18. 04. 2017 00:02 Alter: 7 Tag(e)

Treibhausgas-Zwischenziel im Gebäudebereich erreicht

Der Gebäudesektor hat das in der CO2-Verordnung festgehaltene Zwischenziel zur Reduktion von Treibhausgasen erreicht. Das geht aus dem Schweizer Treibhausgasinventar für 2015 hervor, das vor Ostern beim UNO-Klimasekretariat eingereicht wurde. Das Gesamt-Reduktionsziel 2020 lässt sich voraussichtlich erreichen, wenn die Leistung von Wald und Holz mit angerechnet wird.

Das Inventar zeichnet ein umfassendes Bild der für die Klimaerwärmung verantwortlichen Treibhausgasemissionen, die im CO2-Gesetz und im Kyoto-Protokoll definiert sind. Die Schweizer Treibhausgasemissionen beliefen sich 2015 auf 48,1 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente, 0,6 Mio. Tonnen weniger als 2014.


Gebäude: –26% gegenüber 1990

 

Die Treibhausgasemissionen des Gebäudesektors betrugen 12,7 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente (CO2eq), 26% weniger als 1990. Damit erreicht dieser Sektor das Zwischenziel von –22% für 2015. Die Gebäudeemissionen weisen seit 2005 eine sinkende Tendenz aus, die den umgesetzten Massnahmen zu verdanken ist.

 

Allerdings sind die Schwankungen im Jahresverlauf beträchtlich, was auf die Wetterverhältnisse im Winter und den damit zusammenhängenden Heizbedarf zurückzuführen ist. Diese Schwankungen sind ein Anzeichen dafür, dass der Gebäudesektor nach wie vor stark von fossilen Energieträgern abhängig ist. Somit trug der relativ milde Winter 2015 zumindest teilweise dazu bei, dass das Zwischenziel erreicht wurde.

 

Auch der Sektor Industrie hat sein Zwischenziel erreicht. Die Emissionen beliefen sich auf 10,7 Mio. Tonnen CO2eq, was einem Minus von 17% gegenüber 1990 entspricht. Damit wird das Zwischenziel von –7% für 2015 in diesem Bereich klar erreicht. Der Trend der Industrieemissionen ist seit 2006 dank der klimapolitischen Massnahmen rückläufig. Grund für den markanten Rückgang 2015 sind jedoch strukturelle Effekte wie die Einstellung des Betriebs einer Raffinerie und sinkende Emissionen aufgrund einer geringeren Zementproduktion.

 

Verkehr: +4% gegenüber 1990

 

Weniger mustergültig steht der Verkehrsbereich da. Bis 2008 stiegen die Emissionen des Sektors auf ein Niveau an, das 13% über dem Stand von 1990 lag. Seit 2008 nehmen sie leicht ab, was den deutlich rückläufigen CO2-Emissionen pro gefahrenen Kilometer zu verdanken ist. Dieser Trend wird aber grösstenteils durch die Zunahme der zurückgelegten Kilometer aufgewogen.

 

2015 betrugen die Emissionen des Verkehrssektors 15,4 Mio. Tonnen CO2eq, 4% mehr als 1990. Der Sektor hat somit sein Zwischenziel verfehlt. Dieses sah für 2015 eine Stabilisierung der Emissionen auf dem Stand von 1990 vor. Die 2015 gegenüber dem Vorjahr markant gesunkenen Emissionen erklären sich durch die Entwicklung des Tanktourismus in der Schweiz. Dieser war zum Erliegen gekommen, nachdem die Nationalbank die Aufhebung des Schweizer-Franken-Mindestkurses gegenüber dem Euro beschlossen hatte.

 

Allerdings ist anzumerken, dass die seit 2014 von den Treibstoffimporteuren durchgeführten Projekte zur Kompensation der CO2-Emissionen aus dem Verkehr vor allem zu Reduktionen in den anderen Sektoren führen, mit Ausnahme der Beimischung von Biotreibstoffen zu den fossilen Treibstoffen. Die Auswirkungen dieser Massnahme sind jedoch gering.

 

Reduktionsziel 2020 dank Wald und Holz wohl erreichbar

 

Das Reduktionsziel für die Treibhausgasemissionen von –20% für 2020 hält das Bundesamt für Umwelt BAFU für erreichbar, wenn sich die Einflussfaktoren der Emissionen günstig entwickeln und die Emissionswerte damit am unteren Rand der Schätzung zu liegen kommen. Legt man einen mittleren Wert der Schätzungsbandbreite zu Grunde, so würde das Ziel um 1,6 Mio. Tonnen CO2eq verfehlt.

 

Diese Lücke könnte geschlossen werden, indem die Funktion der Wälder und der Forstproduktion als Kohlenstoffsenken sowie die Auswirkungen der in der Schätzung nicht berücksichtigten Massnahmen mit eingerechnet würden. Es handelt sich dabei zum Beispiel um Bestimmungen im Rahmen der Energiestrategie 2050 (Ausbau des Gebäudeprogramms, verstärkte Vorschriften für den Verkehr), die Anhebung der Mineralölsteuer für den Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrs-Fonds (NAF) um vier Rappen sowie um eine eventuelle Erhöhung der CO2-Abgabe ab 2018.

 

Die Schätzung der Emissionen für 2020 ist jedoch gemäss BAFU mit einer Unsicherheitsmarge von ungefähr 4 Mio. Tonnen CO2eq behaftet. Diese Unsicherheit rührt von der Schwierigkeit her, die Entwicklung bestimmter Daten vorherzusehen, die in den statistischen Modellen verwendet werden. Das BAFU will die Schätzung deshalb regelmässig aktualisieren.

 


Link www.bafu.admin.ch

 

 


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