Berner Wald und Holz zu wenig wirtschaftlich

Die Wirtschaftlichkeit der Wald- und Holzindustrie und die Auswirkungen des Klimawandels sind zentrale Herausforderungen im Berner Wald. Das zeigt der Nachhaltigkeitsbericht 2018, der vergangenen Freitag vorgestellt wurde.

Bauen mit Holz liegt im Trend. Die Nachfrage nach Holz ist demnach vorhanden, doch die Berner Waldwirtschaft kann das Potential nicht ausschöpfen, denn die Branche ist kleinstrukturiert und wenig wirtschaftlich orientiert. Ein Drittel des Berner Waldes wird von den 97 Berner Forstbetrieben bewirtschaftet. Ihre durchschnittliche Waldfläche beträgt 556 ha. Das ist halb soviel wie im Schweizer Durchschnitt. Die restlichen zwei Drittel sind Kleinwald in der Hand von 328 öffentlichen und über 36000 privaten Eigentümern, die durchschnittlich 3 ha besitzen.

 

Für zwei von drei Berner Waldeigentümer ist der Wald keine Einkommensquelle oder sogar ein Verlustgeschäft. ‹Wir sehen deshalb grossen Handlungsbedarf in der Sozioökonomie›, sagte der Berner Volkswirtschaftsdirektor Christoph Ammann bei der Präsentation des Nachhaltigkeitsberichts 2018. Der Wald müsse nachhaltig genutzt werden – nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen, sondern um seine Schutzfunktion und seine Bedeutung als Natur- und Erholungsraum aufrechtzuerhalten.

 

Wald fit machen für den Klimawandel

 

Der Nachhaltigkeitsbericht listet seit 2008 Zahlen und Fakten zum Zustand des Berner Walds auf. Und er zeigt grossen Handlungsbedarf nicht nur aufgrund der Bedrohung durch Schadorganismen, sondern auch im Hinblick auf den Klimawandel. Darum, so Christoph Ammann, werde geforscht, welche Bäume mit dem wärmeren Klima besser zurechtkämen. ‹Adaption heisst das Stichwort: den Wald für den Klimawandel fit machen›, erklärte der Volkswirtschaftsdirektor vor den Medien. Auch dafür brauche es eine funktionierende Wald- und Holzwirtschaft.

 

‹Wichtigster Punkt dafür ist die Entwicklung von Zusammenarbeit und Innovation in der Waldwirtschaft›, zeigte sich Roger Schmidt, Vorsteher des Amts für Wald, an der Medienkonferenz überzeugt. Projekte wie die ‹Initiative Holz BE› und das Programm ‹Nachhaltige Waldwirtschaft BE› zeigten bereits Wirkung: Alle Akteure innerhalb der Wertschöpfungskette Holz setzten sich für die Verwendung von Holz aus der Region ein. Dazu komme, dass sich viele Waldbesitzer zu neuen, leistungsfähigeren Organisationen zusammenschlössen.

 


Link Nachhaltigkeitsbericht Berner Wald 2018 (PDF, 3 MB)