Sommerserie Schweizer Holz – Esche

Es gibt 60 bis 70 Eschenarten, die hauptsächlich in der nördlichen gemässigten Zone der Erde von Natur aus vorkommen. Das Holz der Esche findet Verwendung zum Beispiel im Innenausbau, für Sportgeräte und Werkzeugstiele oder für Spanplatten. Es kann aber auch für hochleistungsfähige Holz-Tragwerke eingesetzt werden. Derzeit setzt allerdings den Eschen im Wald ein Pilz arg zu.

Musterbild

Esche
Bild Lignum

 

 

Das Holz der Esche zeichnet sich durch hervorragende technologische Eigenschaften aus, weshalb es zu den wertvollsten Laubhölzern gehört. So ist Eschenholz hart, mässig schwer und verfügt über ein gutes Stehvermögen. Besonders hervorzuheben ist die hohe Elastizität und aussergewöhnliche Zähigkeit sowie die hohe Abriebfestigkeit.

 

Dadurch hat sich die Esche den Ruf als zäheste europäische Laubholzart erworben. Die mechanisch-technologischen Eigenschaften des Eschenholzes sind um so günstiger, je breiter die Jahrringe ausgebildet sind. Dies bedeutet, dass das Holz der Wassereschen, das an Bächen und auf feuchten Auenwaldböden wächst, aufgrund seiner breiten Jahrringe bessere Festigkeitseigenschaften aufweist als das langsamer gewachsene Eschenholz auf anderen Standorten mit feinerem Jahrringbau.

 

Breite Verwendungspalette

 

Aufgrund der sehr guten Festigkeits- und Elastizitätseigenschaften sowie seines dekorativen Aussehens besitzt das Eschenholz einen breiten Verwendungsbereich. Hierbei muss aber wegen der geringen Widerstandsfähigkeit gegen Pilz- und Insektenbefall die Verwendung für Aussenbauzwecke ausgeklammert werden. Beginnen wir mit dem Einsatz als Vollholz (Massivholz), so stehen hier schon seit Jahrzehnten im Vordergrund die stark beanspruchten Werkzeugstiele, Sportgeräte, Leitersprossen, der Bootsbau (auch für Riemen und Paddel), der Fahrzeugbau, Parkettfussböden, Sitzmöbelgestelle u. a. Nach wie vor gibt es Anwendungsbereiche, in denen Eschenholz durch andere Holzarten oder Rohmaterialien nicht ersetzt werden kann.

 

Wenn es um den vorwiegend dekorativen Bereich geht, wird die Esche mit bestem Erfolg schon seit vielen Jahren als Furnier im Möbel- und Innenausbau, für Wand- und Deckenvertäfelungen usw. eingesetzt. Geschätzt wird besonders die natürlich weisse bis hellbräunliche Farbtönung in Kombination mit einer deutlichen Porenstruktur (Blume, Streifer oder Maserung). Schliesslich lässt sich Esche auch hervorragend beizen, also farblich verändern, was gerade im Möbel- und Innenausbau von besonderer Bedeutung ist.

 

Die Esche gehört zu den grössten Laubbaumarten Europas, denn sie erreicht auf günstigen Standorten Höhen bis zu 40 m und mehr, wobei astfreie Stammteile (Schäfte) bis 20 m keine Seltenheit sind. Im Vergleich zu der Höhe, die Eschenbäume erreichen, müssen die Durchmesser der Stämme von durchschnittlich 50–60 cm nur als gering bezeichnet werden.

 


* Dr. rer. nat. (forest.) Rudolf Beyse, Fritzenwiese 29, D-29221 Celle

 

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