Deutschland: Holzbau-Erfolg mit Störgeräuschen

Der Trend beim Bauen mit Holz wies in den letzten Jahren auch in unserem nördlichen Nachbarland stetig nach oben. Mitbewerber im Bauwesen zeigen sich davon irritiert und üben sich in Breitseiten gegen Holz und Holzbau.

Das deutsche Zimmerer- und Holzbaugewerbe rechnet für 2017 und auch für 2018 mit einem weiteren Anstieg der Holzbauquote. So herrschte an der Herbsttagung von Holzbau Deutschland von Ende Oktober in Berlin spürbare Zufriedenheit mit der aktuellen Konjunkturentwicklung im Holzbau.

 

‹Forschung und Entwicklung sind zentrale Triebfedern für die Wettbewerbsfähigkeit des Holzbaus. Unsere Anstrengungen haben sich gelohnt. Die Auftragsbücher vieler unserer Kollegen sind voll. Die Prognosen für das Jahr 2018 sind sehr gut. Das ist ein starkes Fundament, auf dem wir aufbauen können›, meinte Peter Aicher, Vorsitzender von Holzbau Deutschland im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes.

 

Klare Ziele für die Weiterarbeit

 

Die Fachversammlung war sich einig, dass der Holzbau sich auch in Zukunft dafür einsetzen müsse, Innovationen zu fördern, die den Holzbau wettbewerbsfähiger machten. Die Arbeitsschwerpunkte lägen weiterhin in der Tragwerksplanung, im Brandschutz, in der Innenraumluft und im Schallschutz.

 

Ausserdem gilt es in Deutschland aber auch, die gewonnenen Erkenntnisse in die Novellierung vielfach noch hinderlicher Bauordnungen einfliessen zu lassen, um damit dem Bauen mit Holz einen weiteren Entwicklungsschritt zu ermöglichen. Dabei findet die Branche mit dem Argument von Nachhaltigkeit und Klimaschutz auf vielen Ebenen Sukkurs in der Politik.

 

Holzbau-Fortschritt gefällt nicht allen

 

Das geht nicht ohne Nebengeräusche ab. Bereits im Januar dieses Jahres hat die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau eine Breitseite gegen die Holzbauweise abgefeuert: Unter einer ‹umfassenden Nachhaltigkeitsbewertung› sei Holz als Baumaterial nicht ökologischer als Stein. Ausserdem sei die Verfügbarkeit der für Baukonstruktionen entscheidenden Nadelhölzer problematisch (Lignum Journal online vom 18.1.2017).

 

Nun fährt der deutsche Dachverband der Mauerstein-Industrie wiederum schweres Geschütz auf: Im November hat er die deutsche Bundesbauministerin Barbara Hendricks und die Bauminister der Länder aufgefordert, sich ‹nicht auf den Holzweg lotsen zu lassen› und sich von einer ‹staatlich sanktionierten Pro-Holz-Baupolitik› zu distanzieren. Wenn der Staat mit einer ‹Verholzung der Musterbauordnung› das Bauordnungsrecht für den Baustoff Holz zurechtbiege, so sei dies ein klarer Eingriff in den fairen Wettbewerb.

 

Bauminister zeigen sich unbeirrt

 

Gemäss dem deutschen ‹Holz-Zentralblatt› lassen sich die Bauminister davon indessen nicht beirren. Die Konferenz der für den Bau zuständigen Minister und Senatoren der Bundesländer habe bei ihrem letzten Treffen am 24. November ohne Gegenstimme einen Beschluss gefasst, in dem es heisse: ‹Die Bauministerkonferenz unterstützt grundsätzlich eine breite Verwendung von Holz im Bauwesen.›

 

Damit unterstütze sie einen Beschluss der Umweltministerkonferenz zur Förderung des Bauens mit Holz vom 5. Mai dieses Jahres in Bad Saarow,  der aufgrund der positiven Effekte des Holzbaus auf das Klima eine Anpassung der Musterbauordnung erbat.

 


Link www.holzbau-deutschland.de