Öffentliche Bauherrschaften interessieren sich für Holz

Immobilienverantwortliche von Schweizer Kantonen, Städten und Gemeinden würden in Zukunft den Rohstoff Holz bei öffentlichen Bauten gern vermehrt berücksichtigen. Das zeigt eine breit angelegte Umfrage der Vereinigung staatlicher und kommunaler Leiter Immobilien VSLI im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt.

Beispiel Werkhof und Feuerwehrdepot Eichenspes in Kriens: Hier sind insgesamt 1347 m3 Schweizer Holz verbaut worden, was rund 85% der Gesamtholzmenge entspricht. Dafür gab es 2016 eine Auszeichnung mit dem ‹Herkunftszeichen Schweizer Holz›. Bauherrin ist die Gemeinde Kriens, für die Architektur zeichnen Masswerk Architekten AG aus Luzern. Als Holzingenieurbüro war die Pirmin Jung Ingenieure AG aus Rain im Einsatz; der Holzbau oblag der Hecht Holzbau AG aus Sursee.
Bild Pirmin Jung Ingenieure AG, Rain
 

 

Die VSLI ist die bedeutendste Vereinigung für Immobilienverantwortliche der öffentlichen Hand in der Deutschschweiz. Zu ihren aktuell rund 80 Mitgliedern zählen Kantone, Städte und Gemeinden. Sie befragte im September/Oktober alle Schweizer Kantone sowie rund 500 Städte und Gemeinden zur Erstellung öffentlicher Gebäude mit Holz.

 

Rund 30% der Immobilienverantwortlichen beteiligten sich an der Umfrage, davon überdurchschnittlich viele aus Gemeinden mit weniger als 10000 Einwohnern. Die Resultate zeigen unter anderem auf, wie die öffentliche Hand zum Baustoff Holz steht, wie der Rohstoff eingesetzt wird und wo Nachholbedarf besteht.

 

Positive Bauherren-Erfahrungen mit dem Baustoff Holz

 

Gemäss Umfrage gehören in der deutschen wie auch in der französischen Schweiz Holz und Beton zu den beliebtesten Baumaterialien. Der Grossteil der Befragten befasst sich bereits mit dem Thema ‹Bauen mit Schweizer Holz›, wobei der Rohstoff vor allem bei Schul- und Verwaltungsbauten sowie für Werkhöfe zum Einsatz gelangt. Als Gründe dafür werden die kürzere Bauzeit, das angenehme Raumklima und die positive Wahrnehmung bei der Bevölkerung genannt.

 

Als wichtigste Motivation für das Bauen öffentlicher Gebäude mit Schweizer Holz werden die ökologische Bauweise, kürzere Bauzeiten dank vorgefertigten Elementen, geringere Emissionen aufgrund kürzerer Transportwege sowie die nachhaltige Waldbewirtschaftung angegeben. Die Erfahrungen mit Bau und Unterhalt sind mehrheitlich positiv. Interessant ist, dass Gemeinden unter 10000 Einwohnern bereits eine Vielzahl von Holzbauten realisiert haben. Dagegen haben grössere Städte Nachholbedarf.

 

Vertiefte Information und engere Zusammenarbeit erwünscht

 

VSLI-Präsident Albert Schweizer sieht sich durch die Umfrage darin bestätigt, dass es weitere Aufklärungsarbeit und eine engere Zusammenarbeit in der Wertschöpfungskette brauche, damit vermehrt Schweizer Holz zum Einsatz gelangen könne. Zur Wertschöpfungskette Holz zählten auch die kantonalen und kommunalen Liegenschaftenverantwortlichen mit den zuständigen politischen Behörden. Die Mehrheit der Befragten wünscht sich mehr Informationen, vor allem Anweisungen zu Ausschreibungen, Best-Practice-Beispiele mit Angaben zu Kosten und Preisvergleichen sowie eine bessere Kooperation innerhalb der Wertschöpfungskette.

 

‹Die VSLI setzt sich dafür ein, öffentliche Bauherrschaften für das Bauen mit Schweizer Holz zu sensibilisieren. Ziel ist es, den Anteil von Holz bei öffentlichen Bauten prozentual zu erhöhen. Mit den Antworten, die wir aus der Umfrage erhalten haben, können wir dieses Vorhaben noch gezielter verfolgen›, sagt Schweizer. Die Umfrageauswertung ist online abrufbar.

 


Link www.vsli.ch