Nationalbank sorgt sich um Immobilienmarkt

Die Rufe sind nicht neu, aber sie werden lauter: Die Nationalbank hält die Risiken bei Wohnrendite-Objekten für so gross, dass sie gezielte Massnahmen bei der Kreditvergabe in diesem Segment empfiehlt. Die Gefahr einer Preiskorrektur sei darin mittelfristig vergleichsweise hoch.

‹Das weiterhin vorherrschende Thema im Mietwohnungssegment ist die anhaltend hohe Dynamik im Wohnungsneubau. Obwohl die warnenden Stimmen immer lauter werden, bleibt die Neubautätigkeit sehr rege und könnte sogar nochmals zulegen. Dahin deutet die jüngst eingegangene Anzahl Baugesuche für Mietwohnungen. Auch die steigenden Leerstandsquoten zeigen bislang keine drosselnde Wirkung auf die Anlageabsichten der Investoren.› So fasste Ende April das Beratungsunternehmen Wüest Partner die Lage im Mietwohnungsmarkt anlässlich der Vorstellung seines neusten ‹Immo-Monitorings› zusammen.

 

Die Nationalbank zeigt sich besorgt über den anhaltenden Boom bei den Wohnrendite-Objekten und mahnt die inlandorientierten Banken einmal mehr an die damit verbundenen Risiken. Diese hätten sich 2017 vor dem Hintergrund anhaltender Ungleichgewichte im Hypothekar- und Immobilienmarkt weiter erhöht. Obwohl das Hypothekarkreditvolumen insgesamt relativ schwach zugenommen habe, sei es bei den inlandorientierten Banken anhaltend stark angestiegen, hielt SNB-Vizepräsident Fritz Zurbrügg bei der Vorstellung des jüngsten Finanzstabilitätsberichts am 21. Juni fest.

 

Ferner hätten im Segment der Wohnrenditeliegenschaften die Tragbarkeitsrisiken bei den neuen Hypothekarkrediten im vergangenen Jahr deutlich zugenommen. Es seien Anzeichen beobachtbar, dass sich in diesem Segment Tragbarkeits- und Belehnungsrisiken kumulierten: Ein wesentlicher Anteil der neuen Hypotheken mit einem hohen Verhältnis zwischen Kredit und Einkommen weise gleichzeitig ein hohes Verhältnis zwischen Kredit und Belehnungswert der Immobilie auf. Solche Kredite seien besonders anfällig für eine allfällige deutliche Zinserhöhung gekoppelt mit einer Immobilienpreiskorrektur. 

 


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