Rudolf Olgiati, Architekt und Kulturgütersammler

Der Architekt Valerio Olgiati ist weit bekannter als sein Vater Rudolf. Doch dieser war es, der mit einer Schenkung hölzerner Kulturgüter aus der Baugeschichte Graubündens an die Gemeinde Flims den Anstoss gab für die aufsehenerregende Umgestaltung des ‹Gelben Hauses› an seinem Wohn- und Wirkungsort durch seinen Sohn, die Ende der neunziger Jahre international für Schlagzeilen sorgte.

Rudolf Olgiati
Holzart: Lärche
Wo die Lärche bei uns wächst
Bild Michael Meuter, Zürich

 

 

Begegnen Sie in der Sommerzeit zwanzig Menschen, die aus ganz besonderem Holz geschnitzt sind. Die diesjährige Lignum-Sommerserie stellt die grossen Schweizer Persönlichkeiten aus Geschichte und Gegenwart vor, welche der Zürcher Künstler Inigo Gheyselinck für die Aktion #WOODVETIA für mehr Schweizer Holz geschaffen hat. Alle Kunstwerke sind derzeit an der 7. Triennale der Skulptur in Bad Ragaz zu sehen.

 

 

Der 1910 in Chur geborene Architekt Rudolf Olgiati lebte und arbeitete ab 1944 in Flims. Seine Bauten suchen eine Verbindung zwischen der Bündner Bautradition, der Architektur des griechischen Altertums und der von Corbusier geprägten Moderne.

 

Zeit seines Lebens trug Olgiati aber auch hölzerne Gegenstände der Baugeschichte Graubündens zusammen: Türen und Tore, Kästen und Fenster fanden Eingang in seine Sammlung.

 

Ein Vermächtnis mit Auflagen

 

Kurz vor seinem Tod 1995 vermachte Rudolf Olgiati einen Teil seiner umfangreichen Kulturgütersammlung – sie umfasste am Ende etwa 1500 Objekte – der Gemeinde Flims mit der Auflage, das mitten im Dorf stehende ‹Gelbe Haus› nach seinen Vorstellungen umzubauen.

 

Inbesondere forderte er, das Haus ‹von zuoberst bis zuunterst weiss anzustreichen›. 1997 erhielt sein Sohn Valerio Olgiati von der Gemeinde Flims den Architekturauftrag zur aufsehenerregenden Neugestaltung des Hauses.

 

Spektakuläre architektonische Geste

 

Die Architektur des ‹Gelben› (nunmehr eben weissen) Hauses sorgte für nationales und internationales Aufsehen. ‹Spektakulär weiss hebt sich der bis aufs Mauergerippe abgespitzte Klotz mitten im Feriendorf Flims von seiner baulichen Umgebung ab.

 

Er ist ein Blickfang von fast surrealer Wirkung. Vor allem dann, wenn er im gleissenden Tageslicht leuchtet. ‹Flims hat ein Wahrzeichen – eines, das sich ungeniert aufdrängt›, urteilte nach der Vollendung des Umbaus etwa die ‹Basler Zeitung›.

 


Links Die Woodvetia-Figuren im Überblick | Ausstellung in Bad Ragaz | Herkunftszeichen Schweizer Holz