Zweimal Holz beim Designpreis Schweiz

Letzten Freitag fand in der Langenthaler Markthalle die mittlerweile vierzehnte Preisverleihung des Designpreises Schweiz statt. Unter den 45 Nominierten wählte die internationale Jury in insgesamt zwölf Kategorien dreizehn Gewinner aus. Zweimal fand das Material Holz das Wohlwollen der Expertinnen und Experten.

Oben: ‹House 1›, ALICE 2016. Unten: ‹Stabellö› von Tomoko Azumi für Röthlisberger.
Bilder Designpreis Schweiz
 

 

Gutes Design ist Bewältigung des Alltags auf elegante Weise. Es ist nicht bloss etwas für Aficionados mit geschraubten Gedanken und gestelztem Gang. Das erweist sich schlagend an den Belobigungen des diesjährigen ‹Focus Ageing Society›, der in Partnerschaft mit der Age-Stiftung lanciert wurde. Er will Hinweise geben, wie sich dem demografischen Wandel unter anderem durch kluges Design begegnen lässt.

 

Ausgezeichnet wurde zum einen der Stadler-Zug EC250 ‹Giruno›, bei dessen Gestaltung der Schwerpunkt auf Komfort, Eleganz und Kundenfreundlichkeit lag. Dabei werden Familien und Personen mit eingeschränkter Mobilität gleichwertig behandelt. Die Juroren bezeichnen den Zug als ein barrierefreies Paradebeispiel des ‹Universal Design›.

 

Zweiter Gewinner in dieser Kategorie ist ‹Claire & George›. Die Non-Profit-Organisation vermittelt Menschen mit Behinderungen oder Einschränkungen individuelle Ferien in barrierefreien Hotels der Schweiz – dies mit Spitex oder anderen flankierenden Unterstützungsdienstleistungen.

 

Experimentelle Architektur – und einmal mehr eine Stabelle

 

Die Aufmerksamkeit der Nominatorinnen und Nominatoren hat aber auch das Material Holz gefunden. In der Kategorie ‹Research› überzeugte sie das studentische Architekturexperiment ‹House 1›, welches das Atelier de la conception de l’espace – kurz ALICE – 2016 in Lausanne mit einer Holzrahmenkonstruktion von 11 x 11 x 11 m veranstaltet hat. Gruppen von je 18 Studenten gestalteten darin mit einer begrenzten Anzahl immer gleicher Elemente – Holzbohlen in Längen von vier und fünf Meter in je zwei  Querschnitten – Räume und Verbindungen.

 

In der Kategorie ‹Furniture Design› heisst der Sieger ‹Stabellö›. Der Stabellenstuhl gehört im deutschsprachigen Alpenraum ganz selbstverständlich zum Inventar jeder gemütlichen Beiz und jeder Berghütte. Die moderne Interpretation der japanischen Designerin Tomoko Azumi – einer gelernten Architektin – für die Röthlisberger-Kollektion sorgt dafür, dass man den Klassiker mit neuen Augen wahrnimmt.

 

Die Sitzfläche und die gedrechselten Beine sind aus massiver Eiche. Verbunden werden sie mit einer raffinierten und aufwendig verarbeiteten Rückenlehne aus Schichtholz, die sich dank fliessender Übergänge der Materialstärke ergonomisch an den Rücken schmiegt und eine gute Federung sicherstellt. Woher der Umlaut im Produktnamen stammt, wird beim ersten Blick auf die Lehne klar.

 


Link http://designpreis.ch