Freiburger Polizei-Holzbau als Vorbild für den Aargau

Im letzten Herbst hat der Neubau der Freiburger Kantonspolizei in Granges-Paccot eine Auszeichnung mit dem Sonderpreis ‹Schweizer Holz› des Prix Lignum 2018 geholt. Nun entfaltet der prämierte Bau im Aargau Wirkung. Grossrat Daniel Wehrli, Präsident der Pro Holz Aargau, fordert zusammen mit weiteren Parlamentariern, dass das neue Aarauer Polizeigebäude ebenfalls aus hiesigem Holz erstellt wird.

Kantonales Polizeigebäude Freiburg, Granges-Paccot FR, 2017. Bauherrschaft: Etat de Fribourg – Services des Bâtiments, Fribourg; Architektur: deillon delley architectes sa, Bulle; Holzbau: Brawand Zimmerei AG, Grindelwald; Holzbauingenieure: Chabloz & Partenaires SA, Lausanne; Sägerei: Jacques Périsset, Ursy; Forst: Etat de Fribourg, Service des forêts et de la faune, Givisiez. Herkunftszeichen Schweizer Holz (Gesamtobjekt).
Bilder Corinne Cuendet, Clarens

 

 

Nicht weniger als CHF 58 Mio. soll der Neubau für die Kantonspolizei in Aarau kosten. Er soll im Aarauer Telli-Quartier das bestehende Polizeikommando mit der neuen kantonalen Notrufzentrale verbinden. Baubeginn für das Grossprojekt ist frühestens 2021.

 

SVP-Grossrat Daniel Wehrli hat aber bereits heute klare Vorstellungen vom Baumaterial, das zum Zug kommen soll: Schweizer Holz. So hält es ein Postulat von Wehrli und dreizehn weiteren Aargauer Grossratsmitliedern aus dem gesamten politischen Spektrum vom 11. Dezember 2018 fest, das 52 Mitunterzeichner gefunden hat.

 

Verweis auf prominente Vorbilder

 

Der Vorstoss fordert den Regierungsrat auf zu prüfen, ob das viergeschossige Bauprojekt ‹Tre fra Telli› – der Sieger im Projektwettbewerb für das Polizeigebäude aus der Feder von SAM Architekten und Partner AG – mit einem modernen Holzbau aus Schweizer Holz realisiert werden kann.

 

‹Wer heute auf Holz setzt, experimentiert nicht. Wer mit Holz baut, setzt auf Bewährtes. Innovative Schweizer Bauherren, wie der Schweizerische Bauernverband, Brugg, der Kanton Freiburg oder die Pilatuswerke (Stans) setzen bei ihren Bauprojekten auf Schweizer Holz›, halten die Urheber der Eingabe fest.

 

Aargauer Buche valorisieren

 

Auf 35% der Kantonsfläche werde Holz produziert, argumentieren sie weiter. Die Buche als häufigste Baumart im Aargau stehe auf einem Drittel der Waldfläche. Ihr Holz erbringe Höchstleistungen, die an jene von Stahl heranreichten.

 

Der Kanton Aargau habe die Entwicklung von Brettschicht- und Brettsperrhölzern aus Buche finanziell unterstützt; jetzt sei der Zeitpunkt gekommen, die innovativen Hochleistungsprodukte aus Schweizer Buche auch einzusetzen, nachdem sie baulich bereits erprobt worden seien.

 

Die Forderung nach Schweizer Holz könne WTO-konform ausgeschrieben werden. Mit dem Einsatz von einheimischem Holz fördere der Kanton die Entwicklung von neuen Holzprodukten, sichere Arbeitsplätze und trage zum Erhalt der regionalen Wertschöpfung bei – während das Projekt im selben Zug bezüglich Nachhaltigkeit und Ökologie optimiert werde.

 

Vorbildlicher Kanton Freiburg

 

Die Freiburger Kantonspolizei hat ihren fünfgeschossigen Neubau in Granges-Paccot, entworfen von Deillon Delley Architectes SA und Chabloz & Partenaires, Ende November 2017 eingeweiht. Es handelt sich um das grösste Verwaltungsgebäude im Kanton mit einem Tragwerk aus Holz. Und nicht nur das: Die benötigten 2500 Kubikmeter Baumaterial kamen samt und sonders aus dem Freiburger Staatswald.

 

Der Neubau entspricht damit den Richtlinien des Freiburger Staatsrats. Sie halten fest, dass Holz für kantonale Bauten zu bevorzugen ist, wobei ausschliesslich Holz, das zu 100% aus rechtmässigen und nachhaltigen Quellen stammt und zertifiziert ist, genutzt werden soll.

 

Auszeichnung für Schweizer Holz

 

Der Freiburger Polizei-Neubau zählte im vergangenen Herbst zu den vier Preisträgern des Sonderpreises ‹Schweizer Holz› zum Prix Lignum 2018. Der Sonderpreis hob Objekte hervor, welche den naheliegenden Rohstoff aus unseren hiesigen Wäldern in besonderem Masse und in herausragender Weise einsetzen.

 

Das Verwaltungsgebäude der Freiburger Kantonspolizei in Granges-Paccot überzeugte die Jury mit seiner Klarheit und Einfachheit. Es nutze einen ökologischen Baustoff aus den kantonseigenen Wäldern und setze damit einen Gegenpol zum globalisierten Denken.

 


Link 18.261 Vorstoss Wehrli et al. im Grossen Rat des Kantons Aargau