Genf: Grosser Widerhall für die ersten ‹Rencontres Woodrise›

Anfang Februar fanden in der Calvinstadt die ersten ‹Rencontres Woodrise› statt. Die über Kantons- und Staatsgrenzen hinweg angelegte Veranstaltung endete nach drei prall gefüllten Fachtagen und einem gutbesuchten Publikumsanlass mit einer Erklärung zur Holzförderung. Der Anlass fand in der Westschweiz sowohl in der Fachwelt als auch in Politik und Medien ein grosses Echo.

Oben: Holz zeigte mit den ‹Rencontres Woodrise› in Genf nicht nur am Tagungsort im Quartier Acacias, sondern auch in der Innenstadt unübersehbar Flagge wie hier am Pont du Mont-Blanc. Mitte: Gemeinsam für mehr Holz zugunsten einer nachhaltigen Zukunft – v.l.n.r. Josef Hess, Regierungsrat Kanton Obwalden und Präsident der Konferenz für Wald, Wildtiere und Landschaft KWL; Antonio Hodgers, Genfer Staatsratspräsident; Claude Haegi, alt Genfer Staatsrat und Präsident der Lignum Genf, die als treibende Kraft hinter dem Anlass stand. Unten: Blick in die begleitende Ausstellung ‹Triple Wood›.
Bilder Lucien Fortunati

 

 

Unterstützt von allen französischsprachigen Kantonen und der Assemblée Savoie Mont-Blanc, empfingen die ‹Rencontres Woodrise› unter der Leitung des Präsidenten der Lignum Genf, des alt Genfer Staatsrates Claude Haegi, vom 30. Januar bis zum 2. Februar eine grosse Zahl an Teilnehmern aus allen Sektoren der Westschweizer Wald- und Holzwirtschaft, aber auch viel politische Prominenz zu einem ausserordentlich reichhaltigen Kongressprogramm. 

 

Nicht weniger als sieben Staatsräte, ein Präfekt, ein Unterpräfekt sowie verschiedene Mitglieder schweizerischer und französischer Räte waren bei dem dreitägigen Panel von 80 ausgewiesenen Experten in Sachen Holz zeitweise mit vor Ort. Die Fachreferenten erörterten die Leistungen von Wald und Holz mit Schwerpunkt Bau und Energie und legten dabei besondere Akzente auf die klimapolitische Bedeutung der natürlichen Ressource und deren Nutzung in regionalen Kreisläufen.

 

Vier Tage für Fachleute und Publikum

 

Zweck des Grossanlasses war die grenzüberschreitende Sensibilisierung für eine breitere Nutzung von lokalem Holz im Bauwesen, in der Energiegewinnung und künftig auch als Industrierohstoff. Eine entsprechende Erklärung unter dem Titel ‹Le bois pour l'avenir› (In Zukunft Holz) wurde von den anwesenden Behördenvertretern unterzeichnet.

 

Die Erklärung hält fest, dass der Wald als Kohlenstoffsenke sowie als erneuerbares Kapital von Rohstoffen und Energie eine entscheidende Rolle für Umwelt und Klima, Wirtschaft und Gesellschaft spiele. Die vermehrte Verwendung von lokalem Holz für den Bau und Umbau von Gebäuden einschliesslich des Innenausbaus, insbesondere im städtischen Raum, aber auch für Ingenieurbauten, die Nutzung von Holz als Chemierohstoff und für Energiezwecke lenkten die Entwicklung in die richtige Bahn.

 

Ausbildung, Forschung und Entwicklung seien die unabdingbare Voraussetzung, um neue Anwendungen von Holz zu finden und damit Arbeitsplätze zu schaffen. Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner der Erklärung ‹Le bois pour l'avenir› versprachen, sich umfassend dafür einzusetzen, das Potential von Holz zugunsten einer nachhaltigen Zukunft zu erschliessen.

 

Reichhaltige Ausstellung im Pavillon Sicli

 

Eine breit angelegte Fachausstellung begleitete den Anlass im Pavillon Sicli. Der ehemalige Industriebau im Quartier Acacias bildet heute eine Dialogplattform für Bau und Design, Architektur und Ingenieurwesen, Urbanistik, Raumplanung und Landschaftsarchitektur. Neben einer Schau zu den Resultaten des Prix Lignum 2018 erhielten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Gelegenheit zu einer ersten Begegnung mit der neuen Ausstellung des EUSALP-Projekts ‹Triple Wood›.

 

Die Ausstellung zeigt die Stärken des Roh- und Baustoffs Holz mit Best-Practice-Beispielen aus dem gesamten Alpenraum auf. Sie wird in verschiedenen Sprachen realisiert und soll künftig durch ein Angebot an Seminaren zu Holzbau und Energieeffizienz ergänzt werden. Ziel ist eine Roadshow in den beteiligten Partnerländern.

 

Federführend ist das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg. Partner sind die ProHolz Baden-Württemberg, Lignum – Holzwirtschaft Schweiz, die Agentur für Energie Südtirol KlimaHaus, die Communes Forestières d'Auvergne-Rhône-Alpes in Frankreich sowie der Wood Industry Cluster Lesarski grozd für das slowenische Ministerium für Landwirtschaft, Forst und Ernährung.

 


Link www.rencontres-woodrise.ch