Voraussetzungen für den Holzbau schaffen

Das internationale Projekt ‹leanWOOD› untersucht die Herausforderungen, welche das Bauen mit Holz unter Planungsprozessen zu bewältigen hat, die zumeist noch auf konventionelle Bauweisen ausgelegt sind, und präsentiert Lösungsvorschläge für das Planen im vorgefertigten Holzbau. Verschiedene Publikationen vermitteln die Ergebnisse.

Eine ganze Palette an Projekt-Publikationen steht als Download von der Website des Kompetenzzentrums Typologie & Planung in Architektur (CCTP) der Hochschule Luzern zur Verfügung (siehe Link am Schluss des Textes).

 

 

Holz ist ein Schlüsselmaterial für nachhaltiges Bauen. Trotzdem wird das Potential des vorgefertigten Bauens mit Holz noch bei weitem nicht ausgeschöpft. Das internationale Projekt ‹leanWOOD – Planen und Kooperieren für den vorgefertigten Holzbau›, an dem das Kompetenzzentrum für Typologie & Planung in Architektur (CCTP) der Hochschule Luzern gemeinsam mit deutschen, französischen und finnischen Partnern aus Forschung und Wirtschaft beteiligt war, sichtet die Gründe, mögliche Massnahmen sowie beispielhafte Prozess- und Kooperationsmodelle.

 

Planungs- und Bauprozesse neu denken

 

Die Vielfalt der Produktpalette und der Möglichkeiten in der Produktion durch die unterschiedlichen Fertigungsstrassen der Holzbauunternehmen erfordern, dass Fertigungs- und Montagespezifika bereits im Entwurf berücksichtigt werden. Damit muss zum Beispiel der Holzbauingenieur zu einem früheren Zeitpunkt wesentlich detaillierter planen, als es in der Gebäudetechnik üblich ist.

 

Die notwendige Synchronisation der Detailplanung der unterschiedlichen Disziplinen ist ein weiteres Kennzeichen einer sogenannten holzbaugerechten Planung. Es zahlt sich aus, dafür den angemessenen Zeitraum einzuplanen, denn die Gesamtprojektlaufzeit profitiert durch wesentliche Einsparungen in der Umsetzung vor Ort.

 

Standardisierung im Holzbau vorantreiben

 

Die breite Produktpalette im vorgefertigten Holzbau ist einerseits ein grosser Vorteil. Jedoch erschwert sie die Etablierung von Standards für Bauteile und Aufbauten. Jedes Holzbauunternehmen bevorzugt – je nach Produktionsmöglichkeiten, Zuliefernetzwerk und Erfahrungsschatz – eigene Aufbauten und Details, was eine firmenunabhängige Planung für Architekten schwierig macht.

 

Das Team des Projekts ‹leanWOOD› untersuchte den Umsetzungsstand der Standardisierung im Holzbau in Europa und stellte fest, dass es einige gute Ansätze gibt: zum Beispiel dataholz.com, RunkoPES oder den Lignum-Bauteilkatalog lignumdata.ch. Die Entwicklung muss auf die sukzessive Implementierung von Building Information Modeling zielen.

 

Spielräume bei Vergabe- und Kooperationsmodellen nutzen

 

Wird ein Holzbauunternehmen in die Planung vor der Ausschreibung einbezogen, ist dieses von der späteren Vergabe ausgeschlossen. Mit der sogenannten informellen Beratung im Vorfeld bewegen sich viele Planende, Bauherrschaften und Unternehmen im rechtlichen Graubereich.

 

Das Projekt ‹leanWOOD› hat unterschiedliche Vergabe- und Kooperationsmodelle in der Schweiz, in Deutschland und Österreich untersucht und zeigt die optimalen Einsatzbereiche für eine Reihe von geeigneten Modellen auf. Es gilt, einen Qualitäts- statt einen Preiswettbewerb zu etablieren, damit gestalterische Qualität und Wirtschaftlichkeit zusammenfinden.

 


Link Publikationen aus dem Projekt ‹leanWOOD›