Kathrin Altwegg, Weltraumforscherin

Kathrin Altwegg hat mit ihrem Beitrag zur europäischen Kometensonde ‹Rosetta› Wissenschaftsgeschichte geschrieben. Grosses Aufsehen erregte 2014 die Untersuchung der Oberfläche des Kometen Tschuri: Sie lässt darauf schliessen, dass Leben grundsätzlich an vielen Orten im Universum entstehen könnte.

Kathrin Altwegg
Holzart: Hagebuche
Wo die Hagebuche bei uns wächst
Bild Michael Meuter, Zürich

 

 

Begegnen Sie in der Sommerzeit zwanzig Menschen, die aus ganz besonderem Holz geschnitzt sind. Die diesjährige Lignum-Sommerserie stellt die grossen Schweizer Persönlichkeiten aus Geschichte und Gegenwart vor, welche der Zürcher Künstler Inigo Gheyselinck für die Aktion #WOODVETIA für mehr Schweizer Holz geschaffen hat. Alle Kunstwerke sind derzeit an der 7. Triennale der Skulptur in Bad Ragaz zu sehen.

 

 

Eigentlich wollte Kathrin Altwegg, Jahrgang 1951, aufgewachsen als Arzttochter in Balsthal, Schiffskapitänin werden. Oder Archäologin, weswegen sie am Gymnasium neben Griechisch und Latein auch Hebräisch büffelte. Doch dann entschied sie sich für die Naturwissenschaften und nahm Anfang der siebziger Jahre in Basel das Physikstudium auf – als einzige Frau ihres Jahrgangs.

 

Einstieg in die Astronomie mit ‹Giotto›

 

Nach dem Doktorat bei der ersten Basler Physikprofessorin Iris Zschokke zog sie mit ihrem späteren Mann, ebenfalls Physiker, in die USA und widmete sich der physikalischen Chemie. Erst nach ihrer Rückkehr in die Schweiz kam sie in Kontakt mit der Astronomie: Sie arbeitete in Bern an der Auswertung der Daten mit, welche die Raumsonde ‹Giotto› gesammelt hatte. Diese war 1986 am Kometen Halley vorbeigeflogen. Von da an liessen die Kometen Kathrin Altwegg nicht mehr los.

 

Mit ‹Rosetta› auf Tschuri gelandet

 

1996 wurde Altwegg Leiterin des Teams, welches das Rosina-Massenspektrometer der europäischen Kometensonde ‹Rosetta› konstruierte, die im Sommer 2014 den Kometen Tschuri erreichte und ihn in der Folge zwei Jahre lang detailliert unter die Lupe nahm, bevor sie auf der Oberfläche aufsetzte – unsanft und ohne die Möglichkeit, wieder abzuheben, da sie dafür nicht konstruiert war. Doch bis zuletzt funkte die Sonde zur Erde, welche Substanzen es bis hinunter auf die Oberfläche des Kometen gab.

 

Kometen als Wegbereiter des Lebens?

 

Erstaunlicherweise fanden sich da eine ganze Menge organischer Stoffe, etwa die Aminosäure Glycin oder der DNA-Baustein Phosphor, ein unabdingbares Element des Lebens. Man kann deshalb vermuten, dass Kometen überall im Weltall Vorformen des Lebens verbreiten. Vielleicht hat auch auf unserem Planeten der Einschlag eines damit befrachteten Himmelskörpers die Voraussetzungen für die Entstehung von Leben geschaffen.

 


Links Die Woodvetia-Figuren im Überblick | Ausstellung in Bad Ragaz | Herkunftszeichen Schweizer Holz