Ein ‹Chindsgi› aus dem Schweizer Wald

In der St. Galler Gemeinde Rorschacherberg freuen sich Kinder wie Eltern über den gelungenen neuen Kindergarten Wildenstein. Er ist besonders nachhaltig gebaut: denn er besteht zu über 85% aus Holz, das in Schweizer Wäldern herangewachsen ist. Dafür hat der Neubau eine Auszeichnung mit dem ‹Herkunftszeichen Schweizer Holz› erhalten.

Schulgebäude mit Kindergarten ‹Wildenstein III›, Rorschacherberg, 2017
Oben: Das eingeschossige Gebäude löst sich strassenseitig vom Terrain ab und akzentuiert leicht schwebend die prägnante Geländekante (Bauherrschaft: Politische Gemeinde Rorschacherberg; Architektur und Bauleitung: Jaeger Koechlin Architekten, Basel; Holzbauingenieur: Pirmin Jung Ingenieure AG, Sargans; Holzbauunternehmen: PM Mangold AG, Ormalingen). Unten: Schulpräsident Markus Fässler (links) und Gemeindepräsident Beat Hirs sind sichtlich stolz auf die Auszeichnung mit dem ‹Herkunftszeichen Schweizer Holz›.
Bilder Roman Keller, Zürich (oben) | Jaeger Koechlin Architekten, Basel (unten)

 

 

Die Schulanlage Wildenstein liegt an erhöhter Lage in Rorschacherberg am Bodensee und umfasst einen Kindergarten, ein Primar- und ein Sekundarschulhaus. Mit dem Neubau ‹Wildenstein III› wurde zusammen mit den beiden bereits bestehenden Schulgebäuden eine neue Einheit gebildet. Einerseits definiert der Neubau den Zugang des Schulareals, andererseits bildet er den talseitigen Abschluss, dessen Weitenwirkung dem öffentlichen Charakter der gesamten Schulanlage gerecht wird. Mit seiner feingliedrigen Fassade und dem Schmetterlingsdach fügt sich das Gebäude sanft in die Topografie und den heterogenen Kontext der bestehenden Schulanlage ein.

 

Das Gebäude bietet den Kindern eine überschaubare Welt mit einer intensiven Beziehung zum Aussenraum und zur Natur. Es weist eine klare Raumstruktur auf und gliedert sich in drei zur Wildensteinstrasse parallel verlaufende Raumschichten. Ein schmaler und 40 m langer Erschliessungs-, Begegnungs- und Aufenthaltsraum definiert als erste Raumschicht den Empfang im Gebäude. Die mittlere Raumschicht nimmt sämtliche Neben- und Büroräume auf. Schliesslich eröffnet die dritte Raumschicht mit den drei Haupträumen den Blick über den Bodensee.

 

Mit Rücksicht auf das Wohlbefinden der Kinder wurde grosser Wert auf eine nachhaltige und natürliche Materialwahl gelegt. Der reine Holzbau mit seinem regelmässigen Sparrenabstand ermöglichte eine rationelle und wirtschaftliche Holzbauweise mit gleichbleibenden Deckenelementen. Die Aussteifung des Gebäudes erfolgt über die Innenwände. Die vorwiegend sichtbare Holzkonstruktion ist weitestgehend aus hiesigem Holz konzipiert: im Aussenbereich bestehen die Verkleidungen aus witterungsbeständigem Lärchenholz, Fichtenholz kommt für Konstruktion und Innenverkleidungen zum Einsatz.

 


Links www.holz-bois-legno.ch | https://jaegerkoechlin.ch