Holzfassaden

Natur in vielen Spielarten

 

 

Holzbauten kennen eine Vielfalt an äusseren Erscheinungen. Die Holzkonstruktion kann eine Holzbekleidung tragen, die naturbelassen, aber auch in einer Vielzahl von Verfahren vergütet sein kann.

 

Unbehandelte Holzfassaden haben eine besonders naturnahe Anmutung. Für die verschiedenen Beanspruchungsverhältnisse sind die verfügbaren Holzarten unterschiedlich gut geeignet. Dies gilt allerdings nicht für die blosse Oberflächenverwitterung wie Verfärbung und Oberflächenerosion bei direkter Wetterbeanspruchung. Hier verhalten sich alle unbehandelten Hölzer ähnlich.

 

Endstation Silbergrau

 

Sie verfärben sich auf so ähnliche Art und Weise, dass ihr Aussehen nach ein bis zwei Jahren Wetterexposition kaum mehr zu unterscheiden ist. Die farbliche Veränderung durch die natürliche Vergrauung mag je nach Wetterexposition ungleichmässig ablaufen, schadet dem Holz aber in keiner Weise, ebenso wenig der minimale physische Abbau um rund 0,1 mm pro Jahr durch Verwitterung unter Sonne und Regen.

 

Unterschiedlich sind indessen die feuchtephysikalischen Eigenschaften und die Dauerhaftigkeit gegen Pilzbefall der Hölzer. Für unbehandelte Fassaden mit grosser Wetter- und Feuchtebeanspruchung empfiehlt sich der Einsatz von Hölzern, die dem biologischen Abbau gut widerstehen, wenig Wasser aufnehmen und formstabil bleiben, wenn ihre Feuchte schwankt.

 

Die richtige Holzart – und die richtige Konstruktion

 

Geeignete Kandidaten mit einem solchen Profil aus unserer einheimischen Holzpalette sind vor allem die Laubhölzer Eiche, Robinie und Edelkastanie. Aber auch Nadelhölzer wie Douglasie und Lärche können gut zum Einsatz kommen. Mit geeigneten Behandlungen lassen sich im übrigen auch unsere bewährten einheimischen Nadelhölzer Fichte und Tanne bestens für Fassaden einsetzen.

 

Wichtig ist in jedem Fall der konstruktive Holzschutz: Alles, was die Wetterbeanspruchung verringert und vor allem die Durchfeuchtung verhindert, verlängert die Lebensdauer der Fassade enorm. Dazu zählen Massnahmen wie beispielsweise Dachüberstände oder ein genügender Abstand der Holzfassade vom Boden als Schutz gegen Spritzwasser, aber auch etwa die Hinterlüftung der Fassade. 

 

Lasuren und Lacke

 

Die Oberflächen von Vollholz und Holzwerkstoffen für Fassadenbekleidungen lassen sich aber auch mit einer Vielzahl von Beschichtungen vergüten. Allseits bekannt sind Lasuren und Lacke. Unter Lasuren bleibt die Holzstruktur erkennbar. Infolge der geringen Pigmentmenge der Beschichtung lassen sich Holzverfärbungen nur in geringem Mass verhindern. Die Lebensdauer des Anstrichs und die Schutzwirkung für das Holz sind geringer als bei deckend farbigen Systemen. Diese schliessen, richtig aufgebracht, eine farbliche Veränderung des Holzes praktisch aus.

 

Die Oberflächen von Holzfassaden können auch sogenannt nicht filmbildend behandelt werden. Eine solche Beschichtung dient etwa der UV-Abschirmung, dem Feuchteschutz durch Imprägnierung des Holzes – zum Teil auch mit nanotechnologischen Methoden – oder auch dem Schutz gegen oberflächenverfärbende Pilze und Algen. Auch diese Behandlungen müssen periodisch wiederholt werden.

 

Dauerhafte Druckimprägnierung

 

Anders sieht dies bei der Druckimprägnierung aus. Derart behandelte Holzfassaden erfordern keinen besonderen Unterhalt. Die Druckimprägnierung erzeugt durch Einbringen von Salzen eine langjährig wirksame Schutzschicht von der Oberfläche des Holzes bis mehrere Millimeter in sein Inneres.

 

Durch Beigabe von Farbpasten lassen sich heute nicht nur die von Gartenhölzern von alters her bekannten grünlichen, sondern auch sattbraune und seit kurzem auch naturgraue Farbtöne mit sehr schöner Wirkung am Gebäude erreichen. Vielfach werden druckimprägnierte Fassaden mit Holzöl nachbehandelt. Die Oberfläche wirkt dadurch sehr edel und strahlt Natürlichkeit aus.

 

Vorvergrauung und thermische Behandlung

 

Ein ansprechendes Silbergrau wird heute indessen meist durch Aufbringen sogenannter Vorvergrauungslasuren erzielt. Dies sind Holzanstriche mit einem besonderen verwitterungsaktiven Bestandteil, welche der Holzoberfläche eine einheitlich graue, verwitterungsähnliche Farbe verleihen. Eine einheitliche Graufärbung lässt sich aber auch im Material selber anlegen: mittels kontrollierter künstlicher Alterung unter natürlichen Bedingungen. Daraus ergibt sich ein gleichmässiger Farbton, der einer mehrjährigen Freibewitterung entspricht.

 

Einen Spezialfall der Vergütung von Holz als Material für Fassaden stellt die thermische Behandlung dar. Thermoholz ist dunkler, härter und trockener als sein ‹normales› Pendant. Es quillt und schwindet deshalb sehr viel weniger und bleibt so gut in Form. Die höhere Sprödigkeit erfordert jedoch Sorgfalt bei der Montage.

 

Die Lignum-Fachberatung weiss Rat

 

Aufgrund der Vielfalt von Materialien und Oberflächenbehandlungen für Holzfassaden ist eine qualifizierte Fachberatung in der Planung in jedem Fall sinnvoll. Das Lignum-Gütezeichen ‹Fassadenschalungen in Holz› bietet dem Bauherrn Gewähr für eine geprüfte, für den Verwendungszweck geeignete Qualität an fertig behandelten Fassadenbekleidungen aus Hobelwaren. Die Lignum-Fachberatung (Tel. 044 267 47 83) informiert über Verfahren und Produkte.

 

Die nachfolgend als PDF zum Download angebotene Lignum-Broschüre stellt den Aufbau und die Gestaltung von Fassaden im Holzbau in leichtfasslicher Art und Weise dar und zeigt mit rund 20 Beispielen die Vielfalt ihrer möglichen Erscheinungen auf.