Lux Guyer, Architekturpionierin

Lux Guyer war die erste selbständige Architektin der Schweiz und Schöpferin eines Musterhauses aus Holz, das in den zwanziger Jahren Furore machte. Die #WOODVETIA-Figur von Lux Guyer wurde aus einem 95 Jahre alten Nussbaum gefertigt, der in der Nähe der ETH Zürich-Hönggerberg gewachsen ist, wo sich das Departement Architektur der ETH befindet.

Lux Guyer
Holzart: Nussbaum
Wo der Nussbaum bei uns wächst
Bild Michael Meuter, Zürich
 

 

Begegnen Sie in der Sommerzeit zwanzig Menschen, die aus ganz besonderem Holz geschnitzt sind. Die diesjährige Lignum-Sommerserie stellt die grossen Schweizer Persönlichkeiten aus Geschichte und Gegenwart vor, welche der Zürcher Künstler Inigo Gheyselinck für die Aktion #WOODVETIA für mehr Schweizer Holz geschaffen hat. Alle Kunstwerke sind derzeit an der 7. Triennale der Skulptur in Bad Ragaz zu sehen.

 

 

Lux Guyer, 1894 in Zürich geboren, besuchte 1916/17 Kurse für Innenarchitektur bei Wilhelm Kienzle an der Kunstgewerbeschule Zürich und begann sich durch ihre gestalterische Arbeit für Architektur zu interessieren.

 

Sie eignete sich ihr Wissen 1917/18 als Fachhörerin an der ETH Zürich und als Mitarbeiterin in verschiedenen Architekturbüros in Zürich und Berlin an. Studienreisen führten sie 1918–1924 nach Paris, London und Florenz. Als Lux Guyer 1924 in Zürich ein eigenes Büro eröffnete, zählte sie zu den ersten Architektinnen in der Schweiz.

 

Bauen nach den Bedürfnissen berufstätiger Frauen

 

Guyers Hauptthema war der Wohnungsbau. Ihre Architektur zeichnet sich durch hohe Durchdachtheit und Modernität aus, wobei klassische Raumaufteilungen fallen. Ihre Ansätze, mit vorgefertigten Systemen das Bauen kostengünstiger zu gestalten und mittels ausgeklügelter Raumorganisation die Hauswirtschaft zu erleichtern, rücken sie in die Nähe des Neuen Bauens.

 

1930 heiratete sie den Bauingenieur Hans Studer und brachte 1933 ihren Sohn Urs zur Welt. Selber berufstätige Mutter, wehrte sie sich gegen gesellschaftliche wie kulturelle Vorurteile und schuf Architektur, welche die Bedürfnisse der berufstätigen Frau miteinbezog.

 

Langlebiges Saffa-Haus

 

Im Jahr 1926 entwarf Lux Guyer im Auftrag der Zürcher Frauenzentrale die Frauenwohnkolonie Lettenhof in Zürich. Ein Jahr darauf wurde sie zur Chefarchitektin der ersten Schweizerischen Ausstellung für Frauenarbeit (Saffa) in Bern ernannt. Im Rahmen dieser Ausstellung von 1928 in Bern gestaltete Guyer das Saffa-Musterhaus – ein Gebäude im Holzystembau.

 

Bautechnisch gehört es zur ersten Generation von Fertighäusern aus Holz in der Schweiz. Guyer sah es als zeitgerechtes, günstiges und behagliches Einfamilienhaus für den Mittelstand. Das Saffa-Haus stand nach der Ausstellung rund 80 Jahre in Aarau und befindet sich heute in Stäfa, wo es als Eltern-Kind-Zentrum genutzt wird.

 


Links Die Woodvetia-Figuren im Überblick | Ausstellung in Bad Ragaz | Herkunftszeichen Schweizer Holz