Gesamtausstellung der #WOODVETIA-Figuren in Bern

Die Aktion #WOODVETIA für mehr Schweizer Holz hat gestern in Bern die zwanzigste Holz-Figur der seit Januar laufenden Kampagne enthüllt. Bis zum 16. November sind alle Kunstwerke auf dem Berner Waisenhausplatz in Bern versammelt und lassen sich erstmals als Ensemble erleben.

Zwanzigstimmiges Ja zu Schweizer Holz
Von oben nach unten: Gruppenausstellung der #WOODVETIA-Figuren auf dem Berner Waisenhausplatz. Mitte: Die Rednerinnen und Redner von gestern Donnerstag in Bern: (v.l.n.r.) Rolf Manser, Gauthier Corbat, Sylvia Flückiger, Daniel Fässler. Unten: Sylvia Flückiger bei ihrer Ansprache.
Bilder Thomas Augsburger, Zürich, für #WOODVETIA (oben) | Michael Meuter, Zürich (Mitte und unten)

 

 

Die Kampagne #WOODVETIA – Aktion für mehr Schweizer Holz will die Bevölkerung für den Rohstoff aus unseren hiesigen Wäldern sensibilisieren. Denn dieser wird immer weniger nachgefragt; häufig wird Holz aus dem Ausland bevorzugt. Das wirkt sich negativ auf die Leistungskraft unserer Wälder und auf die Arbeitsplatzsituation in der Wald- und Holzwirtschaft aus. Aus diesem Grund machen sich die Holzbranche und das Bundesamt für Umwelt BAFU gemeinsam für Schweizer Holz stark.

 

Gestern Donnerstag enthüllten Rolf Manser, Chef der Abteilung Wald im BAFU, Lignum-Präsidentin und Nationalrätin Sylvia Flückiger, Nationalrat Daniel Fässler, Präsident von WaldSchweiz, sowie der junge Holzunternehmer Gauthier Corbat auf dem Waisenhausplatz in Bern die zwanzigste Statue des Schweizer Holzfiguren-Kabinetts. Es handelt sich um Hildegard Kissling aus Aadorf im Kanton Thurgau, die als Siegerin aus einer Publikumswahl hervorging. Gleichzeitig wurde die erste Gesamtschau der zwanzig #WOODVETIA-Statuen eingeweiht.

 

Vielfalt des Schweizer Waldes in Menschengestalt

 

Der Zürcher Künstler Inigo Gheyselinck hat alle #WOODVETIA-Statuen aus einer je anderen Holzart geschaffen. Das Holz, das er dafür verwendete, stammte in der Regel aus der Herkunftsregion der dargestellten Persönlichkeit. Dadurch bilden die Statuen auch die Vielfalt unserer Wälder ab, worauf Nationalrat Daniel Fässler als Präsident von WaldSchweiz in seiner Ansprache hinwies.

 

‹Die #WOODVETIA-Statuen – eigentlich sind es ja Bäume in Menschengestalt – sind wichtige Botschafter für die Sache des Schweizer Holzes und somit unseres Waldes. Es ist eindrücklich zu sehen, wie sich die gesamte Wald- und Holzwirtschaft zusammengerauft hat und sich für unseren wichtigen Rohstoff einsetzt. Alle ziehen am gleichen Strick›, sagte Fässler.

 

Rohstoff im Zentrum

 

Die Eröffnung der Gesamtausstellung moderierte Rolf Manser, Leiter der Abteilung Wald im Bundesamt für Umwelt BAFU. ‹Wenn wir heute durch die #WOODVETIA-Figuren auf dem Waisenhausplatz schreiten, denke ich, eines ist ganz gewiss gelungen: Nämlich die gesamte Holzkette, ganz im Sinne des Gesetzgebers, auf innovative Art und Weise darzustellen. Dass der Rohstoff, für den geworben wird, im Mittelpunkt der Kampagne stehen sollte, war und ist uns sehr wichtig›, sagte Manser.

 

Das Wort ergriff in Bern auch der junge Jurassier Holzunternehmer Gauthier Corbat. Als Unternehmer, der direkt an der Grenze wohne und arbeite, spüre er die Herausforderungen für Schweizer Wald und Holz jeden Tag. ‹Ich habe aber keine Zweifel, dass wir mit Innovations- und Tatkraft die Standortnachteile wettmachen könnten, die uns heute vor allem aufgrund von Wechselkursen und attraktiven Konkurrenzangeboten belasten›, zeigte sich Corbat optimistisch. Er rief dazu auf, weiterhin der Bevölkerung ‹mit grosser Leidenschaft› aufzuzeigen, weshalb es wichtig ist, nach Schweizer Holz zu fragen.

