Prix Lignum 2015: Die Besten in Holz

 


Alle drei Jahre zeichnet der Prix Lignum die besten Schweizer Leistungen mit Holz aus. 2015 ging Gold auf nationaler Ebene an das Depot des Museums für Kommunikation in Schwarzenburg BE, Silber an das Mehrgenerationenhaus ‹Giesserei› in Winterthur ZH und Bronze an ein herausragendes Umbauprojekt in Sarreyer VS. Ausserdem wurden zwei Laubholzpreis-Gewinner erkoren .

 

 

Zukunftsweisende Arbeiten mit Holz bekannt machen und fördern, das ist das Ziel des Prix Lignum. Der Preis 2015 stand unter dem Patronat von Bundesrat Johann N. Schneider-Ammann. Auszuwählen hatten die Jurys in den fünf Preis-Regionen unter der enormen Vielfalt von nicht weniger als 437 Eingaben.

 

Goldmedaille für eine Fahrzeughalle

 

Das Depot des Museums für Kommunikation in Schwarzenburg BE war der nationalen Jury des Prix Lignum 2015 Gold wert. Damit steht der Berner Architekt Patrick Thurston zum zweiten Mal in Folge im ersten Rang auf dem nationalen Podest. Auf den ersten Blick wirkt das Gebäude, das er in Schwarzenburg erstellt hat, wie ein Landwirtschaftsbau. Doch das Innere birgt 75 gelbe Postautos und andere Fahrzeuge als Zeugen vergangener Zeiten. Der Berner Schriftsteller Beat Sterchi haucht ihnen mit acht ‹Geräuschwörtern›, die von den Architekten eigenhändig auf die vier V-Stützen gemalt wurden, trotz Stillstands Leben ein.

 

Die Konstruktion ist materialgerecht, die Form konsequent aus der Funktion abgeleitet. Das Kaltdach und die Brise-Soleils halten Hitze und Hagel fern und lassen den Wind hindurchströmen, um den Bau ohne Technik zu kühlen. So spielt der Bau die Vorteile von Holz auf vielen Ebenen aus: Um die Dämmung zu optimieren, um die 53 Meter mit Leichtigkeit zu überbrücken, um Etappen zu realisieren. Aus seiner Konstruktion heraus entwickelt er eine Kraft, die weit über den Pragmatismus eines Depots hinausgeht.

 

Wohnen mit Holz – zweimal ganz verschieden

 

Silber ging 2015 auf nationaler Ebene an das Mehrgenerationenhaus ‹Giesserei› in Winterthur ZH. Mit ihren 155 Wohnungen auf sechs Geschossen zählt die ‹Giesserei› zu den grössten Holzbauten der Schweiz. Die Minergie-P-Eco-Siedlung ist ökologisch, sozial und ökonomisch wegweisend. Neben den inneren Werten überzeugt die Architektur. Das Projekt verdeutlicht exemplarisch, was Holz im grossen Massstab leisten kann. Bis auf das Untergeschoss und die Treppenhäuser ist das Gebäude komplett aus Holz gebaut.

 

Mit Bronze würdigt die Jury den Umbau eines Wohnhauses in Sarreyer VS. Viele Ställe in den Alpen stehen leer und verfallen – oder werden unsensibel zu Ferienhäusern umgebaut. Der Umbau in Sarreyer sei eine überraschende Ausnahme auf höchstem Niveau, so die Jury. Der denkmalgeschützte Holzbau bleibt integral erhalten und wird mit einer innenliegenden Holzkonstruktion ergänzt, die wie der Neubau die konstruktiven Prinzipien des Bestandes reflektiert. Der Umgang mit dem Bestand ist in den Augen der Jury wegweisend.

 

Laubholz in Hochform

 

Unter Trägerschaft des Aktionsplans Holz des Bundesamtes für Umwelt BAFU wurde parallel zum Prix Lignum 2015 ein nationaler Sonderpreis ‹Laubholz› verliehen. Das Ziel des Laubholzpreises ist es, neue Verwertungs- und Anwendungsmöglichkeiten von Laubholz bekannt zu machen und so die Verwendung von Laubholz zu fördern, das heute noch kaum konstruktiv genutzt wird.

 

Gewinner des Laubholzpreises sind ex aequo das ‹ETH-House of Natural Resources› sowie der mittlerweile wieder abgebaute Holzscheitturm des japanischen Künstlers Tadashi Kawamata in der Kartause Ittingen für das Kunstmuseum des Kantons Thurgau.

 

Der nächste Prix Lignum wird 2018 verliehen.

 


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www.prixlignum.ch