Lignum-Holzbulletin ‹Holz Bau Kultur›

Das neue Lignum-Holzbulletin präsentiert sieben Kulturprojekte: das ‹Zome House› zur Art Basel, die begehbare Holzskulptur der Lignum, die Opéra des Nations in Genf, den Pavillon des Théâtre de Vidy in Lausanne, das Tonhallen-Provisorium in der Zürcher Maag-Halle, das Foyer Künstlerhaus in Boswil sowie den Theaterturm auf dem Julier.

Lignum-Holzbulletin 125/2017 – Holz Bau Kultur
32 Seiten A4, vierfarbig
Erschienen Ende Dezember 2017

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Das ‹Zome House› zur Art Basel 2016 war eine Neuauflage des 1971 von Steve Baer gebauten ‹Zome House› in New Mexico. Insgesamt 236 Paneele aus 39 mm starken, mehrschichtigen Massivholzplatten bildeten elf Raumzellen. Die Konstruktion wurde mit Rhino und Cadwork dreidimensional modelliert, vollständig digital geplant und robotisch gefertigt.

 

Die begehbare Freiform-Holzskulptur der Lignum aus 541 Einzelteilen begeisterte 2009–2014 an 14 Messen das Publikum. Zwanzig  Ebenen aus 50 mm starken Fünfschichtholzplatten wurden alternierend mit 13 cm hohen Distanzelementen aus demselben Material aufeinandergestapelt, so dass ein organisch geformtes Gebilde entstand, welches die Besuchenden in der Figur einer ‹räumlichen Acht› durch fliessend ineinander übergehende Atmosphären führte. Die Ausstellungsarchitektur sollte als begehbare Holzskulptur die Neugier für die Gestaltungsmöglichkeiten mit Holz wecken und exemplarisch das Potential zeitgemässer Planungs- und Fertigungsmethoden im Holzbau aufzeigen.

 

In Genf sorgt das Provisorium ‹Opéra des Nations› dafür, dass der Betrieb des Grand Théâtre nicht unterbrochen werden musste, um die Spielstätte zu sanieren. Das an bester Lage aufgebaute temporäre Gebäude hat in Paris bereits einmal denselben Zweck erfüllt – als Spielstätte für 420 Aufführungen der Comédie-Française, deren Theater Richelieu renoviert wurde. Das ‹Théâtre éphémère› stand ab 2012 im Hof der Gärten des Palais Royal. Es wurde zerlegt, per Tieflader abtransportiert und in der Calvinstadt mit vergrössertem Volumen wiederaufgebaut.

 

Der Pavillon-Neubau des Théâtre de Vidy in Lausanne weist eine ungewöhnliche Form wie eine Origamistruktur auf und fügt sich perfekt zu den strengen Kuben der vor Ort seit 1964 bestehenden Theaterbauten von Architekt Max Bill. 304 unterschiedliche, mehrschichtig verleimte Brettsperrholz-Grossformatplatten von 45 mm Stärke, die über Zapfenverbindungen vollständig integral gefügt sind, bilden ein Tragwerk, das 16–20 m stützenfrei überspannen kann.

 

Eine grosse Holzbox aus Fichtenholz in einer Hülle, die Zürcher Industriegeschichte atmet: das ist die Spielstätte des Zürcher Tonhalle-Orchesters für die nächsten drei Jahre. Der provisorische Konzertsaal in der Halle der ehemaligen Zahnradfabrik Maag bietet insgesamt rund 1220 Sitzplätze. Der Hintergrund: In Zürich werden Tonhalle und Kongresshaus saniert. Neben dem Tonhalle-Orchester werden auch andere Ensembles und Konzertveranstalter die neue Infrastruktur mitnutzen.

 

Die Alte Kirche von Boswil, 1664 erbaut und seit 1890 profaniert, wird seit den sechziger Jahren als überregional bedeutender Konzertsaal bespielt. Ein Foyer für Konzertbesucher wertet den Ort feinsinnig auf, ohne der Atmosphäre auf dem Kirchhügel zu schaden. In Abstimmung mit der Denkmalpflege durfte das Foyer seitlich an das Kirchenschiff angebaut werden. Es bildet aber keinen geschlossenen Baukörper, sondern seine Teile schaffen einen offenen Raum.

 

Für einen starken Akzent in der Berglandschaft sorgt der leuchtendrote temporäre Theaterturm des Kulturfestivals Origen auf dem Julierpass. Er versteht sich als Synthese des Landschaftstheaters mit dem römischen Amphitheater, dem ‹Globe Theatre› der Shakespearezeit und dem barocken Logentheater. Zehn fünfeckige Türme aus 120 mm starkem Brettsperrholz und mit einer Kantenlänge von 2,5 m bilden den sternförmigen Grundriss aus. Der Turm soll ein Haus für neues Welttheater sein, in dem Kultur und umgebende Natur zu einem einzigen Schauspiel verschmelzen.

 


Roland Brunner
Technische Kommunikation Lignum