WaldSchweiz: Klimaschutz als Waldleistung abgelten

Der Schweizer Wald bindet laufend grosse Mengen an CO2. Diese Leistung soll etwas wert sein. Nationalrat und WaldSchweiz-Präsident Daniel Fässler (CVP/AI) erläuterte an der Delegiertenversammlung des Verbandes vom 22. Juni in Stans seinen entsprechenden Vorschlag zur Revision des CO2-Gesetzes.

Delegiertenversammlung von WaldSchweiz am 22. Juni in Stans.
Bild WaldSchweiz

 

 

Vor hundert Mitgliedern und geladenen Gästen erläuterte Fässler zu Beginn der Versammlung, was ihm aktuell auf den Nägeln brennt: nämlich die laufende Revision des CO2-Gesetzes und die Rolle des Waldes in der Klimapolitik.

 

Der Wald ist vom Klimawandel direkt betroffen. Die Spuren von Sturm Burglind, der Anfang Jahr über unser Land fegte, sind vielerorts noch sichtbar. Vermehrte Wetter-Extremereignisse, vor allem aber der schleichende Temperaturanstieg und zunehmende Trockenperioden werden den Schweizer Wald grundlegend verändern.

 

Die Fichte, der Brotbaum der Forstwirtschaft, wird beispielsweise in höhere Lagen gedrängt. Waldeigentümer und -bewirtschafter sind gefordert, mit geeigneten Bewirtschaftungsmassnahmen den Wald fit zu erhalten, so dass er seine vielfältigen Funktionen auch in Zukunft erfüllen kann.

 

Wald wirkt als CO2-Speicher

 

Gleichzeitig leistet der Wald selbst einen wesentlichen Beitrag zur Reduktion schädlicher Treibhausgase, indem er beim Holzwachstum grosse Mengen CO2 bindet. Die sogenannte CO2-Senkenleistung des Waldes als biologischer Speicher kann mit einer angepassten Bewirtschaftung sogar noch weiter gesteigert werden.

 

Auch bei einer gegenüber heute deutlich erhöhten Holznutzung wird der Vorrat im Wald, also die Holzmasse in Form von Bäumen, noch lange Zeit ansteigen. Dieser grösser werdende Waldvorrat braucht jedoch aktive Stabilitätspflege, sprich regelmässige Holznutzung.

 

Mit dieser kommt ein weiterer positiver Effekt auf das Klima hinzu: Je mehr fossile Rohstoffe oder energieintensivere Materialien durch den nachwachsenden Rohstoff Holz ersetzt werden, desto weniger CO2 wird freigesetzt.

 

Anreize zugunsten der Klimawirkung setzen

 

‹Was viele nicht wissen: Wir können den Wald gleichzeitig nutzen und verjüngen, den klimaneutralen Rohstoff Holz bereitstellen und damit fossiles CO2 reduzieren, aber auch die Holzvorräte und damit den CO2-Speicher weiter anwachsen lassen›, erläuterte Fässler.

 

Doch die CO2-Reduktion im stehenden Wald und in der verarbeitenden Holzwirtschaft müssten unbedingt separat betrachtet werden, so Fässler. Damit die Waldeigentümer sich gezielt engagierten, müsse die Politik die richtigen Anreize in Form von Abgeltungen schaffen.

 

Dafür setzt sich der WaldSchweiz-Präsident im Nationalrat ein und zählt dabei auf die Unterstützung nicht nur der Waldeigentümer, sondern auch von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

 


Link www.waldschweiz.ch