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Innenausbau mit Holz

Innenausbau mit Holz
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13. 09. 2012 00:00 Alter: 249 Tag(e)

Was ist ein nachhaltiges Bauwerk?

Von: Christoph Starck, Direktor Lignum

Nachhaltiges Bauen wird je länger je mehr zu einem Megatrend, dem sich kein Teil des Baumarkts mehr entziehen kann. Die Rahmenbedingungen der Energie- und Klimapolitik bilden heute den Horizont einer langfristigen Optik für zukunftsfähige Gebäude – und zukunftsfähige Baustoffe. Nachwachsende Rohstoffe wie Holz, bislang marktanteilsmässig auf hintere Plätze verwiesen, gewinnen unter dem neuen Anforderungskatalog zunehmend an Terrain.

Das beruht in erster Linie darauf, dass diese Materialien am Bau eine ausgezeichnete Ökobilanz aufweisen. Zentral ist dabei folgender Zusammenhang: Je geringer der Energieverbrauch bei einem Gebäude ist, desto wichtiger wird in der Gesamtbilanz die Art und Weise, wie das Gebäude erstellt ist. Bei dieser Ausgangslage haben Bauweisen mit nachwachsenden Rohstoffen wie Holz gegenüber anderen Bauweisen einen grossen Vorteil. Der Energieaufwand für Gewinnung, Transport und die Verwendung des Baumaterials ist nämlich deutlich geringer.

 

Doch der Baumarkt folgt nicht allein Ökobilanzwerten, sondern primär rein ökonomischen Erwägungen. Spannend ist jedoch, dass auch in dieser Domäne zunehmend eine übergeordnete Perspektive gefragt ist. Bei der Planung und Projektierung eines Gebäudes stehen zwar noch oft die Investitionskosten isoliert als Entscheidungskriterium im Vordergrund. Immer mehr wird es jedoch zu gedanklichem Gemeingut, dass die bauliche Investition keineswegs die Gesamtkosten abbildet: In einer Betrachtung über die ganze Nutzungsdauer macht die Investition nur einen Teil aus, der erheblich geringer ausfallen kann als Unterhalt und Betrieb.

 

Die Lebenszyklusbetrachtung bietet die Chance, die Aufwendungen über die gesamte Lebensdauer eines Gebäudes auf der Grundlage fundierter Planung zu minimieren und gleichzeitig die Nutzungsqualität zu sichern. Immer häufiger wenden deshalb professionelle Investoren und Liegenschaftenbesitzer mit einem weiten Anlagehorizont, etwa Baugenossenschaften, aber auch Versicherungen oder Pensionskassen, für ihre Anlageentscheide diese Methode an.

 

Macht die Lebenszykluskostenrechnung weiter Schule, wird der grossvolumige Holzbau vermutlich klar weiter an Attraktivität bei Investoren gewinnen. Denn Holzbauten treten aufgrund ihrer hohen Energieeffizienz, aber auch wegen ihrer ausgesprochenen Flexibilität bei Nutzungsänderungen sozusagen von Haus aus mit der Möglichkeit beträchtlicher Einsparungen im Betrieb an. Das fällt kostenmässig ins Gewicht.

 

Ausserdem wird die Verwendung von Holz am Bau künftig einen ökonomischen Wert gewinnen, wenn es gelingt, die im revidierten Schweizer CO2-Gesetz verankerte Anrechenbarkeit  der CO2-Speicherung in Bauholz in handelbare Gutschriften umzumünzen. Doch Holz wirkt sich auch nachweislich positiv auf das Wohlbefinden der Menschen aus, die in Räumen aus dem Naturmaterial wohnen oder arbeiten. In Kombination mit dem bisher schon günstigen Ergebnis einer ökologischen Analyse wird sich die Option Holzbau damit weiteren Boden verschaffen.

 


Christoph Starck
Direktor Lignum, Holzwirtschaft Schweiz