Julier-Turm gewinnt Award für Marketing und Architektur

Holz räumt einmal mehr ab: Der Theaterturm auf dem Julier ist Gesamtsieger des ‹Award für Marketing + Architektur› 2018. An der Preisverleihung im KKL Luzern wurden am vergangenen Freitag sieben weitere Beispiele vorbildlicher Corporate Architecture prämiert – darunter auch der Busbahnhof Churwalden und das Tonhallen-Provisorium Maag in Zürich.

Theaterturm auf dem Julier (oben); Busterminal Churwalden (Mitte links); Tonhallen-Provisorium Maag in Zürich (Mitte rechts); Eichensaal Erweiterung Kellerei St. Jodern in Visperterminen (unten)
Bilder Bowie Verschuuren/Origen (oben) | Ritter Schumacher AG, Chur (Mitte links) | Hannes Henz, Zürich (Mitte rechts) | Thomas Andenmatten, Brig (unten)

 

 

Nachdem Origen mit dem Wintertheater in Riom bereits am ‹Award für Marketing + Architektur› 2016 einen Kategorienpreis gewonnen hat, holt die Kulturinstitution mit dem Juliertheater nun den Gesamtpreis. Er ist mit CHF 10000.– dotiert. Die Jury hat sich einstimmig dafür entschieden, das Juliertheater zum Gesamtsieger zu küren. Die Kulturinstitution Origen hat ihren Sitz im Bündner Bergdorf Riom. ‹Origen› ist rätoromanisch und bedeutet ‹Ursprung›. Origen arbeitet mit archaischen Theaterformen und interpretiert sie neu.

 

Leuchtendrotes Holz-Wahrzeichen auf dem Julier

 

Der ‹Award für Marketing + Architektur› würdigt dreidimensionale Unternehmensidentitäten. Wie Jurypräsidentin Judit Solt, Chefredaktorin der Architekturzeitschrift ‹tec 21›, in ihrer Laudatio erklärte, strahle der Origen-Turm eine ruhige, urtümliche Kraft aus, die ihresgleichen suche und alle Grenzen sprenge – auch diejenigen des Awards. Der Turm leiste in verschiedenen Kategorien einen bemerkenswerten Beitrag – sowohl als Publikumsbau als auch in der Standortentwicklung, bei den temporären Bauten oder bei der Teamleistung.

 

Entworfen wurde der 30 m hohe Turm auf 2300 m über Meer von Giovanni Netzer, der gleichzeitig Intendant von Origen ist. Unterstützt wurde er dabei vom Holzbauingenieur Walter Bieler. Entstanden ist das Bauwerk, das einige Jahre vor Ort verbleiben und in dieser Zeit ganzjährig bespielt werden soll, aus 1220 Bauteilen. Sie wurden bei der Uffer AG in Savognin vormontiert und als Schwertransport auf den Julier gebracht. Der Turm hält Windböen bis zu 240 km/h stand und trotzt auch Staublawinen. Die Zuschauer sitzen in vier Etagen im Rund übereinander.

 

Holzbauten in Churwalden und Zürich als Kategoriensieger

 

In der Kategorie ‹Standortentwicklung, Arealentwicklung, Transformationsprojekte, Aufwertungen, öffentliche Räume, Wohnen› heisst der Sieger Busterminal Churwalden. Damit wird ein zweiter Holzbau im Bündnerland geehrt. Das elegante Bauwerk ist Laden und Postauto-Terminal zugleich. Der Entwurf stammt vom Architekturbüro Ritter Schumacher AG aus Chur. Die Holzelemente wurden von der Frommelt AG in Schaan vorproduziert und vor Ort zusammengebaut. Das gesamte Holz für den Bau der Fassade stammt aus dem Wald der Hemmi Forst AG aus Churwalden.

 

Die Interimsspielstätte der Tonhalle im Zürcher Maag-Areal setzte sich in der Kategorie ‹Temporäre Bauten und Messebau› durch. In Zürich werden Tonhalle und Kongresshaus saniert. Das Tonhalle-Orchester bezog deswegen im letzten Herbst ein Provisorium für drei Jahre. Entstanden ist in der Maag-Halle eine grosse Holzbox aus Fichtenholz mit ausgezeichneter Akustik, die 1220 Sitzplätze bietet. Für die Architektur zeichnen spillmann echsle architekten ag, Zürich; als Holzbauingenieure wirkten Pirmin Jung Ingenieure AG, Rain.

 

Walliser Rebensaft im Eichensaal geniessen

 

Bemerkenswert ist auch der Eichensaal in der Erweiterung der Kellerei St. Jodern in Visperterminen, welche die Jury in der Kategorie ‹Läden, Kundencenters, Flagship-Stores› überzeugt hat und die überdies den erstmals verliehenen Publikumspreis davonträgt (Architektur: Bauatelier 12, Visp). Unter dem Gewölbe des Barriquekellers reift in Eichenfässern der bekannte Heida. Im neuen Eichensaal schafft ein Kunstwerk aus über 1500 Weinflaschen eine einmalige Stimmung.

 


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