Verlagerung zu mittelfristigen Hypotheken

Die Zinsen für Festhypotheken haben im dritten Quartal 2018 leicht angezogen. Hypotheken mit langen Laufzeiten sind mit einem Anteil von fast 80% zwar nach wie vor am beliebtesten. Mittelfristhypotheken legen aber wieder zu. Das zeigt das Hypobarometer von Comparis.

Laufzeiten bei Festhypotheken
Grafik/Quelle comparis.ch

 

 

Zehnjährige Festhypotheken notieren im Vergleich zum Vorquartal um sechs Basispunkte höher; die Richtzinsen lagen per Ende des dritten Quartals 2018 bei 1,62%. Ebenfalls leicht höher als im Vorquartal liegen die Richtzinsen im Fünfjahresbereich. Ende des zweiten Quartals hatten sie noch bei 1,11% notiert. Im Verlaufe des dritten Quartals sind sie nun auf 1,13% gestiegen. Unverändert zeigen sich die Sätze bei den kurzfristigen Laufzeiten (0,96%). 

 

Trotz der aktuellen Tiefzinsphase schliessen Hypothekarnehmer vermehrt Hypotheken mit mittleren Laufzeiten ab. ‹Die Verschiebung der Nachfrage dürfte dem Umstand geschuldet sein, dass mittlere Laufzeiten im vergangenen Quartal immer noch zu einem Prozent abgeschlossen werden konnten›, meint Comparis-Banken-Experte Dominik Weber. Demgegenüber seien die Zinsen für zehnjährige Hypotheken stärker gestiegen. ‹Hypozinsen von einem Prozent sind eine psychologisch wichtige Schwelle›, erklärt er. Nicht wenige Hypothekarnehmer würden zuerst die monatliche Zinsbelastung definieren und dann die entsprechende Laufzeit wählen.

 

Anfang Jahr hatten die Richtzinsen noch markant angezogen und auf eine schnelle Zinswende hingedeutet. Aktuell sieht Weber jedoch makroökonomisch widersprüchliche Tendenzen, die den Zinsanstieg deutlich bremsen könnten. Da die Nationalbank nur im Gefolge der Entwicklung im Euroraum reagieren wird, sieht Weber das Tiefzinsumfeld für die Schweiz mittelfristig gefestigt. ‹Ein rapider Anstieg der Leitzinsen in der Schweiz ist unter den aktuellen Voraussetzungen ein sehr unwahrscheinliches Szenario›, so seine Schlussfolgerung.

 


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