Prix Lignum 2018: Die Besten in Holz

 


Alle drei Jahre zeichnet der Prix Lignum die besten Schweizer Leistungen mit Holz aus. 2018 ging Gold an die Bergstation Chäserrugg im Toggenburg, Silber an das erste Holz-Hochhaus ‹S22› auf dem Suurstoffi-Areal in Risch Rotkreuz und Bronze an die Langhäuser im Freilager-Areal in Zürich. Vier Projekte teilen sich einen Sonderpreis ‹Schweizer Holz›.

 

 

Zukunftsweisende Arbeiten mit Holz bekannt machen und fördern, das ist das Ziel des Prix Lignum. Auszuwählen hatten die Jurys in den fünf Preis-Regionen unter der enormen Vielfalt von nicht weniger als 465 Eingaben.

 

Gold für touristisches Vorbild im Toggenburg

 

Die Bergstation auf dem Chäserrugg – einen Holzbau mit eigener Sprache und eigener Dimension – würdigte die nationale Jury des Prix Lignum im September 2018 mit Gold. Die Architekten Herzog & de Meuron entwickeln aus einer komplexen Aufgabe eine prägnante Form. Der Bau oszilliert zwischen Scheune, Chalet und Gondelhalle. Das imposante Dach hält ihn zusammen. Die Architekten integrieren den Bestand geschickt in ein neues Ganzes, das dank dem Holz vorbildlich in die Umgebung passt. Das Resultat ist keine Event-Architektur, sondern eine kraftvolle Ruhe auf dem Berg. Und damit ein Vorbild für viele Tourismusbetreiber.


Silber für Höhenrekord im Kanton Zug

 

Silber ging 2018 an das Bürogebäude ‹S22› auf dem Suurstoffi-Areal in Risch Rotkreuz. Es handelt sich um das erste Holz-Hochhaus der Schweiz. Das 36 m hohe Gebäude ist ein Leuchtturm für die Branche und zeugt von ihrer in immer grössere Dimensionen wachsenden Leistungsfähigkeit. Das Projekt setzt jedes Material bewusst ein: Beton trägt den Kern, Baubuche nimmt die hohen Lasten auf, in der Fassade trägt Brettschichtholz aus Fichte und Tanne. Die Holz-Beton-Verbundelemente der Decken integrieren verschiedene Funktionen platzsparend und schaffen so einen ökonomischen Vorteil.

 

Bronze für urbanes Bauen mit Holz in Zürich

 

Bronze erhalten die drei Holz-Langhäuser auf dem Freilager-Areal in Zürich, welche der Berner Architekt Rolf Mühlethaler konsequent aus Holz konstruiert hat. Das ‹Freilager› treibt die Urbanisierung des Materials entschieden voran: Bis zu 100 m lang, sechs Geschosse hoch, total 187 Wohnungen. ‹So geht verträgliche Verdichtung, so geht Holzbau im 21. Jahrhundert›, fasst die Jury ihre Wertung zusammen. Die aussteifenden Kerne mit Treppe und Lift sind aus Beton gebaut. Sonst bestehen die drei Bauten gänzlich aus Holz.

 

Vier Gewinner beim Sonderpreis ‹Schweizer Holz›

 

Parallel zum Prix Lignum 2018 wurde ein nationaler Sonderpreis ‹Schweizer Holz› ausgeschrieben. Er hebt Objekte hervor, welche den naheliegenden Rohstoff aus unseren hiesigen Wäldern in besonderem Masse und in herausragender Weise einsetzen. Gewinner sind ex aequo das kantonale Polizeigebäude in Granges-Paccot im Kanton Freiburg, die Produktionshalle der BLS in Bönigen, das ‹Mondhaus› in Alpnach und der Turm im Natur- und Tierpark Goldau. Alle vier Preisträger haben eine Auszeichnung ‹Herkunftszeichen Schweizer Holz› für das Gesamtobjekt erfahren.

 

Der nächste Prix Lignum wird 2021 verliehen.

 

 

 

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