Fotovoltaik: Eigenverbrauch eröffnet neue Märkte

Knapp ein Jahr nach dem Ja zur Energiestrategie 2050 traf sich die Solarbranche im April zu einer nationalen Fotovoltaik-Tagung. Die Gesetzesänderungen zu Jahresbeginn haben die Rahmenbedingungen für die Fotovoltaik positiv verändert. Die neu möglichen Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch über Grundstücksgrenzen hinweg eröffnen neue Märkte.

Um die Produktion erneuerbarer Energien zu fördern, gründete die Stadt Lausanne 2009 die Gesellschaft SI-REN SA. Längerfristig möchte die Stadt Lausanne über die Gesellschaft, die zu 100% in ihrem Besitz ist, einen Drittel der Gebäude in Solarkraftwerke verwandeln und damit ungefähr 30 GWh pro Jahr produzieren. Für diese vorbildliche Agenda gab es 2017 eine Auszeichnung mit dem Schweizer Solarpreis.
Bild Schweizer Solarpreis 2017

 

 

Im Schweizer Stromnetz fliessen derzeit erst 3% Solarstrom. Nach dem Ja zur Energiestrategie 2050 sind die Rahmenbedingungen für einen weiteren Ausbau geschaffen. Nachdem Solarprojekte jahrelang auf einer Warteliste blockiert blieben, können sie jetzt wieder mit einer Förderung rechnen, müssen jedoch einen relevanten Anteil ihrer Produktion selbst verbrauchen, um die Wirtschaftlichkeit sicherzustellen.

 

Interessante Neuerung für Eigenverbrauch

 

Die neu möglichen Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch über Grundstücksgrenzen hinweg stellen in dieser Hinsicht eine besondere Chance dar. Im Auftrag von EnergieSchweiz hat Swissolar in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Hauseigentümerverband und dem Schweizerischen Mieterverband den ‹Leitfaden Eigenverbrauch› erarbeitet.

 

Der Leitfaden informiert über die rechtlichen und organisatorischen Aspekte der neu im Gesetz vorgesehenen Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch. Eine Podiumsdiskussion mit Vertretern des Hauseigentümerverbands Schweiz, des schweizerischen Mieterverbands, des Verband schweizerischer Elektrizitätsunternehmen sowie der Solarwirtschaft bekräftigte an der Tagung das gemeinsame Interesse, diese innovative Lösung voranzubringen.

 

Solarenergie als Teil der Gebäudehülle

 

Auf den Dächern und Fassaden der Schweiz könnte rund die Hälfte des Strombedarfs mit Solarmodulen erzeugt werden. Immer häufiger wird es zur Selbstverständlichkeit, dieses Potential zu nutzen, wie eine Reihe von Vorträgen zeigte. Auf besonderes Interesse stiess die vorgestellte Fallstudie anhand der Stadt Carouge, die aufzeigt, wie sich Denkmalschutz und Solarenergienutzung kombinieren lassen.

 

Die Schweizer Forschung und Industrie im Bereich Fotovoltaik zählt schon seit Jahren zur Weltspitze. Zwei Vorträge an der nationalen Tagung machten die wichtige Rolle der Fachhochschulen klar. Weitere Referate zeigten, dass in den kristallinen Silizium-Solarzellen, die weit über 90% des Markts abdecken, immer noch ein grosses Potential zur Steigerung der Wirkungsgrade schlummert.

 


Link www.swissolar.ch/pv2018