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Das Bürogebäude der ‹Green Offices› in Givisiez (Architekt: Conrad Lutz, Givisiez) zeigt dank der Anwendung von vorvergrautem Weisstannenholz ein gleichmässiges Silbergrau. Bild Michael Meuter, Zürich.

Fassaden im Holzbau

 

Natur muss man mögen

 

 

Holzbauten kennen eine Vielfalt an äusseren Erscheinungen. Die Holzkonstruktion kann eine Holzbekleidung tragen, die naturbelassen, lasiert oder deckend gestrichen sein kann. Möglich sind aber auch ein Verputz oder Bekleidungen mit Metall oder Eternit, mit Glas oder mit synthetischen Materialien.

 

Das Naturmaterial Holz hat als Fassadenverkleidung unbehandelt eine besonders naturnahe Ausstrahlung. Beliebt sind für naturbelassene Fassaden neben Fichte und Tanne eine ganze Reihe einheimischer Hölzer, die Wasser zurückhaltend aufnehmen und sich von holzabbauenden Pilzen und Insekten nicht besonders beeindrucken lassen: Lärche, Douglasie, Eiche, Edelkastanie oder Robinie zählen dazu.

 

Farbveränderungen vorausdenken ...

 

Der Bauherr, der sich für die Anmutung einer ganz bestimmten Holzart entschieden hat, muss sich allerdings darüber im klaren sein, dass eine Verkleidung aus unbehandeltem Holz im Laufe der Zeit ihre Erscheinung stark verändern wird. Regen, Sonne und Schatten, aber auch die natürliche Besiedelung durch holzvergrauende Pilze werden ihre Spuren hinterlassen.

Dabei wird es keine ganz gleichmässige Entwicklung der Graufärbung geben: Die Nord-, Ost- und Südfassaden, aber auch Flächen im Schatten von Vordächern werden im Mittelland hell- bis dunkelbraun. Hausteile, die der Witterung ausgesetzt sind – also vor allem die Westfassade – werden silber- bis dunkelgrau.

 

... oder vorwegnehmen

 

Alle unbehandelten Hölzer verwittern unter Wetterbeanspruchung gleich und erhalten am Ende fast dieselbe Anmutung. Dieser Prozess baut keine Substanz ab, er verändert aber im Laufe weniger Jahre das Erscheinungsbild des Hauses stark. Als Bauherr sollte man sich deshalb vor der Entscheidung für eine Fassade aus unbehandeltem Holz an gebauten Beispielen zeigen lassen, welche Farbveränderungen eintreten werden – und man muss in der Folge bereit sein, sie zu akzeptieren.

 

Um die Farbentwicklung einer unbehandelten Holzfassade in den Griff zu bekommen, lässt sich Holz aber auch von Anfang an auf den angepeilten silbergrauen Farbton ‹einstellen›. Dafür wird es vorvergraut – mit Lasuren oder mittels eines Prozesses, der nichts anderes ist als eine beschleunigte, kontrollierte Variante der Materialalterung. Für vorvergrautes Holz gibt es mittlerweile mehrere Anbieter. Die Lignum informiert über die entsprechenden Produkte und deren Bezugsquellen.

 

Die nachfolgend als PDF zum Download angebotene Lignum-Broschüre stellt den Aufbau und die Gestaltung von Fassaden im Holzbau in leichtfasslicher Art und Weise dar und zeigt mit rund 20 Beispielen die Vielfalt ihrer möglichen Erscheinungen auf.