Lokales Holz gehört im Toggenburg zum guten Ton

Im September hat der Musiksaal ‹Ackerhus› in Ebnat-Kappel eine Auszeichnung mit dem ‹Herkunftszeichen Schweizer Holz› erhalten. Der Annexbau zum Haupthaus, in dem ein Heimatmuseum untergebracht ist, ist zu 100% aus Holz entstanden, das in Toggenburger Wäldern gewachsen ist.

Musiksaal ‹Ackerhus› in Ebnat-Kappel
Bilder Alina Sonea, Kunstwerkstatt

 

 

Das Museum für Hauskultur ‹Ackerhus› in Ebnat-Kappel hat sich mit dem Anbau eines Kulturlokals einen Ruck gegeben. Lange war es ruhig um das alte Holzhaus, in dem seit den fünfziger Jahren die Schätze aus dem Toggenburg gezeigt wurden, die der Bergschullehrer, Maler und Musiker Albert Edelmann in Laufe seines Lebens zusammengetragen hat. Darunter befinden sich sieben Hausorgeln, Halszithern, farbig gefasste Möbel, Gemälde und Grafiken sowie zahlreiche Arbeiten der angewandten Kunst.

 

Mit dem Kulturlokal in der Dorfmitte von Ebnat-Kappel gibt es nun zusätzlich zur neugeordneten und damit wieder attraktiven Sammlung einen Ort für Geburtstagsfeiern, Konzerte, Lesungen, Schulungen, Jubiläen, Klassentreffen, Familienfeste, Proben und Kurse. Zwei Toggenburger Hausorgeln aus dem 18. Jahrhundert schmücken das Lokal und werden durch einen Organisten zum Klingen gebracht.

 

Authentische Materialisierung

 

Mit der Lösung, die der Architekt Jörg Rüesch (Kunstwerkstatt Architektur, Ebnat-Kappel) gefunden hat, erscheint der Musiksaal als eigenständiges Haus, das sich an die bestehende Baute anfügt, ohne die Präsenz des ‹Ackerhus› in Frage zu stellen. Für die Formfindung wurden alleine fünf Modelle gebaut und zwei Lösungen zur Holzkonstruktion entwickelt. Das Ergebnis ist, dass der Raum im Innern viel grösser erscheint, als er von aussen vermuten lässt.

 

Das gestrickte ‹Ackerhus› und viele Musikinstrumente sind ganz aus Holz. Diesen sinnlichen Eindruck wollten die Architekten im neuen Haus durch die authentische Materialisierung mit dem einheimischen Holz ebenfalls erlebbar machen. Das grosse Kastenfenster lässt den Blick vom Kulturraum in die Natur hinausgehen. Die grosse Scheibe ermöglicht aber auch den Blick ins Innere, so dass eine starke Verbindung von Drinnen und Draussen entsteht. 

 

Monolithische Wandkonstruktion

 

Die monolithische, diffusionsoffene Bauweise der Wandkonstruktion ist zusammen mit der Holz Toggenburg AG entwickelt worden und besteht zu 100% aus Holz aus dem Toggenburg. Das selbstentwickelte schallabsorbierende Akustikelement aus perforiertem Holz wurde in das Wandelement integriert. Die Schindelfassade sowie das Zeltdach aus Blech sind traditionelle Baumaterialien und bilden mit dem Ackerhus ein harmonisches Ensemble.

 

Den Holzbau übernahm die Giezendanner AG aus St. Peterzell. Holzlieferanten waren Roth Burgdorf AG, Burgdorf, Sägerei Josua Mettler, Bächli-Hemberg, Eichmann Holz AG in Tübach sowie Holz Toggenburg AG, Brunnadern.

 


Links http://ackerhus.ch | www.kunst-architektur.ch | www.holz-bois-legno.ch