Lignum Zürich geht mit Elan in ihr fünftes Jahr

Die Lignum Zürich lenkt den Blick immer wieder auf bedeutende neue Holzbauprojekte im Kanton und setzt sich dezidiert für die regionale Nutzung des Rohstoffs ein. Vergangene Woche versammelten sich die Mitglieder im Agrovet-Strickhof Lindau. Dort sind eine ganze Reihe von Neubauten entstanden, für welche der Staatswald das Holz zur Verfügung stellte.

Impressionen von der Besichtigung der Neubauten am Standort Lindau des Agrovet-Strickhofs an der Mitgliederversammlung der Lignum Zürich vom 8. Mai.
Bilder Michael Meuter, Zürich

 

 

Seit vier Jahren gibt es im Kanton Zürich wieder eine Lignum, die den Roh- und Baustoff Holz in diesem für den Holzbau sehr wichtigen Raum spürbar vertritt. Präsident Hansbeat Reusser liess in seinem mündlich vorgetragenen Jahresbericht die Highlights des vergangenen Jahres noch einmal kurz Revue passieren und vergass dabei nicht, auch kleinere Ereignisse in Erinnerung zu rufen – etwa die Beteiligung an der Lancierung der Escher-Statue im Rahmen der Aktion #WOODVETIA für mehr Schweizer Holz im HB Zürich (Lignum Journal online vom 22.2.2017).

 

Schwerpunkte der Tätigkeit waren 2017 das Fachforum ‹Zukunft Holzbau› vom 10. März an der WOHGA Winterthur, eine Begehung des Strickler-Areals am 4. April in Horgen mit Fokus auf das Vergaberecht im Holzbau, die ‹Tage des Schweizer Holzes› vom 15.–17. September mit einem Fachanlass an der ETH sowie die Besichtigung des derzeit grössten Holz-Wohnbaus der Schweiz, der Überbauung ‹sue & til› in Winterthur mit rund 300 Wohnungen, am 31. Oktober.

 

Klotzen statt kleckern für den Prix Lignum 2018

 

Die Versammlung genehmigte einstimmig den Jahresbericht und die Jahresrechnung 2017, die mit einem Plus von CHF 3181.– schliesst. Lange wird der Überschuss allerdings nicht Bestand haben: Das Budget 2018 sieht einen Verlust von CHF 17000.– vor. Denn für die regionale Preisverleihung des Prix Lignum 2018 will die Lignum Zürich nicht knausern – vorgesehen ist ein Anlass im Landesmuseum in Zürich, der Ende September ins Tuch gehen wird.

 

Die anwesenden Mitglieder verabschiedeten wiederum einstimmig Budget und Jahresprogramm 2018. Zwei Veranstaltungen daraus haben bereits stattgefunden: eine Begehung des Hagmann-Areals in Winterthur unter Verleihung einer Auszeichnung ‹Herkunftszeichen Schweizer Holz› (HSH) sowie ein Fachanlass unter dem Titel ‹Schweizer Holz ausschreiben – ein Kinderspiel?› im Kindergarten Räsch in Obfelden, der im Mai 2017 eine HSH-Auszeichnung erhalten hat.

 

Neben der bereits erwähnten regionalen Prix-Lignum-Veranstaltung im September steht im Oktober noch einmal eine Fachveranstaltung unter dem Fokus ‹Mehr Holz aus eigenen Wäldern› in Winterthur auf dem Programm. Nach dem Ausblick auf die kommenden Tätigkeiten folgten Wahlen: Der Vorstand der Lignum Zürich wurde in corpore für eine neue Amtsdauer von vier Jahren bestätigt. Ebenso wiedergewählt wurde einstimmig Hansbeat Reusser als Präsident.

 

Milchwirtschaft mit Roboter und Computer

 

Im Nachgang zur Mitgliederversammlung der Lignum Zürich bot sich Gelegenheit zu einer Begehung des Agrovet-Strickhof-Standorts Lindau unter der kundigen Führung von Matthias Schick, Bereichsleiter Tierhaltung und Milchwirtschaft. Agrovet-Strickhof ist eine Kooperation in Bildung und Forschung des Kompetenzzentrums für Land- und Ernährungswirtschaft Strickhof, der ETH und der Universität Zürich mit vier Standorten.

 

In Lindau liefern modernste Forschungsanlagen für die universitäre Bildung und Forschung im Bereich Agrar- und Veterinärwissenschaften Ergebnisse zu wirtschaftlichen und umweltfreundlichen Nutztiersystemen im Massstab 1:1 und in höchster Auflösung. In einem topmodernen Versuchsstall überlässt man das Melken der Kühe einem Roboter und überwacht die gesamte Milchproduktion über das Smartphone. In Respirationskammern für Gross- und Kleintiere wird deren Stoffwechsel bis zum letzten Molekül vermessen.

 

Holz aus dem Zürcher Staatswald

 

2015–2017 entstanden für die Forschungsanlagen in Lindau eine ganze Reihe grosser Neubauten. Das Bauprogramm umfasste einen Milchviehstall, einen Jungvieh- und Rindermaststall, ein Stoffwechselzentrum, Büro- und Laborgebäude, ein Forum, eine Stroh- und Trockenfutterlager sowie Futtersilos. Letzte Teile der im Herbst 2017 eröffneten Neubau-Gesamtanlage stehen noch im Bau.

 

Die Tragkonstruktionen sind in einer Mischbauwese gefertigt: die Sockelbereiche bestehen aus Beton, die Dächer aus Holz, dies bei den Ställen in markanter Shed-Form. Verbaut wurden ungefähr 3000 m3 Holz, das der Kanton Zürich zur Verfügung stellte, wie Erwin Schmid, Leiter Staatswald des Kantons Zürich, in einem einleitende Referat erklärte.

 

Ivan Brühwiler von Josef Kolb AG gab vor dem Rundgang einen Einblick in Fragen des Holzbauengineerings. Alfred Kammerhofer, Leiter Sektion Holz- und Waldwirtschaft im Bundesamt für Umwelt BAFU, orientierte als weiterer Referent an der Versammlung über die Holzförderung des Bundes.

 


Link www.lignum-zh.ch