‹Black Box› aus Holz für das Lenzburger Stapferhaus

Lenzburg hat mit dem neuen Stapferhaus am Bahnhof einen pionierhaften Kulturbau aus Holz gewonnen. Der Bau, realisiert von pool Architekten in Zusammenarbeit mit den Holzbauingenieuren von Makiol Wiederkehr, präsentiert sich als dunkle Bühne, die sich ganz in den Dienst der Inhalte stellt.

Neubau Stapferhaus, Lenzburg
Bauherrschaft: Stiftung Stapferhaus Lenzburg
Architektur: pool Architekten, Zürich
Holzbauingenieur und Brandschutzplaner: Makiol Wiederkehr AG, Beinwil am See
Bilder Ralph Feiner, Malans

 

 

Das Lenzburger Stapferhaus geht dem nach, was unser Leben heute prägt und die Menschen bewegt. ‹Fake. Die ganze Wahrheit› lautet der Titel der ersten Ausstellung, die am 28. Oktober im neuen Haus eröffnet. Bei den Themen, die sie wählen, suchen die Ausstellungsmacher intensiv den Dialog mit den Besuchern: mit sinnlich-spielerischen Ausstellungswelten und Veranstaltungen, Workshops und Kursen, in denen man mitdiskutieren kann.

 

Mit dem Neubau startet das Stapferhaus in eine neue Ära: Es erhält für seine Ausstellungen eine eigene Spielstätte und vereinigt im neuen Haus erstmals die Ausstellungs-, Veranstaltungs- und Büroräume. Bislang befanden sich die Büroräume auf Schloss Lenzburg, wo das Stapferhaus 1960 als Tagungs- und Veranstaltungsort gegründet wurde. Mit seinen Ausstellungen zu Gegenwartsthemen war es seit 1994 in zwischengenutzten Räumen unterwegs, zuletzt siebzehn Jahre lang in einem Provisorium im Zeughaus Lenzburg.

 

Markanter Auftritt an bester Lage

 

Mit dem neuen Standort am Bahnhof erreicht das Stapferhaus die für seine inhaltliche Bedeutung adäquate räumliche Präsenz in Lenzburg. Die Gesamtanlage, bestehend aus den drei Komponenten Stapferbühne, Betriebshaus und Ausstellungshalle, ordnet das Bauwerk im städtischen Kontext. Die einfache, nachhaltige Bauweise verschafft dem Haus einen zeitgemässen Auftritt und fügt sich stimmig in das neue Bahnhofareal ein.

 

Der dunkle, hölzerne Baukörper weist mit der ablesbaren Struktur auf die grossen Räume im Innern hin. Eine innovative Holzbautechnologie sowie die modulare Elementbauweise machen es nicht nur möglich, szenografische Interventionen in den Innenräumen vorzunehmen, sondern lassen es auch zu, die Gebäudehülle als Ausstellungsfläche nutzen.

 

Flexibilität nach allen Seiten

 

Die Bühne wirkt als offen bespielbarer Eingangshof und ist zugleich Bindeglied zur Stadt. Sie kann für jede Ausstellung neu inszeniert werden und funktioniert in ihrem Normalzustand als Begegnungsort mit Café. Das dreigeschossige, vertikal gerichtete Betriebshaus ist von der Ausstellungshalle räumlich und klimatisch abtrennbar und lässt auch eine unabhängige Nutzung zu.

 

Die Ausstellungshalle ist ebenso wandelbar und kann aufgrund einer Tragstruktur mit modular aufgebauten Wand- und Deckensystemen ohne grossen Aufwand den aktuellen Bedürfnissen angepasst werden. Je nach Ausstellungskonzept gewährt sie eine grösstmögliche Flexibilität bezüglich Erschliessung und Raumhöhen.

 


Links www.stapferhaus.ch | www.poolarch.ch | www.holzbauing.ch