Knappes Nein zum neuen Energiegesetz im Kanton Bern

Die Bernerinnen und Berner haben das neue Energiegesetz mit einer hauchdünnen Mehrheit von rund 3000 Stimmen abgelehnt. Ländliche Regionen, besonders das Oberland, sagten in der Mehrzahl deutlich nein; die Städte Bern und Biel sagten ja.

Bern verharre damit im fossilen Zeitalter und verpasse die Chance, den globalen Trend Richtung Energiewende aktiv mitzugestalten, zeigt sich das Ja-Komitee in seiner Stellungnahme enttäuscht. Der Entscheid isoliere den Kanton Bern und schade dem Gewerbe, das dringend auf stabile Rahmenbedingungen und Planungssicherheit angewiesen sei.

 

Die Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich wiesen den Weg, wie sich die Energiestrategie 2050 in den Kantonen umsetzen lasse. Mit Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Waadt, Obwalden, Luzern und Jura haben sich bereits sechs Kantone zu deren Stossrichtung bekannt. Solothurn hat dagegen eine in diese Richtung zielende Anpassung seines Energiegesetzes zurückgewiesen (Lignum Journal vom 11.6.2018).

 

Für den Berner Energiedirektor Christoph Neuhaus sind die knapp 50,6% Nein-Stimmen zum Energiegesetz keine Absage an eine Klimapolitik im Kanton Bern. Eine solche Politik müsse aber halt auch ‹Freude machen› und nicht zu etatistisch sein. Die Angst vor Mehrkosten und Bürokratie habe wohl zum Abstimmungsresultat vom Sonntag geführt.

 


Link Amtliche Abstimmungsergebnisse