 

Beeindruckende Runde grosser Schweizerinnen und Schweizer

 

Die zwanzigste #WOODVETIA-Figur als Repräsentantin der Bevölkerung ergänze eine ‹wahrhaft eindrückliche Versammlung›, erklärte Lignum-Präsidentin Sylvia Flückiger: eine Runde grosser Schweizerinnen und Schweizer, die für unser hiesiges Holz einstünden. Dazu zählen der Bahnpionier Alfred Escher, der Forscher Auguste Piccard, die Menschenrechtsanwältin Carla Del Ponte, die ‹Petite Gilberte› von Courgenay als Wegweiserin in düsteren Zeiten, der ‹Maler des Engadiner Lichts› Giovanni Segantini und der Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler ebenso wie General Guillaume Dufour und Rotkreuz-Gründer Henry Dunant.

 

Der Kreis der abgebildeten Persönlichkeiten umfasst weiter neben der vom Publikum gewählten Hildegard Kissling die Frauenrechtlerin Iris von Roten, die weltbekannte Kinderbuchautorin Johanna Spyri, die Astrophysikerin Kathrin Altwegg, die Architektin Lux Guyer und den Architekten Rudolf Olgiati, die Wachsbildnerin Marie Tussaud, den erst vor kurzem verstorbenen Mundartrocker Polo Hofer, die Skispringer-Legende Simon Ammann, die vielfache OL-Weltmeisterin Simone Niggli, den Musiker Stress und den grossen Clown Dimitri.

 

‹Sie alle stehen mit ihrer Figur wenn nicht in Fleisch und Blut, so doch in Holz und 3D für eine gemeinsame Botschaft ein: Macht etwas aus dem Holz, das in unseren Wäldern heranwächst!› sagte Flückiger. Vor allem Forstbetriebe und Sägereien treffe die unter der Euroschwäche gesunkene Nachfrage nach Schweizer Holz ins Mark.

 

Hilfe zur Selbsthilfe nach dem ‹Frankenschock›

 

Flückiger rief in Erinnerung, dass die Lignum als Dachorganisation der Holzbranche deshalb nach dem ‹Frankenschock› vor rund zweieinhalb Jahren zusammen mit der Waldwirtschaft und der Holzindustrie mit grossem Widerhall vor die Medien getreten ist, um vor den Folgen dieses Ausblutens zu warnen (Lignum Journal online vom 20.2.2015).

 

Die Branche habe aber nicht bloss um Hilfe gerufen, betonte Flückiger, sondern zuerst und vor allem zur Selbsthilfe gegriffen, indem sie auf vielen Ebenen verstärkt auf unser hiesiges Holz aufmerksam gemacht habe. Flückiger verwies dabei auf das ‹Herkunftszeichen Schweizer Holz›, das die Lignum ab 2009 eingeführt hat. An dem leuchtendroten Logo erkennt man auf einen Blick, dass es sich um Holz aus Schweizer Wäldern handelt, das im Inland verarbeitet worden ist.

 

Wald und Holz hätten indessen dankenswerterweise aber auch beim Bund tatkräftige Unterstützung gefunden und gemeinsam mit dem Bund die Kampagne #WOODVETIA starten können. Die Sensibilisierung der Bevölkerung scheint Echo zu finden und Früchte zu tragen: Fast 80000 Menschen hätten Mitte September persönlich gezeigt, dass sie sich dafür interessierten, woher unser Holz komme: indem sie nämlich ‹mit Kopf, Herz und Hand› an einem Event der ‹Tage des Schweizer Holzes› dabei gewesen seien, die im ganzen Land an mehr als 80 Orten in 199 Betrieben stattfanden, sagte Flückiger.

 

#WOODVETIA-Figuren als Ensemble erleben

 

‹Das ist ein Zeichen der Verbundenheit, das Hoffnung macht›, meinte Flückiger. ‹Ich möchte allen danken, welche diese grossartige Leistungsschau von Schweizer Holz auf die Beine gestellt haben. Aber auch allen, welche die Botschaft ‚Schweizer Holz‘ Tag für Tag ins Land hinaustragen, allen, die sich jahrein, jahraus dafür einsetzen, dass Herr und Frau Schweizer an den Rohstoff aus unseren Wäldern denken, wenn sie bauen, umbauen, einen Innenausbau planen oder Möbel kaufen, und die Bund, Kantone, Gemeinden immer wieder an die fast unerschöpflichen Möglichkeiten mit unserem hiesigen Holz erinnern.›

 

Das Schweizer Holzfiguren-Kabinett kann nun nicht nur eine Woche lang in Bern auf dem Waisenhausplatz bestaunt werden, sondern ist auch 2018 öffentlich zugänglich, und zwar an der Swissbau in der Messe Basel (16.–20. Januar 2018) sowie an der Bad RagARTz, Triennale der Skulptur (5. Mai bis 4. November 2018). Alle Termine und Ausstellungsorte, wo die #WOODVETIA-Statuen zu besichtigen sind, werden unter woodvetia.ch laufend aktualisiert.

 


Links www.woodvetia.ch | SRF-Video aus Bern