10. 05. 2017 00:00 Alter: 21 Tag(e)

Ganzheitlicher Holzbau für Obfelder Kinder

Die Zürcher Gemeinde Obfelden weihte am vergangenen Wochenende den Doppelkindergarten Räsch ein. Der Neubau ersetzt ein baufälliges Provisorium aus den siebziger Jahren. Die 184,5 Kubikmeter Holz, die im Tragwerk stecken, stammen bis zum letzten Span aus hiesigen Wäldern. Dafür gab es zur Einweihung eine Auszeichnung mit dem ‹Herkunftszeichen Schweizer Holz›.

 

Auszeichnung für 100% Schweizer Holz

Ganz oben: Im Hang auf einem Podest gelegen, blickt der Kindergarten mit seiner umlaufenden wettergeschützten Veranda in die umgebende Natur hinaus. Mitte, oberes Bild: Das Innere des Kindergartens wirkt warm und behaglich. Die Kinder erleben in jedem Raum des grosszügigen Gebäudes Geborgenheit. Mitte, Bild unten links: Der Publikumsandrang war am Einweihungstag enorm. Mitte, Bild unten rechts: Architekt Melk Nigg erläutert seinen Entwurf an einer Führung für Fachinteressierte. Unten: Hansbeat Reusser, Präsident der Lignum Zürich (rechts) überreicht Martin Birrer als Vertreter der Primarschulgemeinde Obfelden (links) die Auszeichnung mit dem ‹Herkunftszeichen Schweizer Holz› für das Gebäude. Folgende Lieferanten, die das ‹Herkunftszeichen Schweizer Holz› nutzen, haben Holzprodukte für den Bau geliefert: August Brühwiler AG, Balterswil; Schärer Holz AG, Langenthal; Schilliger Holz AG, Küssnacht a. Rigi.

Bilder Michael Meuter, Zürich

 

 

Das Wetter wollte nicht so recht am letzten Samstag, auch wenn es dann vor dem Mittag doch noch etwas bleiche Sonne gab. Dennoch: Hell und luftig wirkt er im Innern, der neue Kindergarten, den die Obfelder Kinder am 6. Mai mit einem grossen Fest in Beschlag genommen haben. Alle Oberflächen sind aus Fichte, Lärche oder Esche. Das begrünte, 950 m2 grosse Dach verfügt über weit auskragende Speier, aus denen das Regenwasser in den Garten plätschert. Um das Gebäude wachsen Sträucher und Bäume, dazwischen gibt es Spielgeräte, eine Feuerschale und Weidenhütten.

 

Der Entwurfsprozess war inspiriert vom spielerischen Entdecken der Formen, Silhouetten und Raumstrukturen, wobei für die Planung selber erbaute Modelle die Basis bildeten, wie Architekt Melk Nigg von Melk Nigg Architects AG (Zug) bei einem Rundgang für Fachinteressierte erklärte. Die Holzbauweise machte es möglich, den Kindergarten in sehr kurzer Zeit zu erstellen. Als Holzbauingenieure wirkten Lauber Ingenieure AG aus Luzern (Bauleitung: Adrian Sigrist); den Holzbau übernahm die Firma PM Mangold Holzbau AG aus Ormalingen.

 

Geborgen unter einem grossen Hut

 

Der Gedanke, dem Kind die vier Elemente der Natur zugänglich zu machen und es zugleich zu schützen, führte zur Idee eines grossen überspannenden Daches. Darunter erlebt das Kind die Unterrichtsräume als grosse Nischen. Dazwischen ergeben sich Verbindungswege, Korridore und Aufenthaltsräume. In der Gebäudemitte öffnet sich der Raum über zwei Geschosse, führt Licht nach unten und den Blick über eine Wendeltreppe ins Obergeschoss.

 

Lernen und Spielen kann an vielen Orten stattfinden: im Erdgeschoss, auf der Galerie des doppelgeschossigen Innenraums, auf der überdeckten Holzveranda und im Garten. Das Gebäude ermöglicht es dem Kind, die Umgebung mit allen Sinnen wahrzunehmen. Es ist nicht nur ein Erlebnis für Auge, Nase, Ohr und Hand, sondern lässt das Kind auch Dimensionen, Proportionen und Perspektiven erfahren.

 


Links www.melknigg.ch | www.holz-bois-legno.ch

 

 

 


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