Holz aus dem lokalen Wald für Steinhauser Kindergarten

Im zugerischen Steinhausen ist der neue Kindergarten Hasenberg eingeweiht worden. Er ist nicht nur schön, sondern auch besonders nachhaltig: 83,7% der 151,4 m3 Holz, die dafür verbaut wurden, stammen aus dem Wald vor Ort. Dafür gab es zur Eröffnung eine Auszeichnung mit dem ‹Herkunftszeichen Schweizer Holz›.

Kindergarten Hasenberg in Steinhausen, 2018
Der Rohstoff für den Neubau stammt zum grössten Teil aus dem hiesigen Wald. Markus Amhof, Revierförster der Waldgenossenschaft Steinhausen, überreichte dem Steinhauser Gemeinderat Andreas Hürlimann als Vertreter der Bauherrschaft dafür am 15. September die Auszeichnung ‹Herkunftszeichen Schweizer Holz›.
Bilder EMILBLAU

 

 

Die Parzelle des neuen Kindergartens liegt in einem ruhigen Wohnquartier. Der äussere Verlauf des Grundstücks wird von grossgewachsenen Spitzahornen gesäumt, die im weiteren Strassenverlauf in eine Allee übergehen. Das Volumen des Kindergartens legt sich ebenerdig auf die Parzelle, in den Halbschatten der Baumkronen. Vor- und Rücksprünge eröffnen den Dialog mit den umliegenden Gebäuden – ebenso verweisen sie auf die innenräumliche Aufteilung.

 

Der Weg in den Kindergarten führt durch einen Schmetterlingslehrgarten zu den drei Eingängen, die von Vordächern schützend überragt werden. Grosse, lichte Zutritte eröffnen helle Flure, die mit Steinböden ausgestaltet sind und in der Mitte zusammengeführt werden. Sie sind mit Holzbänken gesäumt; hier können sich die Kinder umziehen.

 

Weiter geht es vorbei an einer offenen Küche, bis schliesslich zwei grosse Räume zum Lernen, Unterrichten und Spielen einladen. Sie sind nach Osten und Süden ausgerichtet, entsprechend der Besonnung während der Unterrichtszeit. Im Bereich der Stuhlkreise im Innern der Unterrichtsräume erhebt sich das sanft geneigte Dach zu seiner maximalen Höhe, zu den Aussenwänden und Sitznischen hin senkt es sich.

 

Das Kind und seine Wahrnehmung im Fokus

 

Im Entwurfsprozess stand laut Architekt Melk Nigg das Wesen des Kindes im Vordergrund: ‹Es bewegt sich zwischen zwei koexistenten Ebenen. Einerseits hat das Kind das Bedürfnis nach Spiel, Fantasie und Geborgenheit, andererseits das Streben nach Lernen und Realität. Die Auslegung des Raumes soll beiden Bedürfnissen Rechnung tragen.›

 

So ist das Gebäude beispielsweise auf die Augenhöhe des Kindes ausgelegt. Dadurch ändern sich die Distanz zum Boden und die Wahrnehmung der Raumgrössen. Niedrige Fensterbrüstungen geben den Blick in den Garten frei. Weiche Holzoberflächen und die Akustikdecke bilden ein angenehmes Schallklima.

 

Das für das Holzgebäude verwendete Material besteht aus insgesamt 243 vom Förster geschlagenen Bäumen, die im nahe gelegenen Steinhauser Wald gewachsen sind. In der Sägerei der Region wurden sie weiterverarbeitet und anschliessend verbaut. Rottannen bilden das Tragwerk, die Innenwände zeigen sich in einer massiven Weisstannenbeplankung. Der widerstandsfähige Eschenboden lädt zum Spielen und Verweilen ein.

 


Links www.melknigg.ch | www.holz-bois-legno.ch