Gedämpfte Nachfrage nach Frischholz in der Industrie

Die Fachgruppe Industrieholz tagte am 2. Juli in Biel. Im Mittelpunkt der Diskussionen stand die Versorgung der Schweizer Industrieholz-Verarbeiter mit Blick auf die Lage nach Sturm Burglind und die starke Konjunkturphase.

Der Wintersturm Burglind hat mehr Holz geworfen als zunächst vermutet. Das viele Sturmholz führte dazu, dass die Lager der Holzindustrie dieses Jahr rasch voll waren und diverse Sägewerke schon früh kein zusätzliches Holz mehr annehmen konnten. Die Holzmarktkommission empfiehlt deshalb einen Einschlagstopp für Nadel-Frischholz bis mindestens Ende August (siehe gesonderten Beitrag von heute Dienstag).

 

Industrieholz-Verarbeiter wie Holzhändler beklagen Mängel in der Sortierung des eilig aufgerüsteten bzw. zu lange gelagerten Waldholzes. Die Preise für schlechtes Industrie-Rundholz seien entsprechend tief. Die Fachgruppe Industrieholz ruft die Waldbesitzer auf, Industrieholz sauber aufzurüsten und besser vom Energieholz zu trennen. Die Qualitätssortierung werde mit zunehmendem Käferholzanteil zusätzlich an Bedeutung gewinnen.

 

Produktion und Absatz im Höhenflug

 

In dieser aussergewöhnlichen Lage sei die Rohstoffversorgung für die Papier- und Plattenindustrie bis in den Herbst gesichert, so die Fachgruppe Industrieholz. Einerseits falle in den auf Hochtouren laufenden Sägewerken sehr viel Restholz an. Anderseits warteten immer noch viele Holzpolter am Waldrand auf den Abtransport. Auch die Industrieholz-Verarbeiter empfehlen der Waldwirtschaft daher, auf weitere Holzschläge zu verzichten, bis die Lager wieder auf das normale Niveau abgebaut sind.

 

Die Fachgruppe schätzt die Aussichten für Schweizer Holzwerkstoffe und Papierprodukte auch längerfristig positiv ein. Produkte aus Schweizer Holz würden zunehmend nachgefragt und verdrängten unter dem erstarkten Euro teilweise sogar ausländische Konkurrenzprodukte.

 

Eine dämpfende Wirkung auf die Papier- und Plattenproduktion hätten zurzeit einzig die begrenzten internationalen Transportkapazitäten. Die Nachfrage nach Holzpellets steige ebenfalls kräftig, die Marktpreise seien jedoch unter Druck. Die Preise für Restholz blieben wegen der hohen Nachfrage stabil oder sänken nur leicht.

 

Organisatorische Weichenstellungen

 

Die Fachgruppe diskutierte ausserdem ihre zukünftige Ausrichtung und regelte wichtige Personalien. Andreas Hurst geht diesen Sommer als Dozent an der Berner Fachhochschule in den wohlverdienten Ruhestand. Seine Nachfolge im Präsidium der Fachgruppe Industrieholz übernimmt sukzessive Birgit Neubauer-Letsch von der Berner Fachhochschule. Der im Holzhandel tätige Bernard Jermann vertritt die Schweizer Forstunternehmer in der Fachgruppe Industrieholz als Nachfolger von Bruno Ackermann.

 

Michael Gautschi, Direktor von Holzindustrie Schweiz, übernimmt das Sekretariat der Fachgruppe in Nachfolge des im letzten Herbst verstorbenen Hansruedi Streiff. Im Zuge der personellen Veränderungen werden zurzeit allfällige Synergien mit anderen holzwirtschaftlichen Gremien geprüft.

 


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