Sägewerke in der Schweiz sind mit Holz eingedeckt

Am Montag hat die Holzmarktkommission Schweiz die aktuelle Situation analysiert. Derzeit gelangt schweizweit sehr viel Käferholz auf den Markt. Es sind vor allem die tieferen Lagen in der Deutschschweiz betroffen. Die effektiven Mengen übersteigen frühere Schätzungen; die Lager sind übervoll. Frischholzschläge im Nadelholz sollen deshalb bis auf weiteres möglichst zurückgestellt werden.

Gemeinsame Preisempfehlung vom 10. September 2018 (Quelle HMK).
Die Holzmarktkommission Schweiz trifft sich wieder am 16. Januar 2019 zur Neubeurteilung der Lage.

 

 

Die immer noch gute Wirtschaftslage, der anhaltende Holzbauboom und eine gute Auftragslage haben dazu geführt, dass sich die Sägereien frühzeitig mit genug Rundholz eingedeckt haben. Zusätzlich zu den Sturmholzmengen vom Jahresbeginn 2018 wird Käferholz in grösseren Mengen aufgerüstet. Mit dem Holz, das laufend angeliefert wird und noch im Wald oder auf dem Feld gelagert ist, sind die Sägereien gebietsweise massiv überversorgt. Die meisten Sägereien sind bis mindestens Ende Jahr (teilweise bis März/April) mit Rundholz versorgt und benötigen zurzeit kein zusätzliches Frischholz. Im westlichen Mittelland und in der Romandie fällt witterungsbedingt deutlich weniger Käferholz an.

 

Aktuell wird das anfallende Käferholz soweit möglich sofort verarbeitet oder zwischengelagert. Solange es warm und trocken bleibt, muss mit einer weiteren Vermehrung der Borkenkäfer und der Überwinterung einer grossen Population gerechnet werden. Somit haben Forstschutzmassnahmen weiterhin absolute Priorität. Frisch gestochenes Holz muss möglichst rasch gefällt, aufgerüstet und entrindet oder der Verarbeitung zugeführt werden. Eine Lagerung ausserhalb des Waldes in ausreichender Distanz kann eine vorübergehende Alternative sein.

 

Obschon grosse Übermengen an Nadelrundholz vorhanden sind und eher schlechte Qualitäten den Markt übersättigen, werden in einzelnen Regionen allenfalls Frischholzsortimente von guter Qualität in gewissen Mengen nachgefragt. Für gute Qualitäten bekräftigen die Marktpartner die Absicht, das Preisniveau möglichst stabil zu halten und an den bestehenden Preisempfehlungen vom Januar/Juni 2018 grundsätzlich festzuhalten. Für stark verblautes, qualitativ minderwertiges Käferholz muss aber mit deutlichen Preisabschlägen bzw. Abklassierungen gerechnet werden. Im Laubholz kann der Markt dagegen bedarfsgerecht bedient werden.

 


Links www.waldschweiz.ch | www.holz-bois.ch