Grosse Solaranlagen im Gegenwind

Die im Sommer 2018 veröffentlichte Markterhebung für das Jahr 2017 spiegelt die schwierige Marktsituation der Sonnenenergie vor Inkrafttreten der Energiestrategie 2050. Besonders augenfällig ist der Einbruch um fast ein Drittel bei den mittleren und grossen Fotovoltaikanlagen gegenüber 2016. Ein Lichtblick ist das leichte Wachstum bei der Solarwärme.

Die Fotovoltaik-(PV)-Verkaufszahlen sanken 2017 gegenüber dem Vorjahr um 9% auf 241 MW, was etwa einer Fläche von 1,5 Mio. m2  neu installierten Modulen entspricht. Der Branchenverband Swissolar ortet den Hauptgrund für den Rückgang in der letztes Jahr fehlenden Förderung bei mittleren und grossen Anlagen über 30 kW Leistung (–31%).

 

Besonders heftig fiel die negative Entwicklung bei Anlagen über 1 MW Leistung aus (–73%). Die Analyse nach Art der Anlagen zeigt den grössten Rückgang bei Industrie und Gewerbe (–23%) sowie Landwirtschaft (–33%). Gerade in diesen Bereichen aber gebe es viele grosse, an sich bestens geeignete Dächer, so Swissolar.

 

Demgegenüber legte das Marktsegment der PV-Kleinanlagen (unter 30 kW Leistung, ca. 200 m2) um 38% massiv zu – insbesondere bei Anlagen auf Einfamilienhäusern (+28%) und Mehrfamilienhäusern (+14%). Um 5% leicht zugelegt haben auch Kollektoranlagen zur Nutzung der Solarwärme – zum ersten Mal nach vier Jahren rückläufigen Marktes. Der Grund dafür ist die wachsende Beliebtheit solcher Anlagen zur Wassererwärmung in Mehrfamilienhäusern (+35% gegenüber Vorjahr, bezogen auf die Fläche).

 

Durchzogene Entwicklungsaussichten

 

Swissolar geht für das laufende Jahr von einem leichten Wachstum bei der Fotovoltaik aus. Trotz der seit Jahresbeginn für alle Anlagengrössen verfügbaren Einmalvergütung bleibe die Marktsituation für Grossanlagen aber schwierig. Die Wartefrist für Neuanmeldungen zur ‹grossen Einmalvergütung› ist aus Sicht von Swissolar mit mindestens sechs Jahren zu lang.

 

Hemmend wirkten sich auch die vielerorts sehr tiefen Rückliefertarife für nicht selbst verwendeten Strom aus. Diese zwängen Betreiber dazu, ihre Anlagen möglichst klein zu dimensionieren. Die Folge seien eigenverbrauchsoptimierte Solaranlagen, die nur einen kleinen Teil der verfügbaren Dachfläche nutzten.

 

Bei der Solarwärme geht Swissolar für 2018 von einem stabilen Markt aus. Positive Effekte seien insbesondere von den laufenden Revisionen der kantonalen Energiegesetze zu erwarten. Diese sehen vor, dass bei Heizungssanierungen mindestens 10% der benötigten Energie mit erneuerbaren Energien abgedeckt werden müssen.

 


Link Markterhebung Solarenergie 2017