VKF-Brandschutzvorschriften BSV 2015: Holz als Baustoff ohne Sonderregelung

Mit der Vorschriftengeneration BSV 2003 wurde eine Öffnung für die Holzanwendung am Bau vollzogen. Holzbauten bis 6 Geschosse sind für die Nutzung Wohnen, Schule, Büro seit 2005 möglich. Die neue Vorschriftengeneration BSV 2015 setzt diesen Weg konsequent fort und beseitigt aufgrund der positiven Erfahrungen in den letzten 10 Jahren die noch bestehenden Einschränkungen für die Holzanwendung. Zukünftig können Holzbauteile in allen Gebäudekategorien und Nutzungen eingesetzt werden. Bei der Definition des Feuerwiderstandes wird eine Konstruktion mit brennbaren Anteilen den nicht brennbaren Bauteilen gleichgestellt. Die Anwendungsmöglichkeiten für das Holz werden damit deutlich erweitert.

Die Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen VKF überarbeitet alle zehn Jahre die Brandschutzvorschriften. Das neue, komplett überarbeitete VKF-Vorschriftenwerk tritt am 1.1. 2015 in Kraft. In der neuen Vorschriftengeneration wird der aktuelle Stand der Technik und die sich in der Zwischenzeit weiter entwickelte europäische Normung abgebildet. Das heutige Sicherheitsniveau bezüglich Personenschutz wird beibehalten. Beim Sachwertschutz konnte auf der Grundlage der Ergebnisse aus dem ETH-Forschungsprojekt „Wirtschaftliche Optimierung im vorbeugenden Brandschutz“ eine Reduktion des Sicherheitsniveaus und damit eine wirtschaftliche Optimierung erreicht werden. Die neuen Brandschutzvorschriften 2015 sind unter www.praever.ch verfügbar.

 

Die Brandschutzvorschriften BSV 2015 bringen für das Holz bemerkenswerte Änderungen. Brandschutztechnisch robuste, mit nicht brennbaren Bekleidungen geschützte Holzbauteile werden der nicht brennbaren Bauweise gleichgestellt. Auf der Grundlage eines materialunabhängigen Sicherheitsniveaus, das in der Brandschutznorm vorgegeben ist, wird die Verwendung brennbarer Baustoffe neu geregelt und die Anwendung von Holz bei Tragwerken, brandabschnittsbildenden Bauteilen, Aussenwandbekleidungen, Bedachungen und der Innenanwendung erweitert. Die neuen Regelungen anerkennen die Erkenntnisse aus umfangreichen Untersuchungen. Es ist nachgewiesen, dass die Brennbarkeit eines Baustoffes nicht das massgebende Kriterium ist, sondern die brandschutztechnisch korrekte Ausführung einer Konstruktion einen grösseren Einfluss auf das Brandverhalten hat. Kurz gesagt: Holz normalisiert sich als Baustoff ohne Sonderregelung.