Minergie und Holzbau

 

 

Ein Konzept hat in der Schweiz unter den Aspekten von Energieffizienz und Lebensqualität unverkennbar die Nase vorn: Minergie.

 

Minergie ist eine eingetragene Marke, die der Bund gemeinsam mit den Kantonen und einer Menge von Firmen, Vereinigungen und Schulen trägt. Auf der Liste zertifizierter Gebäude finden sich heute schweizweit schon mehr als 40000 Objekte. Minergie ermöglicht einen hohen Wohnkomfort. Unabdingbare Prämissen sind jedoch eine gute Wärmedämmung, ein ausgefeiltes Haustechniksystem und eine dichte Gebäudehülle – kontrollierte Wohnungslüftung ist daher ein Muss.

 

Der Holzbau kann's

 

Der Holzbau nimmt bei den Minergie-Bauten einen deutlich grösseren Anteil ein als bei herkömmlichen Gebäuden. Man kann davon ausgehen, dass fast die Hälfte aller Minergie-Wohnbauten in Holz ausgeführt werden. Doch auch unter Schulhäusern, Bürogebäuden oder gar bei Produktionshallen hat Architektur aus Holz nach Minergie in allen heutigen Varianten des Standards einen festen Stand errungen.

 

Dass Minergie und Holzbau gut zusammenpassen, zeigt sich daran, dass die Holzbauer immer die ersten waren, welche ehrgeizige energetische Ziele erreichten. Die erste Passivhaussiedlung der Schweiz ebenso wie das erste nach Minergie-P (P steht für Passivhaus) zertifizierte Gebäude sind in Holzbauweise entstanden. Dasselbe gilt für den 2011 lancierten Standard Minergie-A für Nullenergiehäuser: Wiederum war es ein Holzbau, der diese Latte zuerst schaffte. Und auch dort, wo von Minergie nicht nur die Energieeffizienz, sondern auch die Leistung in Sachen Bauökologie bewertet wird, nämlich beim Standard Minergie-Eco, sind Holzbauten führend.

 

Erfolgreiches Doppel

 

Dass Minergie-Bauweise und Holzbau überdurchschnittlich häufig miteinander kombiniert werden, ist kein Zufall. Holz ist ein natürlicher, erneuerbarer Baustoff und bietet ideale Voraussetzungen für ein gesundes Raumklima und eine ausgeglichene Luftfeuchtigkeit. Der für Holzkonstruktionen typische mehrschichtige Aufbau erleichtert die Installation von Komfortlüftungssystemen, wie sie der Minergie-Standard verlangt. Hochdämmende Aussenwände lassen sich als Holzkonstruktionen mit vergleichsweise geringen Bautiefen erreichen. Dadurch steht mehr Platz für Wohnfläche zur Verfügung.

 

Weitgehende Vorfabrikation erlaubt eine hohe Präzision am Bau; die vom Minergie-Standard verlangte Dichtigkeit der Gebäudehülle zur Vermeidung von Bauschäden und unkontrollierten Energieverlusten lässt sich dadurch besser erzielen. Dasselbe gilt für die Vermeidung von Wärmebrücken. Eine gute Energiebilanz hängt indessen nicht nur von einem minimalen Einsatz von Betriebsenergie ab (Heizung, Warmwasser), sondern auch von einem tiefen Aufwand an grauer Energie für den Bau und die spätere Entsorgung des Gebäudes. Auch in dieser Hinsicht sind Holzbauten optimal.

 

www.minergie.ch