingungen, Anwendungsbereich Holzfeuchte Art der Gefährdung
0 Wohn-/Werkräume, Bauteile in beheizten Räumen um 10% keine
1 ohne Erdkontakt, abgedeckt (trocken) 10–18%
1.1 kontrollierbare Konstruktionshölzer in Dach und Keller Insekten
1.2 schwer kontrollierbare Konstruktionshölzer Insekten
2 ohne Erdkontakt, abgedeckt (Risiko einer Befeuchtung) gelegentlich >20%
2.1 Nassräume: Badezimmer, Hallenbäder Schimmelpilze, holzzerstörende Pilze nicht auszuschliessen
2.2 im Freien unter Dach, kleine Querschnitte, geschützte Fassaden, Dachuntersichten Bläuepilze
2.3 im Freien unter Dach, mittlere bis grosse Querschnitte Bläue und Schimmelpilze
2.4 nicht belüftete Keller: Tragkonstruktion, Decken, Böden Fäulnis, Insekten
3 ohne Erdkontakt, nicht abgedeckt häufig >20%
3.1 kleine Querschnitte (Dicke <25mm): Fassadentäfer ungeschützt, dünne Balkonteile geringe Fäulnisgefahr, sofern Wasser ablaufen kann, Bläuepilze, Verwitterung
3.2 mittlere bis grosse Querschnitte: Fenster, Fensterläden und Balkone ohne baulichen Schutz, Pergolen Fäulnis, Insekten, Verwitterung, Bläue
4 in Kontakt mit Erde oder Süsswasser: Masten, Schwellen, Pfähle, Holz in Fundationen

 


Holzzerstörende Insekten

 

Die Wirkung von Insekten auf eine Holzkonstruktion wird allzu oft dramatisiert. Geringer Insektenbefall stellt keine Gefahr für ein Gebäude dar, kann jedoch auf Konstruktionsmängel hinweisen. Vor einer chemischen Behandlung lassen Sie durch einen Fachmann eine genaue Analyse des Befalls machen. Lassen Sie die Insektenart genau bestimmen, und holen Sie Vorschläge zu Konstruktionsverbesserungen ein. Frühestens jetzt soll bei massivem Befall über den Einsatz von chemischen Holzschutzmitteln gesprochen werden. Scheuen Sie sich nicht, eine Zweitmeinung betreffend der Massnahmen einzuholen. Ausgaben für ein solches Vorgehen lohnen sich immer, denn häufig kann auf eine chemische Behandlung verzichtet werden.

 

Holzzerstörende und holzverfärbende Pilze

 

Bei Fäulnis sind Pilze am Werk. Holzzerstörende Pilze brauchen eine Holzfeuchte von deutlich über 20%. Wo diese fehlt, können Pilze nicht wachsen. Am direkt bewitterten Holz sichtbare, holzverfärbende Schimmelpilze haben keinerlei Einfluss auf die Dauerhaftigkeit der Holzsubstanz. Eine Durchfeuchtungsgefahr besteht besonders bei Roh- und Neubauten, frei bewitterten Bauteilen mit grossem Querschnitt (horizontal verbaut und mit ungeschützten Stirnflächen), sowie bei Bauteilen, die in Kontakt mit Erde und Wasser stehen.

 

Konstruktiver Holzschutz

 

Holzschutz beginnt mit der richtigen Konzeption des Gebäudes und des Holzeinsatzes. Die wichtigste Massnahme besteht darin, stehendes Wasser in Holzbauteilen zu verhindern. Holz, welches einmal nass geworden ist, soll rasch wieder austrocknen können. Holzbauteile, welche häufiger nass werden, sollen in Holzarten ausgeführt werden, welche gegen Witterungseinflüsse resistenter sind. Besonders wichtige Bauteile, beispielsweise des Tragwerkes, können mit schützenden und notfalls auswechselbaren Holzelementen abgedeckt werden.

 

Chemischer Holzschutz

 

‹So wenig wie möglich, so viel wie nötig›

 

Bei Einhaltung der elementaren Holzbauregeln kann nach heutiger Erkenntnis auf vorbeugenden Holzschutz verzichtet werden. Aussergewöhnliche Situationen können jedoch einen vorbeugenden chemischen Holzschutz erfordern. So ist es sinnvoll, frei bewitterte Konstruktionen zu imprägnieren. Auch Teile mit erhöhten Anforderungen an die Masshaltigkeit, wie z.B. Fenster, werden mit einer geeigneten Oberflächenbehandlung geschützt.

