‹Berliner Erklärung› der deutschen Forstwirtschaft

Ende Juni fand die 68. Jahrestagung des Deutschen Forstwirtschaftsrates unter dem Motto ‹Perspektiven für den Privatwald› in Berlin statt. Sie endete mit einer Erklärung an die Politik, die festhält, dass sich die deutsche Forstwirtschaft in einer ‹dramatischen Situation› befinde: Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Wälder hätten sich in den letzten Jahren ungemein verschärft.

Die Veränderungen in den Organisationsstrukturen von Forstverwaltungen in vielen Bundesländern und die demografische Entwicklung bei den Waldbesitzern hätten negative Auswirkungen auf die Pflege der Wälder und minderten so deren Anpassungsfähigkeit. Diese Situation sei nicht nur für alle Waldbesitzer und die Wirtschaft im ländlichen Raum relevant, sondern treffe aufgrund der ökologischen und wirtschaftlichen Bedeutung von Wald und Holz die gesamte Gesellschaft. 

 

Jeder einzelne Bürger werde in Zukunft Einschränkungen bei den heute selbstverständlichen Leistungen der deutschen Wälder spüren. Ob Lawinenschutz im Gebirge, Trinkwasserschutz und Luftreinigung oder Erholung und Gesundheit im Wald: die heute selbstverständlichen und kostenfreien Funktionen der Wälder könnten nicht einfach so erhalten werden.

 

Ruf nach grundlegender Neubewertung von Wald und Holz

 

In dieser Situation sei eine grundlegende politische Neubewertung des gesamten Sektors Wald, Forst und Holz erforderlich. Staat und Politik dürften die Waldbesitzer nicht im Stich lassen. Der Deutsche Forstwirtschaftsrat DFWR fordert daher wirksame Gegenmassnahmen durch Bund und Länder.

 

Von zentraler Bedeutung sind aus Sicht des DFWR der Ausbau der finanziellen Unterstützung zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel unter Bereitstellung von Sondermitteln zur Katastrophenbewältigung nach Sturm- und Insektenkalamitäten. Ausserdem betont er die Notwendigkeit einer konsequenten Stärkung forstwirtschaftlicher Zusammenschlüsse als Selbsthilfeeinrichtungen der Waldbesitzer.

 

Deutsch-österreichische Kooperation ‹Forest 4.0›

 

Von entscheidender Bedeutung für die ganze Branche, vor allem aber für die Klein- und Kleinstwaldbesitzer ist die Bewältigung der Digitalisierung. Am Rande der Tagung unterzeichneten Vertreter der deutschen Plattform Forst & Holz sowie der österreichischen Plattform Forst Holz Papier in diesem Zusammenhang eine gemeinsame Absichtserklärung.

 

Im Hinblick auf einen problemlosen elektronischen Datenaustausch im grenzüberschreitenden Wirtschaftscluster Forst & Holz sollen die Entwicklung eines gemeinsamen elektronischen Datenstandards, der Aufbau einer effizienten und sicheren digitalen Datenkommunikation und die Umwandlung bislang statischer Kommunikationsmodelle in dynamische Prozessmodelle gemeinsam in Angriff genommen werden.

 


Links Berliner Erklärung (PDF, 468 KB) | www.dfwr.de | www.forstundholz.net  | www.forstholzpapier.at