In Tokio sollen die Bäume in den Himmel wachsen

‹Changing Cities into Forests› lautet die Parole, mit der das japanische Forstunternehmen Sumitomo Forestry Co. antritt. Für Aufsehen sorgt derzeit sein Plan für ein 350 Meter hohes Holz-Hochhaus in Tokio. Entstehen würde es zwar erst bis 2041, mehr als blosse Phantasie ist es dennoch.

Visualisierung Sumitomo Forestry Co.

 

 

Zu seinem 350. Unternehmensgeburtstag im Jahr 2041 will Sumitomo Forestry Co. Japan etwas Besonderes schenken: ein üppig begrüntes Hochhaus in einer Mischkonstruktion aus 90% Holz – insgesamt würden davon rund 185000 m3 benötigt – sowie aus 10% Stahl. 350 m und 70 Geschosse hoch würde der unter dem Kürzel ‹W350› gehandelte Bau in den Himmel schiessen. Innen wäre der Baustoff Holz unverfälscht erlebbar. Die Begrünung würde das Gebäude bis zuoberst mit der Erde verbinden, aus der es sich erhebt; Balkone und Terrassen würden auch weit oben Habitate für urbane Biodiversität bilden und den Menschen Gelegenheit bieten, sie zu erleben.

 

Der Entwurf kommt aus dem Tsukuba Research Institute, der firmeneigenen Forschungszentrale. Mitgearbeitet haben Architekten und Ingenieure von Nikken Sekkei. Warum man die Stadt neu als Wald denken soll: nicht allein der Flora und Fauna wegen, die von der Begrünung des urbanen Raums profitiert und deren Gedeihen die Städter mit der Natur verbindet, sondern vor allem im Hinblick auf die Rolle des Rohstoffs Holz, der grosse Mengen an CO2 natürlich und langfristig zu binden vermag und damit anders als gängige Baumaterialien das Klima schont, statt es zu belasten. 100000 Tonnen Kohlendioxid würden mit dem Bau des ‹W350›  dauerhaft fixiert.

 

Zugleich würde die Belebung der dümpelnden Forstwirtschaft dem Land wirtschaftlich Schub geben. Japan ist nämlich zu mehr als zwei Dritteln von Wald bedeckt. Allerdings kämen nur etwa 30% des für Bauzwecke verwendeten Holzes aus japanischen Wäldern, so Sumitomo. Zwar gehe die öffentliche Hand mit der Förderung der Holzanwendung für eigene Bauten seit 2010 mit gutem Beispiel voran, dennoch blieben riesige Bestände Japanischer Zedern, die nach dem Zweiten Weltkrieg gepflanzt worden und jetzt im besten Erntealter seien, ungenutzt im Wald stehen. Japan müsse sich unbedingt daran machen, die tiefe Kluft zwischen jährlichem Zuwachs im Wald und Erntemenge zu schliessen.

 


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