Bündner Holzkette definiert Zehnjahresstrategie
Mit der gestern präsentierten Strategie ‹HOLZ futuro 2022› will die Bündner Wald- und Holzwirtschaft in den kommenden zehn Jahren international wettbewerbsfähige Strukturen schaffen. Kernziele sind die Verbesserung der Konkurrenzfähigkeit der Betriebe in der Holzkette und die Steigerung der lokalen Wertschöpfung.
‹Wenn wir bereits in zehn Jahren mit international konkurrenzfähigen Leistungen am Markt erfolgreich sein wollen, müssen wir unsere Zukunft mit grossem eigenem Engagement gestalten›, mahnte Markus Fischer als Präsident der Dachorganisation Graubünden Holz an der gestrigen Branchentagung im Holzzentrum Landquart.
Nötig sei eine von allen Akteuren der Holzkette mitgestaltete und getragene mittel- und langfristige Perspektive für die ebenso wirtschaftliche wie ökologische Gewinnung und Verwertung des Bündner Holzes. Eine solche ist 2011 unter dem Namen ‹Holz futuro 2022› unter Leitung von Graubünden Holz zusammen mit den Mitgliedsverbänden der Organisation sowie Vertretern des Amts für Wirtschaft und Tourismus, des Amts für Wald und Naturgefahren und des Regionalverbands Nordbünden erarbeitet worden.
Voraussetzungen für Erfolg intakt
Die Voraussetzungen dafür, dass die Bündner ihre neuen Zehnjahresziele erreichen, sind an sich vorhanden. Graubünden ist nicht nur Wasserkraft- und Tourismuskanton, sondern als eine der waldreichsten Gegenden der Schweiz auch in seiner ganzen Ausdehnung ein eigentlicher Holz-Kanton. Nachhaltige und effiziente Waldbewirtschaftung sowie eine solide Holzwirtschaft leisten bereits heute wesentliche Beiträge an die Bündner Volkswirtschaft.
Zudem verlangt der Baumarkt schweizweit nach immer mehr Holz, zunehmend auch im grossvolumigen Wohn- und Bürobau. Der Marktanteil von mit Holz erstellten Mehrfamilienhaus-Neubauten in der Schweiz ist innert weniger Jahre von praktisch null auf rund 6% gestiegen – das sind 300 Mehrfamilienhäuser pro Jahr.
Zahlreiche Herausforderungen
Trotz dieser erfreulichen Ausgangslage bleibt in der Branche jedoch vieles zu tun. Eine integrierte Holzproduktion fehlt in Graubünden. 2006 waren nur gerade 8% der veredelbaren Holzmenge aus Bündner Wäldern in Holz-Endprodukten von Bündner Produzenten enthalten.
Von den 2011 geernteten 380000 Bündner Stammholz-Kubikmetern wurden nur knapp 40000 im Kanton weiterverarbeitet. In der kurzen Zeit, während der die Grossägerei in Domat/Ems in Betrieb war, hatte der Verarbeitungsanteil im Kanton dagegen fast 75% erreicht – die Stillegung des Werks hat die Bündner Holzkette ins Mark getroffen.
Die Bündner Wald- und Holzwirtschaft ist im übrigen nach wie vor ausgeprägt kleinstrukturiert. Um mit den benachbarten Regionen mithalten zu können, sind nach Befund von Graubünden Holz deutlich mehr erfolgreiche projektbezogene oder dauernde Kooperationen innerhalb der ganzen Holzkette notwendig. Es fehle aber auch an Innovation durch Wissens- und Technologievorsprung in der Holzbranche. Neue Ideen und Produkte würden bislang nur zögerlich entwickelt.
Link Strategie ‹Holz futuro 2022› (PDF, 968 KB)
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