Schweizer Holzbau-Know-how schafft Highlight in Cambridge

Der Freiform-Holzbau der ‹Cambridge Mosque› schlägt in England eine faszinierende Brücke zwischen der islamischen und der westlichen Welt. Auf einer Fläche von 4000 m2 bietet der riesige Gebetsraum Platz für 1000 Personen. Im Bauwerk stecken Schweizer Know-how und Holzbau-Engineering.

Moschee in Cambridge, England
Wie Bäume streben die 30 frei geformten Holzsäulen des Tragwerks in die Höhe und verbinden sich in der gitterartigen Deckenstruktur zu einem immensen Flechtwerk. Die Fassade des Komplexes wird in Backstein ausgeführt und fügt sich damit in den bestehenden Kontext ein. 
Visualisierung Architekten | Quelle blumer-lehmann.ch

 

 

Das Londoner Architekturbüro marks barfield architects entwickelte die Idee und das Konzept für die Architektur des Bauwerks. Für die Umsetzung kontaktierten die bekannten Architekten, die übrigens auch das Londoner Wahrzeichen ‹London Eye› schufen, die Gossauer Blumer-Lehmann AG bereits im Jahr 2012. In beratender Funktion unterstützte deren Free-Form-Team daraufhin während der Entwicklungsphase die Planer. 2015 wurde der Auftrag für Holzbauplanung, Produktion und Montage schliesslich ausgeschrieben und ein Jahr später definitiv an die Blumer-Lehmann AG vergeben.

 

Die Verwendung des Werkstoffes Holz für den gesamten Bau folgt einerseits aus dem Nachhaltigkeitskonzept für die Moschee, das beispielsweise auch Energieerzeugung durch Fotovoltaik sowie Meteorwassersammlung vorsieht. Anderseits gewinnen die Räume durch den lebendigen Werkstoff an Atmosphäre und Ausstrahlung. Ins Tragwerk eingelassen sind Oberlichter, die für natürlichen Lichteinfall sorgen und dem Raum zusätzliche Behaglichkeit verleihen.

 

Präzise Koordination von Produktion, Montage und Logistik

 

‹Die einzelnen Holzbauelemente haben wir in unserem Werk in der Schweiz auf verschiedenen Produktionsanlagen und in unterschiedlicher Holzbauweise angefertigt. Das Dach besteht aus einer Rippenkonstruktion, die Innen- und Aussenwände sind im Holzrahmenbau ausgeführt. Für die Aussenwände, das Dach und die Decken kommt Brettsperrholz zum Einsatz. Das eindrückliche Tragwerk besteht aus rund 3000 frei geformten Bauteilen›, erklärt Projektleiter Jephtha Schaffner von Blumer-Lehmann AG.

 

Die Vielfalt an Elementen bedingte eine absolut präzise Koordination von Produktion, Montage und Logistik. Immerhin legten die Holzelemente auf ihrer siebentägigen Reise von Gossau nach Cambridge knapp 1500 Kilometer zurück. Bis zum Abschluss der Bauarbeiten des Blumer-Lehmann-Teams Ende 2017 waren insgesamt 80 Lastwagenladungen mit knapp 3800 einzelnen Bauelementen auf der Strasse sowie zwischen Rotterdam und Hull in England auf dem Seeweg unterwegs. Vollständig fertiggestellt wird das staunenswerte Bauwerk bis Ende dieses Jahres.

 


Link www.blumer-lehmann.ch