Anzeichen für kommenden Rückgang im Hochbau

Die Umsätze im Schweizer Bauhauptgewerbe sind im ersten Halbjahr 2017 gegenüber dem Vorjahr um 6,2% gestiegen. Zurückzuführen ist dies jedoch vor allem auf den Tiefbau. Die Umsätze im Hochbau stagnieren und dürften mittelfristig zurückgehen.

Das Bauhauptgewerbe hat in den ersten sechs Monaten CHF 9,5 Mia. umgesetzt, 6,2% mehr als im Vorjahr. Das zweite Quartal ist dabei etwas schwächer ausgefallen als das erste; das Umsatzplus beträgt aber immer noch 5,4%. Es ist jedoch vollumfänglich dem volatilen Tiefbau zuzuschreiben, bei dem der Umsatz um 11,3% steigt. Der Hochbau hingegen stagniert (+0,1%).

 

Die Auftragseingänge haben im ersten Halbjahr leicht zugenommen (+2,9%), die Auftragsbestände per Ende Juni liegen etwas tiefer als vor einem Jahr (–3,5%). Auch die Bauvorhaben für das laufende dritte Quartal (–2,1%) deuten auf eine eher unspektakuläre Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte hin. Die Umsätze dürften aus Sicht der Baumeister im Bereich des Vorjahres liegen.

 

Aufziehende Wolken im Hochbau

 

Mittelfristig werden die Umsätze im Hochbau aber wohl zurückgehen. Darauf deuten insbesondere die Baubewilligungen hin: Das baubewilligte Volumen glitt in den ersten sieben Monaten gegenüber dem Vorjahr um mehr als 10% zurück. Vorher war es jahrelang sehr stabil, obwohl die Nachfrage aufgrund des geringeren Bevölkerungswachstums sank.

 

Dies hatte zur Folge, dass mehr gebaut wurde als nachgefragt und die Leerstandsquote stieg. Aufgrund mangelnder Alternativen waren Investitionen in Immobilien, insbesondere in Mietwohnungen, dennoch attraktiv.

 

Mittlerweile scheint dies nicht mehr vorbehaltlos der Fall zu sein. Die Planung passt sich der Nachfrage an. Dies zeigt sich auch daran, dass nur unwesentlich weniger Wohnungen geplant werden, das Volumen pro Wohnung aber abnimmt – es werden kleinere, günstigere Wohnungen gebaut.

 


Link www.baumeister.ch