Der Holzbau erobert sich mit dem mehrgeschossigen Bauen seinen Platz im urbanen Umfeld zurück. Überbauung Hegianwandweg in Zürich (EM2N Architekten, Zürich). Bild Hannes Henz, Zürich.

Mehrgeschossiger Holzbau

Der Holzbau kommt zurück in die Stadt

 

 

Die Behörden konnten in der Schweiz lange Zeit Holzbauten aufgrund der Brandschutzvorschriften nur bewilligen, wenn sie nicht mehr als zwei Geschosse aufwiesen. Das hat die Holzanwendung weitgehend auf den Massstab des Einfamilienhauses beschränkt. Jetzt findet Holz jedoch mit grossen Volumen zurück ins urbane Umfeld.

 

2005 ist dem nachwachsenden Baustoff ein Durchbruch gelungen: In diesem Jahr traten schweizweit Brandschutzvorschriften in Kraft, die deutlich besser auf das Holz abgestimmt waren. Damit wurden unter bestimmten Voraussetzungen Holzbauten bis sechs Geschosse und Holzfassaden bis acht Geschosse möglich.

 

Bedingung für diesen Quantensprung war die Entwicklung sicherer Lösungen für den Brandschutz im mehrgeschossigen Holzbau. Dieser Herausforderung hat sich die Holzbranche in einem fast zehn Jahre dauernden Unternehmen mit intensiver Forschung und Entwicklung zusammen mit Forschungsinstituten und Hochschulen gestellt.

 

Bauen mit Holz in allen Nutzungen möglich

 

Unter der seit 2015 geltenden neusten Generation der Schweizer Brandschutzvorschriften können Holzbauten in allen Gebäudekategorien und Nutzungen errichtet werden. Bei den Anforderungen an den Feuerwiderstand wird nicht mehr zwischen brennbarer und nichtbrennbarer Konstruktion unterschieden.

 

Auf der Grundlage eines materialunabhängigen Sicherheitsniveaus, das in der Brandschutznorm vorgegeben ist, wird die Verwendung der Baustoffe neu geregelt und die Anwendung von Holz bei Tragwerken, brandabschnittsbildenden Bauteilen, Aussenwandbekleidungen, Bedachungen und in der Innenanwendung erweitert.

 

Bis zu einer Gesamthöhe von 30 m können jetzt Wohn-, Büro- und Schulhäuser, Industrie- und Gewerbebauten, Beherbergungsbetriebe oder etwa Verkaufsgeschäfte in Holzbau realisiert werden. Selbst bei Hochhäusern ist die Anwendung von tragenden und brandabschnittsbildenden Holzbauteilen mit brennbaren Anteilen unter bestimmten Rahmenbedingungen neu möglich. 

 

Überblick über das Geschehen in kompakter Form

 

Den Stand der Dinge im mehrgeschossigen Holzbau in der Schweiz fasst das 2012 erschienene Buch ‹Holzbau – mehrgeschossig› in der Schriftenreihe Nachhaltigkeit des Zürcher Faktor Verlags zusammen. Erschienen ist es mit Unterstützung der Lignum sowie des Aktionsplans Holz des BAFU.

 

‹Holzbau – mehrgeschossig› schafft einen Überblick zu den in der Schweiz in den letzten Jahren realisierten Bauten aus dem nachwachsenden Baustoff Holz mit mehr als drei Geschossen. Zwölf architektonisch überzeugende Objekte zeigen die Vielfalt der bereits erstellten Gebäude und werden in Text, Bild und Plan vorgestellt. Das Spektrum reicht vom klassischen Mehrfamilienhaus über Wohnsiedlungen, Verwaltungs- oder Bürogebäude bis zum Schulhaus und Hotel.

 

Dass die Mehrheit der Objekte dabei die Kriterien einer besonders energieeffizienten Bauweise erfüllt, ist kein Zufall. Denn die Holzbauweise bildet für das nachhaltige Gebäude der Zukunft aufgrund der Eigenschaften des nachwachsenden Rohstoffs eine solide Basis. Weitere Vorteile sind die vergleichsweise schnelle Bauweise und die hohen Dämmwerte trotz schlanker Konstruktionen.

 

Neben den vorgestellten Objektbeispielen bietet die Publikation überdies einen Einblick in die aktuelle Diskussion um Kosten, Machbarkeit und Visionen der mehrgeschossigen Holzbauweise. Sie nennt die Fakten, welche potentielle Bauherrschaften überzeugen können, mit Holz zu bauen, und zeigt die wichtigsten Konstruktionen der innovativen Bauweise. Damit richtet sich ‹Holzbau – mehrgeschossig› gleichermassen an interessierte Investoren, Bauherrschaften und Baufachleute.

 


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