Bündner Regierung gegen neue Gesetze zur Holzanwendung

Die Anwendung von Holz bei kantonseigenen und vom Kanton subventionierten Bauten gesetzlich neu zu regeln, erachtet die Bündner Regierung als unangebracht. Dies schreibt sie in ihrer Antwort auf einen Auftrag, den Grossrat Alessandro Della Vedova (CVP, San Carlo) in der Junisession eingereicht hat. Er war von 52 Ratskollegen unterstützt worden.

Der Auftrag forderte eine vermehrte Verwendung von Holz in Bauten mit öffentlicher Finanzierung. Bei der Planung, der Errichtung und dem Betrieb von öffentlichen und öffentlich subventionierten Bauten und Anlagen solle soweit geeignet die Verwendung von Holz, nach Möglichkeit von einheimischem Bündner oder zumindest Schweizer Holz, gefördert werden. Dafür seien rechtliche Rahmenbedingungen zur entsprechenden Verpflichtung der Bauherrschaften zu schaffen.

 

Solche Vorschriften schränkten den Wettbewerb und die Lösungspalette fundamental ein, wehrt sich die Bündner Regierung. Im Ergebnis würden durch die gesetzgeberische Bevorzugung des Baumaterials Holz Mitbewerbende im Bereich der massiven Baumaterialien verdrängt. Zudem führe die Privilegierung eines bestimmten Baustoffs zu einem starken Eingriff in die Verantwortlichkeit jeder öffentlichen Bauherrschaft, alle ihre Bauvorhaben individuell und möglichst auf die spezifischen Bedürfnisse abgestimmt zu realisieren. Das öffentliche Vergaberecht untersage aber auch die direkte Forderung nach einem bestimmten Produkt.

 

Die Regierung zeigt sich dennoch gewillt, auch in Zukunft aktiv den Einsatz von nachhaltig produziertem Holz zur Konstruktion, für den Innenausbau oder als Energieträger bei Neubauten und bei Instandsetzungen sowie Erneuerungen bestehender Bauten zu unterstützen. Die Erarbeitung von zusätzlichen rechtlichen Grundlagen zur bevorzugten Verwendung von Holz sei dafür aber nicht nötig. Es gehe um eine Frage des Vollzugs und nicht der Gesetzgebung.

 


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