Kohlendioxid-Konzentration auf neuem Rekordhoch

Der Anteil an CO2 in der Atmosphäre hat 2017 einen neuen Höchstwert erreicht. Die Weltorganisation für Meteorologie WMO beziffert ihn auf 405,5 ppm – 46% über dem vorindustriellen Wert. Und: Die 20 wärmsten je gemessenen Jahre liegen laut WMO alle in den letzten 22 Jahren, wobei die letzten vier Jahre an der Spitze stehen.

Wo die Erwärmung im Zeitraum von Januar bis Oktober 2018 auf dem Globus am spürbarsten war (Messwerte der bodennahen Lufttemperatur)
Grafik WMO
 

 

Der neuste WMO-Bericht zeigt, dass das globale Temperaturmittel in den ersten zehn Monaten des Jahres 2018 fast 1 °C über dem vorindustriellen Wert lag (1850–1900). Damit ist das Jahr 2018 auf dem besten Weg, das viertwärmste seit Messbeginn zu werden. Die Beobachtung stützt sich auf fünf unabhängige Messungen. Dies teilte die WMO am vergangenen Donnerstag in Genf mit.

 

‹Wenn der Trend anhält, könnten wir bis Ende des Jahrhunderts drei bis fünf Grad höher liegen – und beuten wir alle bekannten fossilen Ressourcen aus, wird es noch einiges mehr sein›, sagte WMO-Generalsektretär Petteri Taalas. ‹Es lohnt sich, einmal mehr zu wiederholen, dass wir die erste Generation sind, die den Klimawandel begreift, und die letzte, welche die Möglichkeit hat, etwas dagegen zu tun.›

 

Jedes Zehntelgrad hat Auswirkungen

 

Den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 °C zu begrenzen, ist aus Sicht der Wissenschaft noch möglich, jedoch wären dafür Umwälzungen nötig, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat (‹unprecedented changes›). Bedingung wäre, dass bis 2050 weltweite CO2-Neutralität herrscht. Dies erklärte der Weltklimarat IPCC im Oktober bei der Vorstellung seines Berichtes zu einer Erwärmung um 1,5 °C (Lignum Journal online vom 9.10.2018).

 

Ob es ein Grad mehr oder weniger wärmer wird, erscheint dem Alltagsverstand unerheblich. Doch jeder Bruchteil eines Grades hat Auswirkungen auf die Daseinsgrundlagen der Menschen, wirkt sich aus auf ihre Versorgung mit Nahrung und Wasser und die Resilienz ihrer Lebensräume, aber auch auf die gesamte Natur, die Zukunftschancen von Arten und ganzen Ökosystemen. ‹Jedes Zehntelgrad hat Konsequenzen›, hielt die stellvertretende WMO-Generalsekretärin Elena Manaekova fest.

 


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