16. 05. 2017 00:02 Alter: 15 Tag(e)

Deutschland: Holz im Brandschutz zur Gleichberechtigung führen

Mit brandschutztechnischen Grundlagen im Holzbau beschäftigt sich das im August startende deutsche Verbundprojekt ‹TIMpuls›, das von der TU München koordiniert wird. Wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse sollen helfen, die Restriktionen in den baurechtlichen Regelungen für den mehrgeschossigen Holzbau zu überwinden.

In den letzten 20 Jahren wurde in Deutschland wie andernorts in Europa intensiv an der Weiterentwicklung der Holzbauweisen gearbeitet. Es liegen bereits jetzt vielfältige Forschungserkenntnisse vor, die brandsichere Holzbaukonstruktionen ermöglichen. Bislang werden diese Erkenntnisse in bauordnungsrechtlichen Regelungen jedoch nicht adäquat berücksichtigt.

 

Die bereits heute in Deutschland realisierten Objekte, die trotz der bauaufsichtlichen Einschränkungen und einer Fülle von Abweichungen durch besondere Anstrengungen der Planer und Bauherren umgesetzt werden, zeigen aber, dass der Brandschutz auch im Holzbau höchsten Ansprüchen genügt.

 

Grundlagen aufarbeiten

 

Zu den Projektpartnern im Forschungsvorhaben ‹TIMpuls› zur Bereitstellung brandschutztechnischer Grundlagen im Holzbau zählen der Lehrstuhl für Holzbau und Baukonstruktion der TU München, das Institut für Baustoffe, Massivbau und Brandschutz der TU Braunschweig, der Lehrbereich Brandschutz und Baukonstruktion der Hochschule Magdeburg-Stendal sowie das Institut für Brand- und Katastrophenschutz Heyrothsberge und weitere Partner. Gemeinsam wollen sie die Basis dafür schaffen, dass der Holzbau – insbesondere auch im mehrgeschossigen Bau – gleichberechtigt behandelt wird.

 

Die Forscher möchten die noch vorhandenen Wissenslücken schliessen und damit der Öffentlichkeit, der Baupraxis und den bauaufsichtlichen Gremien eine schlüssige Lösung für die brandschutztechnische Bewertung von Holzbauten bis zur Hochhausgrenze zur Verfügung stellen. Das Forschungsvorhaben ‹TIMpuls› soll zeigen, dass bei geeigneter Ausführung und Dimensionierung brandschutztechnisch gleichwertige Lösungen im Vergleich zu den heute üblichen Konstruktionen aus Mauerwerk und Stahlbeton oder Stahlleichtbau erreicht werden können.

 

Überführung in die Praxis

 

Die Ergebnisse des Vorhabens sollen bereits begleitend mit den zuständigen bauaufsichtlichen Gremien und Vertretern der Feuerwehren diskutiert werden, um eine nachfolgende Integration in die bauaufsichtlichen Vorschriften bestmöglich vorzubereiten. Die Aufnahme der wissenschaftlichen Erkenntnisse in Normen und Leitlinien erhöht bei Planern und Bauherren das Vertrauen in Bezug auf die brandschutztechnische Sicherheit von Holzbaukonstruktionen und Holzbauteilen.

 

Daraus abgeleitete Planungsregeln, zusammengefasst in einem Konstruktions- und Detailkatalog und integriert in Datenbanksysteme (dataholz.com und dataholz.de), sollen künftig allen am Bau Beteiligten Planungs- und Ausführungssicherheit geben, wodurch Planungszeit reduziert und Kosten minimiert werden können.

 

Das Vorhaben wird vom deutschen Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft über den Projektträger Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe gefördert. Eine Kofinanzierung der Holzwirtschaft erfolgt koordiniert über den Landesinnungsverband des Bayerischen Zimmererhandwerks.

 


Link www.fnr.de

Lehrstuhl für Holzbau und Baukonstruktion, Technische Universität München

Institut für Baustoffe, Massivbau und Brandschutz, Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig


Teilvorhaben 3: Anlagentechnischer Bandschutz und Nachbrandverhalten
Lehrbereich Brandschutz und Baukonstruktion, Hochschule Magdeburg-Stendal


Teilvorhaben 4: Durchführung grossmassstäblicher Brandversuche
Institut für Brand- und Katastrophenschutz, Heyrothsberge

 

 


Holzbautabellen HBT2

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