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25. 09. 2012 00:00 Alter: 240 Tag(e)

Klimawandel könnte Wald in Europa wirtschaftlich stark treffen

Der Klimawandel könnte den wirtschaftlichen Wert der Waldfläche Europas bis ins Jahr 2100 im Extremfall um die Hälfte vermindern. Das sagt ein internationales Forscherteam der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL voraus. Ohne wirksame Gegenmassnahmen könnten die möglichen Einbussen mehrere hundert Milliarden Euro betragen, warnen die Wissenschaftler.

Ein internationales Team aus Wissenschaftlern der Eidgenössischen Forschungsanstalt WSL, der Forstlichen Forschungs- und Versuchsanstalt Baden-Württemberg, des Alterra/Wageningen University and Research Centre (Niederlande), des European Forest Institute (Finnland) und der Universität Freiburg i.Br. hat drei der insgesamt 40 Klimawandel-Szenarios des Intergovernmental Panel on Climate Change IPCC untersucht.

 

Seine Voraussage aufgrund der umfangreichen Studie: Die Fichte wird sich vor allem nach Nordeuropa und in die höheren Lagen der Alpen zurückziehen und somit einen Grossteil ihrer aktuellen Verbreitung in Zentral-, Ost- und Westeuropa verlieren.

 

Fichte geht – Eiche kommt

 

Bis ins Jahr 2100 könnten sich die ökologischen Bedingungen auf 21–60% der waldfähigen Standorte (34% im Durchschnitt) vor allem für mediterrane Eichenwälder eignen, die der Holzindustrie geringere Erträge erbringen würden. Darüber hinaus würden diese langsam wachsenden Bestände weniger Kohlenstoff binden als die heutigen Wälder.


Bis 2100 – abhängig vom Zinsniveau und dem gewählten Klimaszenario – könnten die wirtschaftlichen Verluste aufgrund dieses Wandels zwischen 14% und 50% (Durchschnitt 28%) erreichen. Gegen Ende des Jahrhunderts könnte der absolute Verlust im Falle des gemässigten Szenarios im Durchschnitt bei EUR 190 Mia. liegen. Er variiert über alle drei analysierten Szenarios zwischen EUR 60 Mia. und EUR 680 Mia.

 

Schweiz: Buche und Eiche im Vormarsch

 

Im Schweizer Mittelland und in den Voralpen ist laut Studie damit zu rechnen, dass die Buche sowie Eichenarten aus Mittel- und Südeuropa die Fichte als produktive Holzart zurückdrängen werden. Diese wird gemäss Voraussage zusammen mit der Weisstanne nur noch in den Hochlagen der Alpen eine grössere wirtschaftliche Bedeutung haben.

 

Der Baumartenwechsel dürfte die Holzindustrie beeinträchtigen, die seit Jahrzehnten stark von der Fichte und der Weisstanne abhängig ist. Die Waldeigentümer in der Schweiz müssen damit rechnen, Einkommenseinbussen zu erleiden, sofern keine wirksamen Massnahmen gegen die Verdrängung der Fichte ergriffen werden, warnen die Studienautoren.

 


Link www.wsl.ch