 

Bei massivem Pilz- oder Insektenbefall kann nach gründlicher Analyse und konstruktiven Sanierungsarbeiten eine chemische Behandlung angebracht sein. Solche Behandlungen müssen von einem Holzschutzfachmachmann ausgeführt werden. Lassen Sie sich den Lignum-Fachausweis zeigen, welcher an seriöse Holzschutzfachleute mit erfolgreich absolvierter Fachprüfung vergeben wird. In dieser Sparte, in der sich auch schwarze Schafe tummeln, schadet eine Vergleichsofferte nie!

 

Oberflächenbehandlung

 

Unter Beachtung des konstruktiven Holzschutzes ist Holz resistent gegen Umwelteinflüsse. Aus ästhetischen Gründen oder bei erhöhten Anforderungen an die Masshaltigkeit kann eine Oberflächenbehandlung aber durchaus gerechtfertigt sein. Für dauerhafte Anstriche müssen Fachleute beigezogen werden.

 

Holzschutzkommission

Die Aktivitäten der Lignum im Bereich Holzschutz werden durch die Holzschutzkommission HSK begleitet, in der alle wesentlichen Schweizer Akteure im Holzschutz vertreten sind. Die Kommission steuert die Holzschutz-Projekte der Lignum, deren Leitung dem Office romand der Lignum in Mont-sur-Lausanne obliegt. Die Kommission tritt ein- bis zweimal jährlich zusammen.

 

Folgende Lignum-Projekte unterstehen der Holzschutzkommission:

 

- Gütezeichen Fassadenschalungen in Holz

- Gütezeichen Lignum ‹druckimprägniert – Holzmasten›

- Gütezeichen Lignum ‹druckimprägniert – Holzprodukte›

- Schweizerisches Holzschutzmittelverzeichnis Empa/Lignum

- Holzschutzspezialisten Lignum

 

Mitglieder der Lignum-Holzschutzkommission

 

Holzschutzmittel

 

Seit dem Inkrafttreten der Verordnung über das Inverkehrbringen von und den Umgang mit Biozidprodukten (Biozidprodukteverordnung VBP) am 1. August 2005 müssen alle in der Schweiz in Verkehr gebrachten Biozidprodukte zugelassen, registriert oder anerkannt sein. Holzschutzmittel sind Biozidprodukte der Produktart 8 im Sinn der VBP.

 

Ab 2005 wurde das Verzeichnis der bewilligten Holzschutzmittel, welches jährlich durch das Bundesamt für Umwelt veröffentlicht worden war, nicht mehr weitergeführt. An die Stelle des Verzeichnisses trat das Produkteregister (www.rpc.admin.ch), welches von der Anmeldestelle Chemikalien geführt wird.

 

Alle in der Schweiz zugelassenen Holzschutzmittel sind heute im Produkteregister erfasst. Im Produkteregister ist jedoch nur eine beschränkte Zahl von Informationen öffentlich zugänglich. Zudem ist eine systematische Suche beispielsweise nach Anwendungsgebieten oder Gebrauchsklassen nicht möglich.

 

Das unten als PDF bereitgestellte Schweizerische Holzschutzmittelverzeichnis enthält im Vergleich zum Produkteregister ausführlichere Informationen zu den einzelnen Holzschutzmitteln und zur Auswahl geeigneter Produkte. Das Verzeichnis enthält überdies allgemeine Informationen zum Thema Holzschutz und zum richtigen Umgang mit Holzschutzmitteln.

 


Gütevermerke für Holzschutzmittel und ihre Bedeutung

 

Gütevermerke weisen auf die spezifische Wirkung der einzelnen Mittel hin. 

