Gold, Silber und Bronze für die Besten in Holz 2018

Gestern Donnerstag wurden in Bern die nationalen Preisträger des diesjährigen Prix Lignum geehrt. Gold geht 2018 an die Bergstation Chäserrugg im Toggenburg, Silber an das erste Holz-Hochhaus ‹S22› auf dem Suurstoffi-Areal in Risch Rotkreuz und Bronze an die Langhäuser im Freilager-Areal in Zürich. Vier Projekte teilen sich den Sonderpreis ‹Schweizer Holz› (siehe gesonderten Beitrag von heute Freitag).

Nationale Preisträger Prix Lignum 2018
Oben: Gold – Bergstation Chäserrugg, Unterwasser SG, 2015. Bauherrschaft: Toggenburg Bergbahnen AG, Unterwasser;  Architektur: Herzog & de Meuron Basel Ltd., Basel; Holzbau: Blumer-Lehmann AG, Gossau; Holzbauingenieure: Schnetzer Puskas Ingenieure AG, Basel; Pirmin Jung Ingenieure AG, Sargans; Schällibaum AG, Herisau.
Mitte: Silber – Bürogebäude Suurstoffi 22, Risch Rotkreuz ZG, 2018. Bauherrschaft: Zug Estates AG, Zug; Architektur: Burkard Meyer Architekten BSA, Baden; Holzbauingenieure, Systementwicklung und Unternehmer: Erne Holzbau, Laufenburg; Brandschutzingenieure: Makiol Wiederkehr, Beinwil am See.
Unten: Bronze – Langhäuser, Freilager-Areal, Zürich, 2016. Bauherrschaft: Zürcher Freilager AG, Zürich; Architektur: Rolf Mühlethaler Architekt, Bern; Totalunternehmer: Allreal Generalunternehmung, Zürich; Holzbau: Renggli AG, Schötz; Holzbauingenieure: Indermühle Bauingenieure GmbH, Thun.
Bilder Katalin Deér/Prix Lignum 2018 (oben) | Markus Bertschi, Zürich/Prix Lignum 2018 (Mitte) | Zeljko Gataric/Prix Lignum 2018 (unten)
 

 

Zukunftsweisende Arbeiten mit Holz bekannt machen, das ist das Ziel des Prix Lignum. Alle drei Jahre und bereits zum vierten Mal zeichnet der Preis die besten Schweizer Leistungen mit Holz aus. Zugelassen waren diesmal Bauwerke, Innenausbauten, Möbel und Kunstwerke aus der Schweiz oder dem Fürstentum Liechtenstein, die zwischen dem 1. Januar 2014 und dem 28. Februar 2018 fertiggestellt wurden.

 

Gold für touristisches Vorbild in sensibler Landschaft 

 

Die Bergstation auf dem Chäserrugg – einen Holzbau mit eigener Sprache und eigener Dimension – würdigt die nationale Jury des Prix Lignum 2018 mit Gold. Die Architekten Herzog & de Meuron entwickeln aus einer komplexen Aufgabe eine prägnante Form.

 

Der Bau oszilliert zwischen Scheune, Chalet und Gondelhalle. Das imposante Dach hält ihn zusammen. Das Gebäude hebt die klassische Zimmermannskunst auf einen neuen Massstab: imposante Auskragungen, spitz zulaufende Dachecken, riesige Balken, die auf baumähnlich sich verzweigenden Betonstümpfen lagern.

 

Die Architekten nutzen Holz exemplarisch, um in dieser Höhe zu bauen. Sie integrieren den Bestand geschickt in ein neues Ganzes, das dank dem Holz vorbildlich in die Umgebung passt. Das Resultat ist keine Event-Architektur, sondern eine kraftvolle Ruhe auf dem Berg. Und damit ein Vorbild für viele Tourismusbetreiber, die in sensiblen Landschaften bauen.

 

Silber für Höhenrekord mit Holz

 

Silber geht an das im Juli bezogene Bürogebäude ‹S22› auf dem Suurstoffi-Areal in Risch Rotkreuz. Es handelt sich um das erste Holz-Hochhaus der Schweiz. Das 36 m hohe Gebäude ist ein Leuchtturm für die Branche und zeugt von ihrer in immer grössere Dimensionen wachsenden Leistungsfähigkeit.

 

Das Projekt setzt jedes Material bewusst ein: Beton trägt den Kern, Baubuche nimmt die hohen Lasten auf, in der Fassade trägt Brettschichtholz aus Fichte und Tanne. Die Holz-Beton-Verbundelemente der Decken integrieren verschiedene Funktionen platzsparend und schaffen so einen ökonomischen Vorteil.

 

Bronze für urbanen Massstab

 

Bronze erhalten die drei Holz-Langhäuser auf dem Freilager-Areal in Zürich, welche der Berner Architekt Rolf Mühlethaler konsequent aus Holz konstruiert hat. Das ‹Freilager› treibt die Urbanisierung des Materials entschieden voran: Bis zu 100 m lang, sechs Geschosse hoch, total 187 Wohnungen. ‹So geht verträgliche Verdichtung, so geht Holzbau im 21. Jahrhundert›, fasst die Jury ihre Wertung zusammen.

 

Die aussteifenden Kerne mit Treppe und Lift sind aus Beton gebaut. Sonst bestehen die drei Bauten gänzlich aus Holz. Der Architekt entwickelt aus der repetitiven Strenge architektonische Anmut. Was uniform erscheint, zeigt nämlich näher besehen fein rhythmisierte Fassaden und eine wohlüberlegte Abstufung in der Materialisierung.

 

Erfahren Sie hier, wer die Preisträger des Sonderpreises ‹Schweizer Holz› sind

 


Link www.prixlignum.ch