Fast zwei Millionen Menschen besuchten an der Expo.02 den eindrücklichen Kuppelbau des ‹Palais de l’Equilibre›, der nach der Landesausstellung als ‹Globe of Science and Innovation› in Genf eine zweite Heimat gefunden hat. Bild Hannes Henz, Zürich.

Globe of Science and Innovation am CERN – ein Erbe der Expo.02

 

 

In Genf-Meyrin erhebt sich seit 2004 eine gigantische Holzkugel: der ‹Globe of Science and Innovation› mit dem Besucherzentrum des Teilchenforschungsinstituts CERN. Die Kugel hat bereits einmal Geschichte geschrieben: als ‹Palais de l’Equilibre› während der Landesaussstellung Expo.02 in Neuenburg im Jahr 2002.

 

Damals war darin eine eindrückliche Schau des Bundes zum Thema nachhaltige Entwicklung zu sehen. Die Schweizer Wald- und Holzwirtschaft unterstützte diese meistbesuchte Ausstellung der ganzen Expo.02 mit drei Millionen Franken.

 

Technisch betrachtet handelt es sich beim heutigen ‹Globe of Science and Innovation› um einen zweischaligen, 18-rippigen Kuppelbau mit einem Radius von 20,5 m und einem Opäeum (Auge) am Scheitelpunkt. Ein einziger Rippenträger der äusseren Kuppel misst vom Fusspunkt bis zum Rand des Auges, einem hölzernen Ring, rund 38 m, und wiegt bei einem Durchmesser von 60 cm etwa zwei Tonnen.

 

Geschickt betonten die Entwerfer (Architektur: Hervé Dessimoz, Genf; Holzbauingenieur: Thomas Büchi, Perly) die Rundung des Baus, indem sie das Zentrum der Kugel rund 7 m über dem Boden schweben lassen und so mehr von der Kugel zeigen als bloss eine Hälfte. Dieser Kunstgriff erzeugt eine gewisse Dramatik – die Kugel wirkt, als ob sie aus dem Boden herausgestossen würde.

 

Holz aus Zumthors Expo-‹Klangkörper›

 

Die äusserste, den Schlagregen abweisende Hülle des Bauwerks bilden horizontal angeordnete, 6 cm starke Brettschichtträger aus Douglasholz von 30–140 cm Länge, je nachdem, wie stark radial oder tangential die Bretter des Lamellengitters auf der Kugelhülle zu liegen kommen. Sie entstanden aus Holz des Schweizer Pavillons an der Weltausstellung 2000 in Hannover, Peter Zumthors zur Legende gewordenem ‹Klangkörper›.

 

Im ‹Globe of Science and Innovation› sind 220 m3 Douglas-Brettschichtholz, 800 m3 Tannen-/Fichten-Brettschichtholz und 600 m2 Tannenholz für Lignatur-Deckenelemente verbaut. Der Rohholzbedarf für den Bau betrug 2500 m3. Diese Menge wächst im Schweizer Wald in weniger als drei Stunden nach.

 

Im ‹Palais de l’Equilibre› der Expo.02 war in Neuenburg die Ausstellung des Bundes zum Thema nachhaltige Entwicklung zu sehen, umgesetzt in einem Bau, der sowohl von seiner Form als auch von seiner Materialität her Symbolcharakter trug. Die Kugel erinnerte an den Erdball, die Wahl von Holz verdeutlichte die Bedeutung erneuerbarer Roh- und Baustoffe für die Zukunft der Menschheit. Das nachfolgende PDF enthält alle Texte der Expo.02-Schau im Palais.