 

Gütevermerke für Holzschutzmittel Gütevermerk für Oberflächenbehandlungen (wirkstofffrei)
B wirkt vorbeugend gegen Bläuepilze an Bauholz O schützt Bauholz gegen äussere, nicht biogene Einflüsse: Sonneneinstrahlung, Niederschlag, Schmutz, Abnutzung
Ib Schutzmittel mit bekämpfender Wirkung gegen Insekten in Bauholz (Angabe der geprüften Insektenart: Hausbock, Nagekäfer, Splintholzkäfer) F schützt Holzbauteile vorbeugend gegen kapillare Durchfeuchtung und starke hygroskopische Feuchteschwankungen
Iv Schutzmittel mit vorbeugender Wirkung gegen Insekten in Bauholz (Angabe der geprüften Insektenart: Hausbock, Nagekäfer, Splintholzkäfer)
P wirkt vorbeugend gegen holzzerstörende, Braunfäule erregende Pilze auf Bauholz (Zusatzangabe, falls auch wirksam gegen Weissfäule erregende Pilze)
W geeignet für Bauholz, das dauernd der Witterung ausgesetzt ist, jedoch nicht in ständigem Erd- oder Wasserkontakt steht (in Kombination verwendet)

 

Lignum-Gütezeichen ‹druckimprägniert›

 

Das Lignum-Gütezeichen ‹druckimprägniert› ist Teil eines umfassenden Holzschutzkonzepts gegen holzzerstörende Pilze und Insekten, welches dem Verantwortungsbereich der Holzschutzkommission unterstellt ist. Es bezweckt die Förderung geeigneter und qualitativ hochstehender druckimprägnierter Holzbauteile für die Gebrauchsklassen 3 (freie Bewitterung) und 4 (Erd- oder Wasserkontakt).

 

Das Lignum-Gütezeichen ‹druckimprägniert› wird Holzprodukten verliehen, welche eine technisch einwandfreie und zweckmässige Imprägnierung gemäss den Bestimmungen dieses Reglements aufweisen. Es ist in die zwei folgenden Anwendungsgruppen aufgeteilt:

 

 

Das Lignum-Gütezeichen ‹druckimprägniert – Holzmasten› ist eine Qualitätssicherung für hochstehend druckimprägnierte Holzmasten. Die Gütesicherung basiert auf der Eigenkontrolle durch den Hersteller sowie auf einer jährlichen Fremdüberwachung  durch die Empa, Angewandte Holzforschung.

 

 

 

Das Lignum-Gütezeichen ‹druckimprägniert – Produkte› ist eine Qualitätssicherung für hochstehend druckimprägnierte Holzprodukte. Die Gütesicherung stützt sich auf eine Erstbetriebskontrolle, eine jährliche Werksprotokollkontrolle (WPK) durch den Hersteller sowie einen Betriebsbesuch alle drei Jahre durch einen Experten der Abteilung Forschung und Entwicklung der BFH-AHB, Biel.

 

Das Gütezeichen umfasst folgende druckimprägnierte Holzprodukte:

- Palisaden und Pfähle GK4
- Halbrundlatten GK3
- Kant-und Schnittholz
- Zaunelemente GK3
- Lohnimprägnierung GK3 und GK4
- Sicht- und Lärmschutzwände GK3

Weiterführende Informationen: Verein Schweizer Holzimprägnierwerke

 

Gütezeichen für Fassadenschalungen in Holz

 

Lignum hat in Zusammenarbeit mit Partnern aus der Branche ein Qualitätslabel für Holzschalungen mit Oberflächenbehandlung entwickelt. Ziel des Labels ist es, die Zusammenarbeit zwischen Planern und Produktanbietern zu erleichtern, indem ein gemeinsamer Referenzhorizont definiert wird, an dem sich beide Parteien orientieren können.

 

Ein Entscheidfindungsschema erlaubt es, ein Fassadensystem zu finden, das hinsichtlich verschiedenster Kriterien auf eine bestimmte Situation zugeschnitten ist. Das betrifft die Kosten ebenso wie die Unterhaltsintervalle, die Beanspruchungsklasse oder die gewünschte Pigmentierungsstärke. Der Begriff des Fassadensystems meint hierbei ein Industrieprodukt aus dem Hobelwerk mit Oberflächenbehandlung.

 

Das Label für diese Systeme bürgt dafür, dass das Material Holz selber, das Produkt für die Behandlung und dessen Applikation den Anforderungen gemäss Reglement genügen. Anwendbar ist das neue Label für Fassadenschalungen mit folgenden Oberflächenbehandlungen: nicht filmbildend <20 μm (Aussehen wie unbehandeltes Holz), transparent farbig (lasiert wirkend) sowie deckend gestrichen.

