Alpiner Schutzwaldpreis für St. Galler Generationenprojekt

Anfang Monat hat die Arbeitsgemeinschaft Alpenländischer Forstvereine zum zwölften Mal den Alpinen Schutzwaldpreis Helvetia verliehen. 22 Projekte und Ideen aus Deutschland, Italien, Österreich und der Schweiz wurden eingereicht. Die über Jahrzehnte aufgebaute Amdener Aufforstung ‹Buech› hat die internationale Jury in der Kategorie ‹Erfolgsprojekte› überzeugt.

Aufforstung Buech, Amden
Im Kanton St.Gallen sind 60000 ha oder 31% der Kantonsfläche mit Wald bestockt. Davon sind wiederum 62% oder 37500 ha Schutzwald.
Bild wald.sg.ch

 

 

Nur dank Schutzwäldern können Menschen in vielen Gebieten der Alpen überhaupt leben und arbeiten. Der Alpine Schutzwaldpreis Helvetia will das Bewusstsein für die Bedeutung des Schutzwaldes fördern. Ins Leben gerufen hat ihn die Arbeitsgemeinschaft alpenländischer Forstvereine. Helvetia engagiert sich seit 2011 für den Erhalt und die Aufforstung von Schutzwäldern.

 

Dank der von Helvetia unterstützten Projekte sind insgesamt rund 280000 Bäume in Deutschland, Italien, Österreich und der Schweiz gepflanzt worden. Seit 2014 ist die Versicherungsgruppe Helvetia Hauptsponsor des Schutzwaldpreises. Das Unternehmen engagiert sich seit vielen Jahren für die Pflege und den Erhalt alpiner Schutzwälder.

 

Erfolg in Amden nach 60 Jahren Arbeit

 

Ergänzend zur technischen Lawinenverbauung nutzt die St. Galler Gemeinde Amden seit vielen Jahren die schützende Funktion des Waldes, um Lawinenanrisse zu verhindern. 1954 bis 1964 und als Ergänzung 1984 wurde unten an die Lawinenverbauung Mattstock angrenzend die 10 ha grosse Aufforstung ‹Buech› angelegt. Sie verhindert Lawinenabgänge aus dem Gebiet Buech, welche das Dorf Amden erreichen könnten.

 

Schneehöhen bis 5 m und sehr starkes Schneegleiten und -kriechen führten in der Folge immer wieder zu empfindlichen Rückschlägen. Dank gezielter Pflegeeingriffe und temporärer Holzverbauungen gegen die schneemechanischen Einwirkungen hat die Aufforstung aber nach etwa 60 Jahren den Durchbruch geschafft. Sie ist heute grösstenteils gesichert und erfüllt die Schutzfunktion.

 

Wald als Grundschulstoff

 

Die Volksschule Imst Unterstadt aus Tirol trägt mit ihrem Projekt ‹Der Wald schützt, nützt und bildet› einen Preis in der Kategorie ‹Schulprojekte› davon. Es vermittelt den Volksschülern während ihrer vierjährigen Grundschulzeit fundiertes Wissen über die Bedeutung des Ökosystems Wald. Mit Aktivitäten im eigenen Stadtwald wird der Bezug zum unmittelbaren Lebensraum hergestellt.

 

In der Kategorie ‹Öffentlichkeitsarbeit, Innovation und Schutzwaldpartnerschaften› erschien der Jury das Projekt ‹Vogelschutz im Bergwald› preiswürdig. Es ist ein Gemeinschaftsunternehmen des Naturparks Karwendel und des Forstbetriebs Oberinntal der Österreichischen Bundesforste AG und setzt Ergebnisse aus vogelkundlicher Erhebungen im Naturpark Karwendel in forstliche Massnahmen um.

 

Sonderpreis für Berchtesgadener Alpennationalpark

 

Der Sonderpreis der Jury geht an den bayerischen Alpennationalpark Berchtesgaden. Die Salinenwirtschaft und die Jagd sind die wichtigsten Gründe dafür, dass die Baumbestände in dem von Fichten dominierten Park oft von Schälschäden betroffen sind.

 

Am Beispiel des Steinbergs oberhalb der Gemeinde Ramsau zeigte sich, dass mit einer gezielten Jagd, ergänzt durch eine künstliche Verjüngung von Buche und Tanne in Femelstellungen, die Fichtenbestände erfolgreich zu Mischwäldern erweitert werden können. So wurde die Schutzwirkung erhalten und die Biodiversität gefördert.

 


Links www.arge.forstvereine.eu | www.helvetia.com