Weiterführende Informationen: Verband Schweizerischer Hobelwerke, www.vsh.ch


Lignum-Holzschutzspezialisten


Um sicherzustellen, dass Holzschutzmittel umweltgerecht und nach dem Stand der Technik angewendet werden, bietet Lignum die Möglichkeit zum Erwerb eines Ausweises als Holzschutzspezialist.


Verzeichnis der Lignum-Holzschutzspezialisten


Lignum gibt jedes Jahr ein Verzeichnis der Holzschutzspezialisten heraus. Sie sind im Besitz einer Fachbewilligung Holzschutz (FB-H) des Bundesamtes für Umwelt sind und haben den Kurs für Holzschutzspezialisten von Lignum und Berner Fachhochschule Architektur, Bau und Holz BFH-AHB in Biel besucht. Das Verzeichnis steht hier zum Download bereit.

 

 

Ausweis für Lignum-Holzschutzspezialisten

 

Die Lignum-Dienstleistungen im Bereich Holzschutz werden im Sinne einer optimalen Arbeitsteilung zwischen Zürich und Le Mont-sur-Lausanne (Lignum Office romand) vollständig in Le Mont erbracht.

 

Gemäss dem neuen Reglement gilt der Holzschutzspezialistenausweis nicht mehr auf Lebenszeit. Um den Ausweis zu erneuern, besuchen die Spezialisten alle vier Jahre einen Fortbildungskurs.

 

Obligatorischer Fortbildungskurs für aktuelle Lignum-Holzschutzspezialisten und Neukandidaten

 

Um das Wissen der Lignum-Holzschutzspezialisten auf dem neusten Stand zu halten, bietet Lignum zusammen mit der Berner Fachhochschule obligatorische eintägige Weiterbildungskurse an. Der Besuch alle vier Jahre ist für die Erneuerung des Spezialistenausweises und für die Aufnahme ins aktuelle Holzschutzspezialistenverzeichnis zwingend.

 

Die Kursdaten sind der Lignum-Agenda zu entnehmen. Die Anmeldung zu den Kursen erfolgt über den beim jeweiligen Agenda-Eintrag hinterlegten Link.

 

Nähere Auskünfte zu allen Holzschutz-Belangen gibt bei Cedotec – Lignum Office romand Doris Walgenwitz, Tel. 021 652 62 22.

Aufnahmegesuch für Holzschutzspezialisten


Neukandidaten für den Erwerb des Ausweises als Lignum-Holzschutzspezialist reichen in Le Mont-sur-Lausanne ein komplettes Bewerbungsdossier ein. Es beinhaltet folgende Dokumente:


- Kopie Fachbewilligung Holzschutz (FB-H)

- mindestens drei Jahre Praxisnachweis im Bereich der Schädlings-und Pilzbekämpfung

- Dokumentation zweier anspruchsvoller Referenzobjekte  (je 2–4 Seiten A4)

- Haftpflichtversicherungsnachweis (mindestens CHF 2 Mio)

 

Über die Zulassung zur Ausbildung als Lignum-Holzschutzspezialist entscheidet eine Bewertungskommission. Nach dem positiven Entscheid der Bewertungskommission verpflichtet sich der Kandidat, den nächsten Holzschutzspezialistenkurs zu besuchen.

 

Die erfolgreichen  Kursabsolventen erhalten den Ausweis als Lignum-Holzschutzspezialist. Der Ausweis wird alle zwei Jahre erneuert. Die Lignum publiziert ein Verzeichnis von Holzspezialisten mit gültigem Ausweis (siehe oben).

 

Mitglieder der Bewertungskommission sind:

- Daniel Ingold, Cedotec – Lignum Office romand

- Hanspeter Kolb, BFH-AHB

- Dr. Paul Raschle, unabhängiger Experte

- Marcel Thomi, Holzbau Schweiz

 

 

 

Weitere Informationen

Lignatec 14/2001: ‹Holzzerstörende Pilze und Insekten

 

Schweizer Holz im Web

Holz-Parkett

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Holz-Treppen

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Holz-Fassaden

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